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Der Berliner Tucké Royale ist mit dem "jüdisch-queeren Rachemusical" namens "Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet" erstmals zu Gast in Frankfurt.
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Der Berliner Tucké Royale ist mit dem "jüdisch-queeren Rachemusical" namens "Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet" erstmals zu Gast in Frankfurt.

"Im*possible Bodies

Abseits weißen, männlichen Mainstreams

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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Das queere Festival "Im*possible Bodies" im Frankfurter Mousonturm feiert vom 17. April an mit Tanz, Performance, Musik und Gesprächen einen anderen Blick auf den Körper.

Was ist Kultur, was macht Kultur aus? Jahrhundertelang, so finden das die Macher des am 17. April beginnenden Festivals „Im*possible Bodies“ im Frankfurter Mousonturm, seien die deutschen Bühnen von weißen Männern dominiert worden, und das müsse sich nun ändern. Das klingt verkopft und theoretisch-grau, doch das knapp zweiwöchige „Festival für utopische Praxis“ kann und will auch ein großer Spaß sein, Freude machen, schöne und bewegende Bilder liefern, Anstöße geben, neue Menschen kennenzulernen. „Das Festival richtet sich an Leute, die nicht jeden Tag ins Theater gehen“, sagt Kuratorin Elisa Liepsch. „Der Mousonturm soll ein Ort für alle sein, nicht nur für ein weißes, bürgerliches Publikum.“

Es soll ein queeres Fest werden, und die Veranstalter meinen mit dem Anglizismus längst nicht nur Schwule und Lesben, sondern alle Menschen abseits des weißen, männlichen Mainstreams (gibt es den überhaupt noch?): Migranten, Schwarze, Transgender zum Beispiel.

Beim Festival gehe es nicht nur darum, zwölf Tage Kunst zu zeigen. „Wir wollen uns auch Gedanken über Deutschlands Zukunft machen“, sagt Liepsch. Es sei „sehr wichtig, Kunst und Gesellschaft „zusammenzudenken“.

Das klingt jetzt doch wieder theoretisch, aber keine Panik: Es lockt zum Beispiel die etwas andere Karaoke „Kick-Ass-Queereeoké“ am 28. April, 21.30 Uhr. Zu Gast sind zudem viele spannende Künstler wie die New Yorker Jaamil Olawale Kosoko und Jeremy Toussaint-Baptiste mit ihrer deutschen Erstaufführung „Séancers“ am 21. April, 21 Uhr, oder die in Berlin lebende gebürtige Hanauerin Simone Dede Ayivi, die am 21. April mit ihrer Performance „Queens“ auftritt. Wie sich manchmal doch Kreise schließen: Ihre ersten Produktionen von freiem Theater sah sie übrigens einst genau hier, im Mousonturm, und sie ist hier auch keine Unbekannte.

Ayivi will „ein starkes schwarzes Frauenbild“ zeigen in ihrer Show, wie sie die Performance auch nennt. Sie fragt nach den Stereotypen, wie schwarze Frauen dargestellt werden, wechselt ihre bunten afro-futuristischen Kostüme mehrmals am Abend, erzählt von den matriarchalen Gesellschaften, die es vor allem in Afrika gab und immer noch gibt.

Es gehe ihr schon auf den Geist, sagt sie, wenn es in den Debatten nur um Probleme gehe. „Wir sind nicht nur ein Problem. Wir wollen feiern, dass wir leben, dass es uns gibt“, sagt sie. Und ja, doch, ihre Vorstellung sei „durchaus auch geeignet für Weiße beiderlei Geschlechts“, meint sie mit einem Lachen.

Erstmals an den Mousonturm kommt Danny Banany vom 26. bis 29. April mit seiner „Queer B-Cademy“, sozusagen ein Mini-Festival im Festival. Die etwas andere Akademie soll queeres Wissen abseits des Mainstreams vermitteln.

Wer dazwischen (oder stattdessen) auch mal ausspannen oder Leute kennenlernen will: Die Künstlerinnen Ayla Pierrot Arendt und Carolina Mendonça haben die Rauminstallation „Wonder-Inn“ geschaffen, die täglich von 16 bis 22 Uhr geöffnet ist und in der die Besucher tanzen, diskutieren oder einfach etwas trinken können.

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