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340 000 Impfungen in zwei Jahren

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Impfen im Akkord: Ende Dezember 2020 nahm das Impfzentrum in der ehemaligen HP-Zentrale in Ober-Eschbach seine Arbeit auf. Priedemuth
Impfen im Akkord: Ende Dezember 2020 nahm das Impfzentrum in der ehemaligen HP-Zentrale in Ober-Eschbach seine Arbeit auf. Priedemuth © jp

In Bad Homburg und Usingen schließen Impfzentren / Angebot in Königstein bleibt

HochtauNus - Die ehemalige HP-Zentrale ist längst wieder am Markt: Bis zu 9000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, wenn man alleiniger Nutzer sein möchte. Der bisherige Mieter, der Hochtaunuskreis, bricht dieser Tage seine Zelte in Ober-Eschbach ab und mottet die Schilder, die auf das Impfzentrum hinweisen, ein. Rein statistisch gesehen hat jeder Bewohner des Kreises die Leistungen des Impfzentrums 1,4 Mal in Anspruch genommen.

Jetzt ist Schluss, die letzten Termine sind verstrichen, die letzten Nadeln gesetzt. Auch in Usingen, wo in der Klinik geimpft wurde, läuft das Angebot aus. Einzig für den Standort Königstein (St. Josef) bieten die Hochtaunus-Kliniken auch im neuen Jahr Impftermine an (https://www.hochtaunus-kliniken.de/impfzentrum-hochtaunus). Ein zwischenzeitlich angekündigtes Angebot in der Klinik Bad Homburg findet sich nicht mehr auf der Homepage.

Beim Kreis zeigt man sich in einer ersten Bilanz zufrieden - und dankbar. So betont Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Thorsten Schorr (CDU): „Im Impfzentrum wurde eine hervorragende Arbeit geleistet. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Hochtaunuskreis hat rund 237 000 Einwohner. Im Impfzentrum wurden in zwei Jahren knapp 340 000 Impfungen durchgeführt. Damit hat das Impfzentrum einen großen Anteil der Bevölkerung versorgt. Das war eine große logistische Herausforderung.“ Das Impfzentrum habe somit einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, die Pandemie einzudämmen. Schorr: „Daher möchte ich mich bei allen Beteiligten, vom medizinischen Personal über den Security-Beschäftigten bis hin zu den Mitarbeitern des Katastrophenschutzes bedanken, die das ermöglicht haben.“ Über die gesamte Laufzeit waren rund 400 Mitarbeiter im Einsatz.

Die meisten Impfungen gab es im Dezember 2021 mit 55 680 Impfungen, die sich in 6891 Erst-, 2290 Zweit-, 46 459 Dritt- und 4 Viertimpfungen aufteilten. Zweit-intensivster Monat war der Mai 2021 mit insgesamt 38 248 Impfungen. Die wenigsten Impfungen (811) gab es direkt zum Start im Dezember 2020. Da dort allerdings erst nach Weihnachten der Betrieb aufgenommen worden war, ist die Tagesquote trotzdem beachtlich.

KOSTEN DES IMPFZENTRUMS

Bei der Kostenfrage hält sich das Landratsamt bedeckt und will zunächst keine Angaben machen. Denn noch fehlt die Endabrechnung. Zudem wurde die Impf-Infrastruktur auf Grundlage eines Einsatzbefehls des Landes, also quasi auf Bestellung, aufgebaut. Und bei der Bewältigung von Großschadenslagen gilt das Motto: Wer (Einsatzkräfte und Material) bestellt, bezahlt die auch.

Eine Aufstellung vom März 2021 hilft bei der Einordnung. Damals hatte die Kreisverwaltung der Politik die bereits getätigten Bestellungen und Ausgaben im Rahmen der Pandemie aufgelistet. Auch mehrere Positionen zum Impfzentrum in Ober-Eschbach finden sich dort, wobei explizit auf die Kostenerstattung durch das Land hingewiesen wird. Demzufolge war das Gebäude am 2. Dezember 2020 für 57 000 Euro pro Monat angemietet worden - plus Nebenkosten-Pauschale von 33 000 Euro pro Monat. Hinzu kamen die Kosten fürs Personal. Für den „ ,Regelbetrieb‘ Impfzentrum Bad Homburg (zunächst vom 9. Februar 2021 bis 9. Mai .2021)“ wurden beispielsweise monatlich rund 155 000 Euro veranschlagt.

Diese Zahlen können einen Eindruck vermitteln, um welche Summen es geht. Sie eignen sich jedoch nicht für eine Hochrechnung, da sich die Kapazität des Impfzentrums den Gegebenheiten angepasst hatte und der Standort in Ober-Eschbach im Sommer 2021 für längere Zeit geschlossen war. hko

Impfstation am Kurhaus auch im neuen Jahr

Im August 2022 gab es mit 911 Impfungen die wenigsten innerhalb eines ganzen Monats. Nur noch 71 Erst-, 56 Zweit- und 155 Drittimpfungen wurden verabreicht, dafür 670 Viert- und sogar 17 Fünftimpfungen. Zum Vergleich: Am Tag mit den meisten Impfungen wurden am 11. Dezember 2021 exakt 2615 Impfungen registriert. Selbst im November dieses Jahres gab es noch 3107 Impfungen, darunter alleine 29 Erstimpfungen. Bis zuletzt kamen täglich zwischen 25 und 180 Personen.

Wer sich künftig gegen Corona impfen lassen will, kann das über (Haus-) Ärzte tun. Das für Gesundheit zuständige Hessische Sozialministerium verlinkt auf seiner Homepage auf die von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen betriebene Seite https://arztsuche-hessen.de/, wo sich die Impfmöglichkeit als Suchkriterium anklicken lässt.

Zudem gibt’s am Bad Homburger Kurhaus weiterhin die „Impfstation Bad Homburg“ (https://impfen-hg.de), die von der kurstädtischen Hausarztpraxis Dr. Christian Müller betrieben wird. Aktuell hat die Station am Kurhaus montags bis freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. „Sollte der Bedarf steigen, dehnen wir die Öffnungszeiten gegebenenfalls aus“, so Müller.

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