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Wegen des Fluglärms gibt es immer wieder Proteste.

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Acht Stunden Flugverbot

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Eine Lösung des derzeitigen Problems könnte das von den Bürgerinitiativen geforderte Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sein.

Offiziell gilt am Frankfurter Flughafen ein sechsstündiges Nachtflugverbot. Doch in der Realität sind es nur fünf Stunden, in denen die Anwohner bei offenem Fenster schlafen können, ohne das Risiko einzugehen, von lärmenden Turbinen aus dem Schlaf gerissen zu werden. Da kann das Ministerium noch so optimistisch bilanzieren, dass die Zahl der Flugbewegungen zwischen 23 Uhr und Mitternacht im Vergleich zum vergangenen Jahr zurückgegangen ist. 2018 ist kein Maßstab. Das war ein Horrorjahr, das sich auf keine Fälle wiederholen darf. 85 Nachtflüge im April dieses Jahres, 77 im Mai. Das sind immer noch viel zu viel. Auch ist der Höhepunkt der Reisezeit noch nicht erreicht.

Als stumpfes Schwert erweisen sich die Bußgeldverfahren, mit denen das Ministerium via Regierungspräsidium dem hemmungslosen Nachtfliegen Einhalt gebieten wollte. Seit Monaten gibt es Anhörungen, werden Papiere hin und her geschickt - ohne dass ein einziges Verfahren entschieden wurde. Ein zähes, undankbares Geschäft. Und es sieht nicht so aus, dass sich daran so schnell etwas ändert. Die Mühlen der Bürokratie arbeiten langsam. Die des Bundestages ebenfalls.

Wenn also das nicht funktioniert, was dann? Eine Lösung könnte das von den Bürgerinitiativen geforderte Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sein. Es würde die Chance vergrößern, dass nach 23 Uhr Ruhe am Himmel herrscht.

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