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Das Internet, wo Pornografie niemals endet. dpa
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Das Internet, wo Pornografie niemals endet.

Kriminalität

1255 Einsätze gegen Kinderpornos in Hessen

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Hessisches Innenministerium zieht nach einem Jahr Sondereinheit eine erste Bilanz. Kampf soll weiter intensiviert werden.

Ein Jahr nach der Gründung einer Sondereinheit zum Kampf gegen Kinderpornografie hat das hessische Innenministerium am Freitag eine zwiespältige Bilanz gezogen. In den vergangenen zwölf Monaten habe die Sondereinheit Fokus ( Fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch) landesweit 1255 Durchsuchungen vorgenommen und 776 Beschuldigte erkennungsdienstlich behandelt. Den Beschuldigten werden insbesondere sexueller Missbrauch von Kindern oder Erwerb und Besitz von Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen.

Hessen hatte die Einheit im vorigen Jahr ins Leben gerufen, um den immer häufiger eingehenden Hinweisen auf Kinderpornografie angemessen nachgehen zu können. In vielen Fällen erhalten die hessischen Ermittlungsbehörden Hinweise von Internetdienstleistern oder der US-amerikanischen Organisation „National Center for missing and exploited children“, die von Internetprovidern über Missbräuche im Zusammenhang mit Kinderpornografie informiert wird. Alleine im vergangenen Jahr wurden hessenweit im Durchschnitt an jedem Tag mehr als drei Beschlussvollstreckungen ausgeführt, um einschlägiger Sexualstraftäter habhaft zu werden.

In der Sondereinheit wurden anfangs 130 und mittlerweile mehr als 150 Ermittlerinnen und Ermittler in allen hessischen Polizeipräsidien zusammengezogen. Für die Koordination der Einheit ist das in Wiesbaden ansässige Landeskriminalamt zuständig.

Durch die Bündelung der Ermittlungsarbeit innerhalb der Einheit wurden laut Innenministerium bereits zahlreiche Erfolge erzielt. So konnte beispielsweise im Oktober 2020 ein Sexualstraftäter aus Hessen, dem sexueller Missbrauch an Kindern in 122 Fällen zur Last gelegt wird, in Frankreich festgenommen werden. Im Juli 2021 wurde ein sogenannter mutmaßlicher Cybergroomer festgenommen. Der 47-jährige Mann aus Hessen steht im Verdacht, via Instagram-Messenger Kontakt zu einer 13-Jährigen aufgenommen und sich sexuell an ihr vergangen sowie zu weiteren Kindern Kontakt gesucht zu haben. Erst in den vergangenen Wochen hatte die Einheit 35 Männer ermittelt, die verdächtig sind, Inhalte im Internet abgerufen zu haben, die zum größten Teil schwerste sexuelle Missbrauchshandlungen an Säuglingen und Kleinkindern zeigten.

LKA-Präsident Andreas Röhrig zog eine Bilanz mit gemischten Gefühlen: „Wir schauen auf ein Jahr erfolgreicher, aber auch schwieriger Arbeit der Einheit Fokus zurück.“ Denn für die Beamtinnen und Beamten sei die Fülle von kinderpornografischem Material, das sie sichten müssen, eine „schwierige und herausfordernde Belastung“.

Gleichwohl will die Landesregierung die Bemühungen im Kampf gegen Kinderpornografie weiter ausbauen. So sollen vier Millionen Euro in eine neue Forensikplattform investiert werden. Die Plattform werde derzeit vom LKA und dem Hessischen Präsidium für Technik entwickelt, um die Bekämpfung von Kinderpornografie weiter zu verbessern. Daten sollen dadurch deutlich schneller und zielgerichteter ausgewertet werden, um Täternetzwerke schneller enttarnen und Täter festzunehmen zu können. Durch die weltweite Verbreitung und Verfügbarkeit von kinderpornografischen Darstellungen im Internet stellt allein die Flut an Datenmaterial, das bei jeder Durchsuchungsmaßnahme sichergestellt und ausgewertet werden muss, große Herausforderungen. In den vergangenen zwölf Monaten hat Fokus 22 663 Datenträger wie Computer, Notebooks, externe Speichergeräte, Spielekonsolen, CDs, DVDs und mobile Endgeräte sichergestellt.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) will der weitverbreiteten Kinderpornografie weiter den Kampf ansagen. „Hessen hat den Verfolgungsdruck intensiviert und investiert gezielt in innovative technische Lösungen. Wir müssen alles daransetzen, sexuellen Missbrauch und weitere schreckliche Verbrechen gegen Kinder zu verhindern“, sagt er. Mit der Einheit Fokus gehe die hessische Polizei „noch zielgerichteter und unter Ausschöpfung aller taktischen und rechtlichen Mittel gegen Sexualstraftäter und den Besitz von Kinderpornografie vor“, betonte der Innenminister.

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