Mit der A 380-Wartungshalle soll es bald ernst werden

Nach Fraports Antrag zur Planfeststellung empfiehlt die BI, zusammenzurücken / Brehl hält Fragen weiter für aktuell

Von Walter Keber

MÖRFELDEN-WALLDORF. "Mit der Einreichung des Planfeststellungsantrags wird es ernst für die Einwohner von Mörfelden-Walldorf," sagte gestern Gerhard Steckenreiter für die Bürgerinitiative (BI) gegen Flughafenerweiterung. Nachdem jetzt ohne Zweifel feststehe, dass die Halle in den Bannwald gebaut werden solle, müssten Stadt und Parteien, Naturschutzverbände und BI solidarisch zusammenarbeiten. Gemeinsam mit den Bürgern und Vereinen der Stadt solle so die Zerstörung der Heimat verhindert werden.

Durch eine Wartungshalle und die Verlegung der Okrifteler Straße würde der Airport deutlich näher an Walldorf heranrücken. Außerdem drohe die Zerstörung großer Waldflächen - ja sogar Bannwald - , der unersetzlich für Lebensqualität und Gesundheit sei. Noch nicht einmal zehn Jahre liege es zurück, dass jene Fläche vom hessischen Landtag als Bannwald unter besonderen Schutz gestellt wurden, weil "für das Allgemeinwohl... weiterer Waldverlust nicht mehr hingenommen werden" konnte. Mehr als die Hälfte der Abgeordneten, die das beschlossen hatten, sitze weiter im Wiesbadener Parlament, das die Aufhebung des Bannwaldschutzes erleichtert habe. Steckenreiter: "So viel zum Thema Glaubwürdigkeit."

Der Fragenkatalog zum Hallenbau, den der Magistrat Mörfelden-Walldorfs am Mittwoch der Fraport vorgelegt hat, sei trotz deren Antrag beim Darmstädter Regierungspräsidium keineswegs vom Tisch oder gar überholt. Dies sagte am Donnerstag Bürgermeister Brehl der FR. Die zwölf Fragen seien weiter aktuell und müssten beantwortet werden. Er habe sich deswegen an Fraport gewandt. Dabei sei ausgemacht worden, dass es schon in den nächsten Tagen ein Gespräch mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Manfred Schölch geben wird.

Grundsätzlich gelte weiter das vom Parlament verabschiedete Eckpunktepapier, wonach die endgültige Entscheidung der Kommunalpolitiker von den Antworten der Fraport abhängig sei. Die Stadt wisse auch, dass aus Sicht der Flughafenbetreiber die Wartungshalle ein "strategisches und beschäftigungsrelevantes Thema" ist. Mit ihrem Fragenkatalog signalisiere die Stadt ihr Interesse an einer sachgerechten Erörterung dieses Aspektes.

Nun bleibe abzuwarten, wie das Regierungspräsidium vorgehe und welche Themen es im Planfeststellungsverfahren aufwerfe, sagte Brehl weiter. Offen sei derzeit, ob jenem Verfahren ein Scooping-Termin zur gezielten Erörterung der mit dem Hallenbau anstehenden Fragen vorgeschaltet werde. Dann jeweils könne Mörfelden-Walldorf seine Position vortragen: Das gelte vor allem für den Standort am Tor 31. Auch wegen der Lärmbelastung bestehe noch Klärungsbedarf. Bürgermeister Brehl erwartet, dass das Verfahren für die Halle im ersten Halbjahr 2003 durchgezogen wird und bald das Planfeststellungsverfahren für den großen Flughafenausbau folgt.

Dossier: Wächst der Flughafen weiter?

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