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Sammelabschiebung nach Afghanistan: Abgelehnte Asylbewerber werden nach Kabul geflogen.

Abschiebung

Junger Afghane nach Prügelattacke abgeschoben

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Insgesamt 24 Menschen sind nach Kabul abgeschoben worden - darunter sind auch zwei verurteilte Straftäter aus Hessen. 

Aus Deutschland sind am Dienstagabend erneut 24 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben worden, darunter zwei aus Hessen. Einer der betroffenen Männer ist ein 18-Jähriger, der wegen einer Prügelattacke im ostbayerischen Amberg vor Gericht gestanden hatte.

Der junge Mann war Anfang Mai zu einer sechsmonatigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er sei nun zusammen mit 23 weiteren abgelehnten Asylbewerbern mit einer Chartermaschine nach Kabul geflogen worden, teilte das bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen (LfAR) am Mittwoch mit.

Der Mann und drei Mitangeklagte hatten vor Gericht gestanden, Ende 2018 betrunken durch die Amberger Innenstadt gezogen zu sein und dabei grundlos auf Passanten eingeprügelt zu haben.

Zwei ebenfalls zu Jugendbewährungsstrafen verurteilte junge Afghanen können vorerst in Deutschland bleiben: Im Fall eines noch minderjährigen Afghanen lasse ein Abschiebeverbot des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge eine Abschiebung nicht zu. Ein volljähriger Afghane wiederum besitzt eine Duldung, da er mittlerweile Vater eines Kindes in Deutschland ist. Ein 18-jähriger Iraner soll erst nach Verbüßung seiner Haftstrafe abgeschoben werden.

Unter den Asylbewerbern aus Bayern sind fünf Straftäter, die unter anderem wegen Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Diebstahls verurteilt worden waren. Im Fall des 18 Jahre alten Afghanen aus Amberg steht dagegen noch das Berufungsverfahren aus. Seine Abschiebung sei im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft geschehen, sagte eine LfAR-Sprecherin. Neben Bayern beteiligten sich an der Sammelabschiebung auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Mit dem Abschiebeflug am Dienstagabend wurden zwei jeweils 20-jährige Männer aus Hessen nach Kabul abgeschoben. Beide sind nach Angaben des Innenministeriums in Wiesbaden verurteilte Straftäter. Zu den Delikten gehörten versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung, versuchte schwere Brandstiftung sowie Diebstahl, teilte ein Sprecher des hessischen Ministeriums auf Anfrage der FR mit.

Bei den bisherigen 23 Sammelabschiebungen hatten Bund und Länder 565 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Nach einer Sammelabschiebung im Juli 2018 beging einer der 69 Männer kurz nach seiner Ankunft in Kabul Suizid und befeuerte damit die Debatte über die umstrittenen Abschiebungen. Kritiker weisen darauf hin, dass die Sicherheitslage in Afghanistan weiter angespannt ist. Insgesamt starben einem UN-Bericht zufolge von Januar bis Ende März 581 Zivilisten in dem Konflikt.

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