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Autos fahren in Darmstadt auf der Hügelstraße, einer Hauptverkehrsstraße, an der Schadstoff-Messstation vorbei.

Fahrverbote in Hessen

Das Absurde abgewendet

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Die Fahrverbote für Darmstadt sind eine Ohrfeige für Industrie und Bundesregierung. Doch mit dem Vergleich ist das Land Hessen den besseren Weg gegangen als im Fall Frankfurts. Ein Kommentar.

Jedes Fahrverbot in Deutschland ist eine Ohrfeige für die Autoindustrie, die bei Dieselabgasen manipuliert hat, und für die Bundesregierung, die die Konzerne gewähren lässt. Das gilt für das außergerichtlich vereinbarte Fahrverbot in Darmstadt genauso wie für Fahrverbote, die von Gerichten verhängt wurden.

Ein Vergleich zwischen dem Land und den Umweltverbänden, wie er am Freitag gelungen ist, besitzt trotzdem Vorzüge. Wer weiß, ob das Land nicht auch für Frankfurt bessere Lösungen als ein flächendeckendes Fahrverbot hätte heraushandeln können, wenn dieser Weg gelungen wäre.

Anwohner, die Schadstoffe einatmen, und Autofahrer, die Fahrverbote hinnehmen müssen, leiden auf unterschiedliche Weise unter den Betrügereien der Unternehmen und der Unterwürfigkeit der Bundespolitik. Zu den Leidtragenden zählen aber auch die Kommunalpolitiker.

Das grün-schwarz regierte Darmstadt hat weit mehr für einen umweltfreundlichen Verkehr getan als viele andere. Trotzdem kommt die Stadt um die Sperrung wichtiger Straßen nicht herum.

Wenigstens konnte der grüne Oberbürgermeister Jochen Partsch absurde Pläne abwenden. Die Heinrichstraße wird nicht zur Einbahnstraße, was zu massiven Umfahrungen geführt hätte, und die Hügelstraße wird nicht für nachgerüstete Dieselfahrzeuge gesperrt, was eine Hardware-Nachrüstung für betroffene Fahrzeughalter sinnlos gemacht hätte.

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