Neubau

123.000 Euro zum Spatenstich in Rodgau

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Die Bauarbeiten am Hospiz am Wasserturm für den Kreis Offenbach beginnen am heutigen Montag. 

Jubelstimmung am Jügesheimer Wasserturm: Rund 150 Menschen haben am Samstag den ersten Spatenstich für das Hospiz für den Kreis Offenbach gefeiert. Ab dem heutigen Montag beginnen die Bauarbeiten, die Hospiz Stiftung Rotary Club rechnet mit einer Bauzeit von knapp 15 Monaten.

„2011 war der Rotary Club auf der Suche nach einem Projekt, für das er sich einsetzen wollte“, erinnert Stiftungsvorsitzender Nikos Stergiou an die Anfänge des Projekts. Die waren nicht einfach: Kreisweit wurde nach einem geeigneten Standort gesucht, gerade durch die Fluglärmbelastung in vielen Gebieten keine leichte Aufgabe. Als der Blick auf das brach liegende Gelände am Wasserturm fiel, sei noch einiges an Überzeugungsarbeit nötig gewesen, sagt er. Denn in Nachbarschaft zu einem Wohngebiet und zu dem bei Festen beliebten Wasserturmgelände sahen einige Menschen ein Problem. „Aber das Sterben gehört zum Leben dazu“, sagt Stergiou, viele Mitstreiter hätten dafür gesorgt, dass das tabuisierte Thema in die Mitte der Gesellschaft zurück geholt worden sei.

Eine Herausforderung besonderer Art seien auch die Kosten, sagt Carsten Lehr vom Kuratorium der Hospiz-Stiftung: Rund 3,6 Millionen Euro kostet das Hospiz, für ein von Bürgern finanziertes Projekt eine gewaltige Summe. „Aber wo wir hinkamen, überall wurden wir mit Wohlwollen aufgenommen“, sagt Lehr. Zwei Millionen Euro, so das ehrgeizige Ziel der Rotarier, wollte die Stiftung selbst zusammentragen. Eine Million sagte die Frankfurter Werte-Stiftung zu.

Am Samstag konnten Rotary-Präsident Michael Römer und Lothar Mark vom Kuratorium verkünden, dass das Stiftungskapital durch Spenden bereits 1,5 Millionen Euro beträgt. „Wir wollten allein zum Spatenstich 100 000 Euro sammeln - geworden sind es 123 000 Euro!“, rief Römer unter dem Applaus der Besucher. Privatpersonen, Vereine, Unternehmen, Kirchengruppen und die Sparkasse hatten nur für diesen Spenden Tag gesammelt.

„Wir werden noch vier weitere öffentliche Veranstaltungen haben und zu jeder sollen wieder mindestens 100 000 Euro gesammelt werden“, sagt Mark. Im Juli soll Richtfest gefeiert werden, dann die Grundsteinlegung, es werde einen Tag der offenen Tür geben und schließlich die Eröffnung Mitte kommenden Jahres. „Jedes Mal wird es gelingen, das Spendenziel zu erreichen“, ist sich Mark sicher. Auch die Gäste, etwa Landtags-Vizepräsident Frank Lortz (CDU) sind sich sicher, dass es gelingt. „Lothar Mark schafft es, die Leute zu überzeugen, das Richtige zu tun: die Portemonnaies zu öffnen“ sagt Lortz augenzwinkernd.

Der Bedarf an einem Hospiz im Kreis sei groß, betont etwa Rodgaus Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP). Die Stadt sei momentan dabei, auch die Umgebung des Hospizes neu zu planen, um die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich zu erhöhen. Denn wie die Stiftung betone, gehöre ein Hospiz und die Begleitung Sterbenskranker in die Mitte der Gesellschaft.

Noch wird aber Geld benötigt. Klaus Bartl, Geschäftsführer der Mission Lebern, die das Hospiz betreiben wird, ruft daher weiter zu Spenden auf: „Hier wird ein gutes Zentrum gebaut. Bauen Sie mit – es macht Sie nicht ärmer, sondern reicher.“

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