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Abruptes Ende für die „Sprach-Kitas“

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Kurstadt verabschiedet sich vom Projekt zur Sprachförderung

bad homburg - Das „Kamishibai“ steht bei der Abschiedsfeier auf einem Tisch. Dabei handelt es sich um ein japanisches Papiertheater, das beim Vorlesen eingesetzt werden kann, um die Sinne der Kinder anzuregen und denjenigen Nachwuchs zu unterstützen, welcher noch nicht so gut Deutsch sprechen kann. Dieses Papiertheater ist ein wichtiger Bestandteil der „Sprach-Kita“, einem Programm des Bundesfamilienministeriums, das Migrantenkindern und ihren Familien die sprachliche Integration erleichtern soll, auch in der Kurstadt. Fest steht mittlerweile, dass die Unterstützung des Bundes in einem halben Jahr wegfällt und dann das Land Hessen für die Zahlungen bis 2024 verantwortlich ist. Wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) mitteilte, werde das Land ab Sommer 2023 die Finanzierung von 580 Stellen übernehmen. Diese Entscheidung kam für die Kurstadt allerdings zu spät, denn diese verabschiedete sich in der Zwischenzeit bereits vom Projekt zur Sprachförderung, das seit 2017 in den hiesigen Kitas lief.

Man habe sehr auf eine Verlängerung des Projektes gehofft, erklärt die Leiterin der pädagogischen Fachberatung, Jutta Deußer. Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) zeigte sich auch überrumpelt vom Ende und monierte die lange Unklarheit darüber, wie es nun weitergehen wird. „Wenn das Land Hessen uns gute Konditionen anbietet, dann wird Bad Homburg einen Neustart machen“, sagte Lewalter-Schoor, denn als die Finanzierung dann kürzlich geklärt war, habe es sich - laut Lewalter-Schoor - einfach nicht mehr gelohnt, abermals alles umzuwerfen. Es dürfe schließlich nicht vergessen werden, dass auch die Kurstadt sparen müsse. „Die fünf Jahre haben uns wirklich weitergebracht, und ich bin sicher, dass wir die Themen weiterhin in den Kitas aufgreifen werden“, zeigte sich Deußer optimistisch. Dort, wo das Projekt in Hessen noch läuft, werden bis 2024 jeweils die halben Stellen für Sprach-Fachkräfte finanziert. Dabei handelt es sich entweder um weitergebildete Quereinsteiger, etwa Logopäden, oder um entsprechend fortgebildete Erzieher. Letztere sollen danach wieder in Vollzeit als Erzieher in ihren Kitas eingesetzt werden. Problematischer ist das Ende des Projektes in der Kurstadt indes für die Quereinsteiger. Denn die können nicht einfach als Erzieher weiter eingesetzt werden und müssen sich nach neuen Jobs umschauen. nhf

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