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Florian Vogel ist bei Maximalauslastung Herr über 45 Vierbeiner.

Tiere

Zu Besuch in der Hundepension am Frankfurter Flughafen

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Der Hundepension am Frankfurter Flughafen vertrauen Reisende ihre Vierbeiner an. Den abgegebenen Lieblingen gefällt ihr zu Hause auf Zeit.

Bevor man überhaupt die Klingel gedrückt hat, hat das Begrüßungskomitee schon Alarm geschlagen. Aus der Hundepension am Frankfurter Flughafen ertönt ein lautes Orchester an Gebell, darunter schrille Kläffer und dumpfe Brummer. Ein Blick durch den Zaun verrät, dass hier Hunde aller Größen und Fellfarben untergebracht sind. Mit wedelnden Schwänzen und großen Augen blicken sie neugierig auf den Besuch.

Florian Vogel kennt sie alle beim Namen. Seit März leitet der gelernte Hundetrainer die Hundepension am Flughafen. Dabei sei ihm vor allem wichtig, alle Hunde einzeln kennenzulernen, sagt Vogel. So lasse sich besser einschätzen, wie es seinen vierbeinigen Gästen gehe und wer mit wem zusammen in der umzäunten Auslaufanlagen toben könne, ohne dass sich dabei gengenseitig das Revier streitig gemacht werde.

Gleich vorne am Eingang ist der Auslauf der Tagespension. Die Hunde, die einen hier so freudig begrüßen, werden morgens in der Hundepension abgegeben und abends wieder eingesammelt. Dahinter beginnen die Hundeboxen der Urlaubspension. Jeder Hund, der hier einquartiert ist, während Herrchen oder Frauchen im Urlaub ist, bekommt für die Dauer seiner Unterbringung seine eigene Box. In den Schulferien gehe die Anzahl der Tagesgäste runter und die der Urlaubsgäste hoch, sagt Vogel. Dann seien die Boxen oft komplett belegt.

Die Hundepension am Frankfurter Flughafen befindet sich hinter Tor 32 in der CargoCity Süd. Vom Tor aus folgen Sie der Beschilderung zur Hundepension in Gebäude 665.

Ein Tag in der Hundepension kostet 28 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für Hundefutter.

Tagsüber stehen die 45 Hundeboxen auf dem Gelände weitestgehend leer. „Die Hunde sollen hier so viel draußen sein wie möglich“, erklärt der Hundehüter. Die Vierbeiner verbringen den Tag daher meistens zusammen in den grünen Auslaufanlagen. Dort toben sie untereinander, buddeln, oder dösen im Schatten der Sonnensegel. „Bei uns dürfen die Hunde ruhig Hund sein“, beteuert Vogel. Da dürften sie auch mal dreckig werden, und da dürfe auch mal geknurrt werden. Wenn sich ein Hund mit dem Rest der Gruppe nicht gut verträgt, bedeute das keineswegs, dass er den ganzen Tag im Zwinger bleiben muss, erklärt Vogel. Die Vielzahl an Auslaufanlagen auf dem Gelände erlaubt, dass schwierige Hunde in solchen Fällen einen privaten Auslauf bekommen.

Abends werden die Hunde aus der Tagespension abgeholt und die aus der Urlaubspension kommen zurück in ihre Boxen. Dort liegen dann die Spielzeuge und Decken bereit, die Herrchen oder Frauchen ihnen von zu Hause mitgegeben haben. „Damit sich die Hunde wohlfühlen, ermutigen wir Hundebesitzer auch immer ein paar persönliche Gegenstände mitzubringen“, erklärt Vogel. Für den Fall, dass die Hunde auch nachts mal raus müssen, ist an jede Box auch ein Außenkäfig angebaut.

Trotz der unmittelbaren Nähe zum Flughafen ist es bis auf das Bellen der Pensionsgäste eher ruhig auf dem Gelände. Auf seiner Runde durch die Hundeboxen wird Vogel von Dackeldame Zweebee begleitet, eine seiner sechs eigenen Hunde. Auch seine zwei Bull Terrier Cube und Kate schlendern mit über die Anlage. Die meisten Mitarbeiter der Hundepension haben auch selber Vierbeiner zu Hause, sagt der Hundehüter. Bei dem Job sei der Spaß am Umgang mit Hunden das Wichtigste. Seine vier erfahrenen Mitarbeiter seien allesamt „Hundehalter von Herzen“.

So manch einer traut der Hundepension dennoch nicht so ganz. „Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn Hundebesitzer uns gegenüber erst einmal misstrauisch sind. Schließlich vertrauen Sie uns oft über längere Zeit ihren Hund an“, sagt Vogel.

Daher versuchten er und sein Team die Abgabe in seiner Hundepension so transparent und bequem wie möglich zu gestalten. Bevor ein Hund abgegeben wird, können Herrchen und Frauchen die Boxen und die Anlage in Ruhe begutachten. Wenn sie dann überzeugt sind und ihren Vierbeiner der Hundepension anvertrauen, flössen bei den Besitzern beim Abschiednehmen oftmals trotzdem Tränen, erzählt Vogel.

Und das, obwohl die Trennung doch nur auf Zeit ist – wie eben auch jeder Urlaub.

Sie erreichen die Hundepension entweder per Mail an die Adresse hundepension@gcs-cleaning.de oder telefonisch unter 069/69066542. Mehr Informationen finden Sie unter www.hundepension-flughafen-frankfurt.de.

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