Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

_MG_0444_031220
+
In Offenbach müssen viele mehr zu Hause lernen.

Stadt und Kreis Offenbach

Ab Montag Wechselunterricht

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
    schließen

Ab den achten Klassen führen die Stadt und der Kreis Offenbach teilweise digitalen Unterricht ein. Lehrer beklagen ein fehlendes langfristiges Konzept und sprechen von mehr Stress.

Für die betroffenen Schulen ist es ein Tropfen auf den heißen Stein, verbunden mit organisatorischem Mehraufwand. Am Mittwoch haben sich der Krisenstab des Kreises Offenbach, der Stadt Offenbach und das Staatliche Schulamt darauf verständigt, den Wechselunterricht ab Klasse acht ab kommenden Montag bis zum Ende des ersten Halbjahres einzuführen. Ausgenommen sind die Abschlussklassen in allen Schulformen.

„Das betrifft bei uns nur acht Klassen“, berichtet ein Lehrer der Edith-Stein-Schule aus Offenbach, der für die Personalversammlung spricht. Eine Lehrerin der Personalversammlung der Ludwig-Dern-Schule betont, dass in einer Integrierten Gesamtschule die Zahl der Schülerinnen und Schüler immer noch sehr hoch sei, selbst wenn ein paar wenige Klassen nun digital unterrichtet werden sollen. „Es wäre einfacher, wenn man ein langfristiges Konzept hätte“, berichtet die Lehrerin über den Unmut des Kollegiums. „Viele Schulleiter haben sich überlegt, wie sie Wechselunterricht für alle Jahrgänge machen können und nicht für einzelne.“ Es sei eigentlich genug Zeit gewesen, das jetzige Modell bringe nur mehr Stress.

Der Kreis Offenbach und die Stadt Offenbach folgen nun verspätet den Bund-Länder-Beschlüssen, die den Wechselunterricht ab einem Inzidenzwert von 200 empfehlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Kreises Offenbach lag laut dem Robert-Koch-Institut im November fast durchgängig über diesem Wert. In der Stadt Offenbach war er tagelang weit über 300. „Mit der Einführung des Wechselmodells für die älteren Schülerinnen und Schüler erhalten wir den hälftigen Präsenzunterricht als wichtigstes Mittel der Lernstoffvermittlung“, teilte die Leiterin des Staatlichen Schulamtes für Stadt und Kreis Offenbach, Susanne Meißner, mit. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Jugendlichen besser mit dem Distanzunterricht umgehen könnten als die jüngeren Schülerinnen und Schüler.

Brandbrief der Edith-Stein-Schule

„Wir wissen, dass dies nicht bei allen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern auf Verständnis stößt“, sagt Landrat Oliver Quilling (CDU). „Er erreichen uns viele Rückmeldungen aus dem schulischen Bereich mit einer Vielzahl an Argumenten Pro und Contra. In unserer Verantwortung liegt es, bei allen Entscheidungen, die den Alltag an den Schulen einschränken, sorgsam zwischen dem Recht auf Bildung und dem Gesundheitsschutz abzuwägen.“

Letzterer fehlt der Personalversammlung der Edith-Stein-Schule. Am Montag hatte sie in einem Brandbrief unter anderem berichtet, dass die Abstände nicht eingehalten werden können, weil bis zu 30 Personen in 50 Quadratmeter großen Containern sitzen müssen. „Auf unsere Forderungen und unsere spezifischen Probleme wird überhaupt nicht eingegangen“, beklagt der Lehrer. Zudem sei in der Nähe eine Baustelle, was auch das Stoßlüften aufgrund des Lärms nicht einfach mache. „Es sind auch viele Schüler in Quarantäne, die gar nicht getestet werden sollen“, sagt der Lehrer.

Das sei keine spezielle Offenbacher Situation, betonte Offenbachs Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). „Bei den enormen Kapazitäten, die man für das Testen braucht, gehen die sogenannten Kontaktpersonen I in Quarantäne. In einer solchen Lage muss man sich auf die wirklich notwendigen Fälle konzentrieren“, erklärt der Stadtrat. Er wisse natürlich um die schwierige Situation der Schule und habe Verständnis für den Frust. Allerdings gebe es auch andere Schulen, wo die Klassenräume ähnlich klein seien wie in den Containern der Edith-Stein-Schule.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare