Gesundheit

Bei akuten Beschwerden gibt es sofort einen Arzttermin

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessens Kassenärzte stellen ihren Patientenservice um. Wer ab 1. Januar die 116 117 wählt, erreicht sowohl die Terminservicestelle, als auch den Bereitschaftsdienst.

Bislang war einzig der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter der bundesweit geltenden Rufnummer 116 117 erreichbar. Vom 1. Januar an sind dort auch Termine bei Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten erhältlich: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat das Vermittlungsangebot der Terminservicestelle mit dem Patientenservice im Ärztlichen Bereitschaftsdienst zusammengeführt. Damit setzt sie eine Anforderung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fristgerecht um. Der KV-Vorstand hofft, dass die Notfall-ambulanzen in den Kliniken dadurch entlastet werden: „Die fehlende Patientensteuerung ist eins der Kernprobleme im Gesundheitswesen.“

Wer im neuen Jahr die 116 117 wählt, wird über ein Sprachdialogsystem sortiert, ob er akut erkrankt ist oder ob er einen Termin vermittelt haben möchte. Ebenfalls neu ist der Einsatz des sogenannten Standardisierten medizinischen Ersteinschätzungsverfahrens, das die KV Hessen schon einige Monate mit qualifiziertem Personal getestet hat. Es soll das Fachpersonal dabei unterstützen, rund um die Uhr die Dringlichkeit der Beschwerden einzuschätzen und die Patienten einer angemessenen medizinischen Versorgung zuzuführen. „Dadurch, dass wir unsere Mitglieder gebeten haben, uns auch Akuttermine zu melden, sind wir in der Lage, die Patienten auch so zu vermitteln, dass diese noch am gleichen Tag einen Arzt aufsuchen können, sofern der Bedarf besteht“, teilte der KV-Vorstand mit. Der Besuch einer Notfallambulanz einer Klinik mit vergleichsweise weniger ernsten Erkrankungen würde dadurch noch weniger nötig.

Wie vom Bundesgesundheitsminister gefordert, wird der Patientenservice unter der 116 117 rund um die Uhr und jeden Tag zur Verfügung stehen. Allerdings werden die Hessen nicht immer den kompletten Service vorhalten. „Nachts geäußerte Terminwünsche werden wir aufnehmen und tagsüber bearbeiten lassen, um nachts für diejenigen bereit zu sein, die dringend medizinische Hilfe benötigen.“

Die Terminservicestelle vermittelt Patienten mit einer dringenden Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Haus- oder Facharzt, innerhalb von zwei Wochen einen Akutbehandlungstermin beim Psychotherapeuten. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst springt ein, wenn die Hausarztpraxis geschlossen ist.

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