+
Wer Teströhrchen hat oder jemanden kennt, der welche hat: bitte melden.

Tests

Ärzte und Röhrchen für Corona-Tests gesucht

  • schließen

Die erste zentrale Anlaufstelle für Corona-Tests soll in Betrieb gehen. Wie viele Anlaufstellen es gibt und wo, bleibt geheim.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen sucht freiwillige Ärzte für ihre Corona-Testzentralen. Und nicht nur das. Sie hat die niedergelassenen Ärzte auch aufgefordert, ihnen das notwendige Handwerkszeug zur Verfügung zu stellen. „Damit wir tatsächlich auch in den Testcentern arbeiten und Abstriche vornehmen können, benötigen wir noch Teströhrchen, die es derzeit auf dem Markt nicht zu beschaffen gibt“, heißt es in einem Rundschreiben des Vorstands vom Samstag. Wer in seiner Praxis „trockene Teströhrchen für Nasen- und Rachenabstriche“ entbehren könne, möge sich per Mail melden. „Auch kleine Mengen sind willkommen!“, heißt es abschließend. Und: „Wir würden uns dann am Montag mit Ihnen in Verbindung setzen, um die Teströhrchen abzuholen.“

Bei so manchem Arzt stößt diese Aktion auf Fassungslosigkeit und Verwunderung: „Mein Labor hat mir am Freitag 40 Röhrchen problemlos liefern können“, sagt eine Hausärztin der Frankfurter Rundschau. „Unvorstellbar dilettantisch“, kommentiert ein Urologe das Vorgehen der KV. Unterdes spitzt sich das Problem der fehlenden Schutzausrüstung in den Praxen zu: „Uns gehen die Handschuhe aus“, sagt der Urologe. Desinfektionsmittel seien auf dem Markt nicht zu haben. Ein Problem, mit dem auch die Krankenhäuser kämpfen: „Wir rufen die Beschäftigten zu einem besonnenen Einsatz dieser Verbrauchsartikel auf“, sagt Christoph Lunkenheimer, Pressesprecher der Uniklinik Frankfurt.

Das Sozialministerium hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass die KV bis Dienstag in Hessen „flächendeckend“ zentrale Untersuchungsstellen für Tests auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 einrichtet. Die Neuerung soll an ausgewählten Zentralen des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts angedockt sein, Hausarztpraxen entlasten und die begrenzten Materialressourcen schonen.

Massentests soll es dort nicht geben. Nur wer die strenge Indikation gemäß Robert-Koch-Institut erfüllt, ist willkommen. Voraussetzung ist also eine akute Erkrankung der Atemwege in Kombination mit Kontakt zu einer als infiziert bestätigten Person oder einem Aufenthalt in einem Risikogebiet. Der Weg zum Test führt außerdem über einen telefonischen Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder über die Rufnummer 116 117 der KV.

Am Montag sollte die erste der zentralen Anlaufstellen in Betrieb gehen. Wo in Hessen sie sich befinden, bleibt geheim. „Seitens der KV wird es keine offizielle Kommunikation zu Anzahl und Lage der Testcenter geben“, teilt Sprecher Karl Roth auf Anfrage mit. Und versichert, sie seien „für alle Patienten gut erreichbar“. Die Bereitschaftsdienstzentralen sind normalerweise lediglich zu jenen Zeiten besetzt, in denen die normale Arztpraxis geschlossen ist. Weil die Testcenter tagsüber arbeiten, brauche es zusätzliches Personal, das durch den Freiwilligenaufruf rekrutiert werden soll. Offen lässt der KV-Sprecher die Frage, wie viele Ärzte sich für den Dienst in den Zentren gemeldet haben.

Die Beschwerden von Patienten über lange Wartezeiten an der KV-Nummer 116 117 seien unbegründet. „Die Wartezeiten sind unterschiedlich, in Stoßzeiten auch schon einmal länger. Wir bewegen uns aber immer noch im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.“ Auch die am Wochenende angekündigte neue Hotline für die Ärzte sei ausreichend mit Personal besetzt, versichert der Sprecher der KV, die – anders als die in Nordrhein-Westfalen – sich nicht um die Organisation von Schutzausrüstung für die Ärzte kümmert. Das, so Roth, erledige in Hessen das Land.

Das Rundschreiben vom Samstag mit der Bitte um Teströhrchen hatte seinen Angaben zufolge übrigens Erfolg. Da es sich um spezielle Abstrichröhrchen handelt, gehörten sie nicht zur Standardausrüstung einer Zentrale des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts, erläutert der Sprecher. Und: „Wir haben ausreichend Röhrchen erhalten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare