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Abschiebehaft

Laut Polizei kein Hungerstreik in Abschiebehaft

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Angeblich sollen in der Darmstädter Abschiebehaftanstalt zwei Männer die Nahrungsaufnahme verweigern. Die Polizei weiß nichts davon.

Erneut soll es in der hessischen Abschiebehaftanstalt in Darmstadt zum Hungerstreik gekommen sein. Bereits seit mehr als 20 Tagen sollen zwei Insassen aus Algerien und Ägypten die Nahrungsaufnahme verweigern, um damit gegen Freiheitsentzug und Abschiebung zu protestieren. Das teilte das Bündnis „Community for All“ mit.

Das Polizeipräsidium Südhessen hält diese Darstellung für überzogen. Zwar würden beide das gereichte Mittagessen verweigern, sie würden aber Kohlenhydrate in Form von Getränken und Zucker aufnehmen, sagte Sprecherin Andrea Löb. Zudem wüsste man nicht, was sie sonst an Nahrung zu sich nähmen, da sie zu fünft einen Kühlschrank nutzten. Sie seien unter ärztlicher Beobachtung und ihr Gesundheitszustand gut. Auch den Vorwürfen des Bündnisses, der Algerier, der an diesem Freitag abgeschoben werden soll, leide unter paranoider Psychose und müsse von einem Psychiater untersucht werden, erteilte die Polizeisprecherin eine Absage. Seine Reisetauglichkeit werde wie üblich noch einmal geprüft. Bisher habe es „keine Feststellung gegeben, dass ein Facharzt hinzugezogen werden muss“, so Löb. Bündnissprecherin Dorothea Köhler sagte der FR, man werde auf jeden Fall die Abschiebebeobachtung am Flughafen informieren.

Der Ägypter soll ein Kind in Deutschland haben und deshalb Haftbeschwerde eingelegt haben, die aber abgelehnt wurde. „Beide Fälle zeigen das unmenschliche System der Abschiebehaft“, so Köhler. 

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