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„Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass die teilweise sehr harte Abschiebepraxis in Hessen dringend einer Kurskorrektur bedarf.“

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24-Jährige darf nicht aus Hessen abgeschoben werden

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Die Polizei hatte die psychisch kranke Frau festgenommen, als sie kurz die Klinik verlassen hatte. Eine Abschiebung könnte ihr Leben gefährden, entschied das BAMF.

Die Klinik hatte ihre Abschiebung in letzter Minute verhindert. Jetzt steht fest, dass die junge Frau bleiben darf, die Ende September trotz stationären Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik nach Tadschikistan ausgeflogen werden sollte. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat für sie ein Abschiebeverbot festgestellt, teilte der Paritätische Wohlfahrtsverbands Hessen am Dienstag mit. Die schlechte medizinische Versorgung in ihrer Heimat gefährde ihr Leben. „Wir sind sehr erleichtert, dass mit dieser Entscheidung nun der Erkrankung der jungen Frau Rechnung getragen wird“, sagte Landesgeschäftsführerin Yasmin Alinaghi.

Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrates, wies darauf hin, dass es sich um ein grundsätzliches Problem handele: „Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass die teilweise sehr harte Abschiebepraxis in Hessen dringend einer Kurskorrektur bedarf.“

Beide Organisationen fordern die schwarz-grüne Landesregierung erneut auf, den Koalitionsvertrag umzusetzen. Demnach sollen Abschiebungen aus Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie Klinken möglich vermieden werden.

Die 24-Jährige war wegen einer schweren Depression seit August stationär in einer Klinik in Bad Soden im Main-Taunus-Kreis in Behandlung. Festgenommen wurde sie in ihrer Unterkunft in Sulzbach, wo sie ihre Wäsche waschen wollte. Kurz nach ihrer Ankunft war die Polizei aufgetaucht, um sie zum Flughafen zu bringen.

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