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92,4 Prozent aller Autos in Darmstadt sind noch Verbrenner

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Von: Annette Schlegl

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64 Prozent aller Darmstädter Autofahrer tanken Benzin, gut 28 Prozent Diesel. 1,7 Prozent aller Autos sind reine E-Fahrzeuge, 4,9 Prozent sind hybride Autos.
64 Prozent aller Darmstädter Autofahrer tanken Benzin, gut 28 Prozent Diesel. 1,7 Prozent aller Autos sind reine E-Fahrzeuge, 4,9 Prozent sind hybride Autos. © Imago

Eine Statistik des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung zeigt die Mobilitäts-Entwicklungen in Darmstadt auf. Die Fahrzeugdichte ist seit 2005 um zwölf Prozent gesunken.

Die Mobilitätswende gewinnt in Darmstadt zwar an Dynamik, ist aber noch lange nicht erreicht. Das ist die Quintessenz, die sich aus der neuen Ausgabe der Reihe „Statistik aktuell“ herauslesen lässt. Das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung gibt diese statistischen Kurzberichte als neues Format im regelmäßigen Turnus heraus.

Zum 1. Januar 2022 gab es demnach 1259 reine Elektrofahrzeuge in Darmstadt. Das sind 551 mehr als zu Beginn des Vorjahres. Oder anders ausgedrückt: 77,8 Prozent mehr. Trotzdem sind das im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nach wie vor viel zu wenige: 92,4 Prozent aller Darmstädter Autos sind immer noch Verbrenner – auch wenn ihr Anteil um fast drei Prozentpunkte gesunken ist.

Immer mehr Lastwagen werden in Darmstadt zugelassen

64 Prozent aller Darmstädter Autofahrer tanken Benzin, gut 28 Prozent Diesel. 1,7 Prozent aller Autos sind reine E-Fahrzeuge, 4,9 Prozent sind hybride Autos. Deren Anteil ist übrigens innerhalb eines Jahres um 61 Prozentpunkte gestiegen.

Zu Jahresbeginn waren nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts in Darmstadt 84 271 Kraftfahrzeuge und damit 241 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr registriert. Am stärksten hat der Fahrzeugbestand bei den Lastwagen zugenommen. 4355 Brummis weist die Statistik zum 1. Januar aus – ein Plus von 4,6 Prozentpunkten. Im Jahr 2018 zählte man sogar 14,6 Prozent weniger Lkw in der Stadt.

Weniger Autos im Stadtteil Darmstadt-Arheilgen

Auch die Zahl der privaten Autos ist gestiegen, und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 60 904. Um 1,2 Punkte gesunken ist dagegen die Bestandszahl der gewerblichen Pkw.

Im Vergleich mit anderen kreisfreien Städten steht Darmstadt dennoch gut da. Seit 2018 ist der Autobestand hier annähernd gleichgeblieben – die Statistik weist für diesen Zeitraum eine Zunahme von 1,5 Prozentpunkten auf –, während Frankfurt und Mainz ein Wachstum von rund drei Prozentpunkten verzeichnen. In Offenbach gibt es sogar über fünf Prozent mehr Autos als 2018.

Fahrzeugdichte in Darmstadt nimmt seit Jahren kontinuierlich ab

Außerdem ist die Pkw-Dichte in Darmstadt zum 1. Januar dieses Jahres von 453 Autos pro 1000 Einwohner auf 451 gesunken. „Die Fahrzeugdichte nimmt seit 2005 kontinuierlich ab, bis heute um rund zwölf Prozent“, stellt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) fest und sieht das als Zeichen für einen Werte- und Verhaltenswandel. Mobilitätsdezernent Michael Kolmer (Grüne) führt diese Entwicklung darauf zurück, dass „ein Teil der jüngeren Generation, insbesondere Studentinnen und Studenten, den Pkw nicht mehr als Statussymbol versteht, darauf verzichtet, einen Führerschein zu machen und umweltbewusste Mobilitätsformen auswählt“.

Statistik aktuell

„Statistik aktuell“ ist ein neues Format statistischer Kurzberichte, das Entwicklungen und Trends mithilfe von kurzen Texten und Grafiken prägnant darstellt.

Die aktuelle Ausgabe zum Thema Mobilität ist in gedruckter Form im Stadtfoyer sowie auf den Webseiten der Abteilung Statistik und Stadtforschung der Stadt Darmstadt erhältlich. ann

Darmstadt stärke darüber hinaus den ÖPNV, baue Radwege aus, stärke Nahversorgungsangebote, die zu Fuß und mit dem Rad schnell erreichbar sind, und initiiere Quartiersentwicklungen wie das Ludwigshöhviertel mit autoarmen Mobilitätskonzepten. Dennoch wurden in zwei durch Neubauten geprägten Quartieren laut Statistik die meisten privat genutzten Autos zugelassen: Im Verlegerviertel gibt es jetzt 530 Autos, in der Lincoln-Siedlung 440. Das ist jeweils eine Zunahme von mehr als 40 gegenüber dem Vorjahr.

In Arheilgen-Süd wurden dagegen mit 620 Autos mehr als 40 weniger gezählt. Damit ist dieser Stadtteil laut „Statistik aktuell“ Spitzenreiter. Generell geht die Entwicklung in Arheilgen, in Eberstadt und in den nördlichen und südlichen Stadtquartieren da hin, dass immer mehr Menschen auf den Erwerb eines Autos verzichten.

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