Neu-Isenburg

144 Gewobau-Wohnungen bleiben in Neu-Isenburg in der Sozialbindung

  • Annette Schlegl
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Die Stadt Neu-Isenburg und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau verlängern die Mietpreis- und Belegungsbindung von Sozialwohnungen um zehn Jahre.

Mieter von Sozialwohnungen wohnen auch in den kommenden Jahren günstig in Neu-Isenburg – selbst wenn die Sozialbindung dieser Bestandswohnungen eigentlich ausläuft. Denn die Belegungsrechte für 144 öffentlich geförderte Wohnungen aus dem Bestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau werden verlängert.

Die Gewobau hat beim Ministerium beantragt, die Belegungsrechte für Bestandswohnungen, die in den Jahren 2020 bis 2022 aus der Sozialbindung fallen würden, um zehn Jahre zu verlängern. So will sie Mietern helfen, die sich auf dem freien Markt keine Wohnung leisten können.

In den 144 Wohnungen können die Mieter somit bis spätestens 2032 für eine Kaltmiete wohnen, die mindestens zwei Euro unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. „Frei finanziert würden wir diese Wohnungen für rund zehn Euro kalt pro Quadratmeter anbieten“, sagt Gewobau-Geschäftsführer Stephan Burbach. 130 dieser Mieter zahlen pro Monat sogar nur sieben bis 7,34 Euro pro Quadratmeter – also 35 Prozent weniger als die ortsübliche Vergleichsmiete.

Der günstige Mietpreis für die Sozialwohnungen kommt durch Landesförderung zustande, aber auch durch Subventionierung der Gewobau. Zwei Euro pro Quadratmeter schießt das Land zu, 50 Cent davon kommen aus dem Landesprogramm „Großer Frankfurter Bogen“. Die Stadt trat diesem Förderprogramm im März 2020 bei; das Land übernimmt damit die Beteiligung, die die Stadt normalerweise für die 144 Wohnungen leisten müsste. In Summe macht das für die Stadt 588 000 Euro aus.

Mieterhöhungen sind bis 2032 laut Burbach zwar möglich, „aber nur in Höhe des Lebenshaltungskostenindex“. Für weitere 90 Wohnungen, deren Mietpreis- und Belegungsbindungen bis 2028 auslaufen, ist ebenfalls eine Verlängerung geplant.

Neu-Isenburg hat im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Sozialwohnungen im Kreis Offenbach. Die Gewobau hat deshalb nach dem Willen der Regierungskoalition aus CDU, Grünen und FWG seit 2016 keine Sozialwohnungen mehr gebaut. Im Neubaugebiet Birkengewann hat die städtische Gesellschaft im Vorjahr 72 Mietwohnungen geschaffen, bis zum Mai 2021 kommen 89 weitere dazu. Keine einzige davon ist eine Sozialwohnung. Derzeit hat die Gewobau knapp 2600 Wohnungen im Bestand; rund 1000 davon sind in der Mietpreis- und Belegungsbindung, knapp 1600 frei finanziert.

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