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Lufthansa zweifelt am Nutzen des Steilstartverfahrens, will für Testzwecke aber dennoch eine Maschine zur Verfügung stellen. Aber bitte nicht am hoch

Von WOLFGANG SCHUBERT

Lufthansa zweifelt am Nutzen des Steilstartverfahrens, will für Testzwecke aber dennoch eine Maschine zur Verfügung stellen. Aber bitte nicht am hoch belasteten Flughafen Frankfurt, sondern in der Provinz. Bremen oder Leipzig wären genehm. Das ist keine schlüssige Argumentation.

Die Schulung der Cockpit-Crews für einen Test auf Rhein-Main nennt die Kranich-Linie Aktionismus. Nur: In Paris, Nizza oder Amsterdam wenden LH-Piloten diese Methode täglich an. Dort ist das Steilstartverfahren nämlich zwingend vorgeschrieben.

Bleibt der ökonomische Aspekt: Pro Start würde ein Jumbo nach Singapur geschätzte 100 Kilogramm Kerosin zusätzlich verbrennen. Das ist gemessen an den 140 000 Kilo für die ganze Strecke ein Mehrverbrauch von 0,07 Prozent oder rund 30 Euro.

Das Kranich-Management rechnet jedoch anders. Pro Jahr starten in Frankfurt 120 000 mal LH-Jets. Bei einem Mehrverbrauch von 30 Kilo pro Start summiert sich dies im Jahr auf 3,6 Millionen Kilo Kerosin, die gut eine Million Euro kosten. Das hört sich schon anders an.

Aber: Mehr Umweltschutz ist nun einmal nicht umsonst zu bekommen. Um den Lärm in der Region zu senken, sollte einem verantwortungsvollen Management eine Million Euro nicht zu viel sein. Zumal es ohnehin der Passagier bezahlen würde. Mit ein paar Cent pro Flug.

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