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830000 Menschen in Hessen werden für die Volkszählung befragt

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Von: Annette Schlegl

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Die Interviewer:innen zur Haushaltsbefragung kündigen sich den Auskunftspflichtigen per Einwurf in den Postkasten an.
Die Interviewer:innen zur Haushaltsbefragung kündigen sich den Auskunftspflichtigen per Einwurf in den Postkasten an. © Annette Schlegl

Fragen und Antworten rund um die Zensus-Haushaltsstichproben, die Interviewer und Interviewerinnen vor Ort durchführen.

Warum haben sich in einigen Haushalten Interviewer oder Interviewerinnen für den Zensus 2022 angekündigt?

Interviewer:innen – oder ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte, wie es im Amtsdeutsch heißt – führen stichprobenartig (bei 10 bis 15 Prozent der Haushalte) die Haushaltebefragungen und Personenerhebungen durch, die parallel zur onlinegestützten Wohnungs- und Gebäudezählung laufen. Sie haben zwölf Wochen Zeit, um vor Ort zu überprüfen, ob Personen, die im Melderegister verzeichnet sind, an der angegebenen Anschrift wohnen beziehungsweise wie viele Personen dort wohnen.

Wie viele Interviewer und Interviewerinnen gibt es?

Das hängt von der Einwohnerzahl ab. Im Kreis Offenbach befragen beispielsweise rund 250 Erhebungsbeauftragte rund 50 700 Personen. In Hessen gibt es insgesamt 33 kommunale Erhebungsstellen und rund 5000 Interviewer:innen, die 830000 Menschen befragen.

Wie wurden die Interviewer:innen akquiriert?

Auf der Homepage von Kreisen und Kommunen wurde Werbung geschaltet, in den Rathäusern wurden Flyer verteilt, Vereine wurden mit der Bitte um Unterstützung angeschrieben, Ehemalige rekrutiert, die schon beim Zensus 2011 mitgewirkt hatten.

Wie erfolgte die Auswahl?

Es gab ein Kennenlerngespräch in der zuständigen Erhebungsstelle, bei dem überprüft wurde, ob die Bewerber:innen seriös und vertrauenswürdig sind.

Wie wurden die Erhebungsbeauftragten geschult?

Sie nahmen an drei- bis vierstündigen Schulungen teil, in denen ihnen die Vorgehensweise erklärt wurde.

Wie ist der Datenschutz sichergestellt?

Die Interviewer:innen mussten beim Kennenlerngespräch eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Die Geheimhaltungspflicht besteht auch nach dem Ende ihrer Tätigkeit.

Welche Fragen stellen die Interviewer:innen?

Bei ihrem Besuch erfragen sie in einem Haushaltsfragebogen die Personalien der im Haushalt lebenden Personen, die Staatsangehörigkeit, den Familienstand und die Zahl der bewohnten Wohnungen oder Häuser.

Wie lange dauert ein Interview?

Ein Interview für den Haushaltsfragebogen dauert fünf bis zehn Minuten. Für diejenigen, die in Orten unter 10000 Einwohnern wohnen, ist der Zensus mit dieser Befragung beendet. Allen anderen Auskunftspflichtigen werden im Anschluss Zugangsdaten fürs Internet ausgehändigt. Dort müssen sie selbst noch einen detaillierteren Personenfragebogen beantworten, in dem etwa auch der Bildungsstand, die Berufstätigkeit, der Arbeitsort oder die Branche des Betriebs zu nennen sind. Auskunftspflichtige, die kein Internet haben, machen ihre Angaben zusammen mit den Interviewer:innen in Papierform.

Wie kommunizieren die Interviewer:innen mit ausländischen Mitbürger:innen?

Für die Haushaltsbefragung gibt es vorgefasste Übersetzungshilfen in 14 Sprachen, die sie überreichen. Beim detaillierteren Personenfragebogen kann der Auskunftspflichtige im Internet selbst die jeweilige Sprache auswählen.

Werden die ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragten entlohnt?

Für ihre Mühen erhalten sie eine Aufwandsentschädigung. Die meisten müssen 150 Personen befragen, es gibt aber auch Kommunen, die 100 oder 200 zu Befragende festgesetzt haben. Für die Befragung von 150 Personen gibt es beispielsweise 1300 Euro. Aktuell suchen viele Kommunen und Kreise dringend noch Interviewer und Interviewerinnen.

Zusammengestellt von Annette Schlegl

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