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Baustoffe haben einen großen Einfluss auf die Wohngesundheit.

Wohnen

Wohngesundheit in den eigenen vier Wänden bedeutet mehr als viele denken

Wird von schädlichen Faktoren in den eigenen vier Wänden gesprochen, kommt ein Begriff nahezu immer vor: Schimmel. Schimmel in der Wohnung ist natürlich auf Dauer gesehen absolut schädlich und wirkt sich massiv auf das Wohlbefinden der Bewohner aus.

Mit dem Schimmel geht es auch um die Luftfeuchtigkeit, denn ist diese zu hoch, wird der Schimmel begünstigt, ist sie zu niedrig, werden die Atemwege gereizt. Also ist auch dies ein Faktor, der sich auf die Gesundheit auswirkt. Doch um die Wohngesundheit in den eigenen vier Wänden sicherzustellen, müssen noch weitaus mehr Faktoren berücksichtigt werden. Gerade Eigenheimbesitzer sollten hier die Augen offenhalten.

Die Wärmedämmung birgt Gefahren

Direkt betrifft dieser Punkt Eigenheimbesitzer, denn Mieter haben auf die Wärmedämmung kaum einen Einfluss. Wer jedoch als Mieter gesundheitliche Einschränkungen feststellt und bislang keinen Auslöser fand, die Probleme aber nach der Sanierung des Hauses begannen, der sollte ebenfalls in diese Richtung denken. Die Wärmedämmung kann nämlich verschiedene Auswirkungen haben:

  • Offenes Dämmmaterial – manchmal wird im Rahmen der Sanierung nicht alles direkt fertiggestellt. Gerade bei der Dachdämmung kann dies aber zu gesundheitlichen Problemen führen. Für die Dämmung wird nämlich gerne Mineralwolle oder aber Dämmplatten aus Glasfaser verwendet. Die Materialien an sich sind unschädlich, doch wird die Räumlichkeit während der Arbeiten nicht absolut abgedichtet, geraten die feinen Bestandteile des Materials überall hin. Wer einmal selbst in Mineralwolle oder Glasfaserplatten gegriffen hat, kennt das: Die Haut juckt und es fühlt sich an, als würden winzig kleine Dornen in der Haut stecken. Diese Partikel können über die Atemwege in die Lunge geraten und zu schweren Reizungen und Schäden führen.
  • Falsche Dämmung – sie kann sich vielseitig ausweisen. Eine fehlerhafte Dämmung kann schon die nicht korrekt verkleidete Dachdämmung sein, sodass immer wieder Partikel in die Atemwege geraten. Es kann sich aber auch um eine für dieses Haus falsche Dämmung handeln.
  • Schimmel hinter Dämmung – das kommt häufig vor, wenn die Dampfsperre nicht dicht ist oder wenn die Dämmung nicht fachgerecht verlegt und auf das Haus abgestimmt wurde. In diesem Fall kann sich durch Schwitzwasser oder – noch schlimmer – im Mauerwerk aufsteigende Feuchtigkeit Schimmel unter der Dämmung bilden. Das Problem: Wie beim Toastbrot wird der Schimmel zuletzt sichtbar, das Brot ist schon längst vergammelt. Bis der Schimmel in diesem Fall also auf der Wand sichtbar ist, hat er schon die gesamte Wand durchzogen. Der übliche Raumschimmel durch falsches Lüften hingegen entsteht nur auf der Wand, nicht in der Wand.

Natürlich ist es insgesamt wichtig, die Dämmmaterialien richtig auszuwählen und hier nicht einzig auf die Kosten zu schauen. Das Material muss zertifiziert sein, zugelassen und auf seine Unschädlichkeit geprüft worden sein. Gleichzeitig gilt: Auf die Brandsicherheit des Materials achten.

Elektrosmog – eine unterschätzte Gefahr

Das ist ein Punkt, den ein Großteil der Bevölkerung laut einer Studie nicht großartig interessiert, weil sie sich nicht vorstellen können, dass die Strahlung von Geräten Menschen massive Schmerzen oder gesundheitliche Probleme bereiten kann. Und doch gibt es sie, die Menschen, die von einem schwachen WLAN-Netz in die Knie gezwungen werden. Doch selbst diejenigen, die nicht direkt davon betroffen sind, tun gut daran, elektrische Strahlung in ihren Wänden vielleicht nicht baulich, dafür aber händisch zu minimieren:

  • Schlafzimmer – Smartphones, Tablets, vielleicht noch ein Sprachassistent im WLAN oder ein TV, das mit dem Internet kommuniziert – all dies sind Geräte, die Elektrosmog von sich geben und somit den Organismus beeinträchtigen können. Es ist ratsam, die Geräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen oder wenigstens in den Flugmodus zu schalten.
  • Abstand – werden WLAN-Repeater oder WLAN-Sticks genutzt, so sollten sie wenigstens mit Abstand vom eigenen Kopf benutzt werden. Der Repeater sollte somit nicht die Steckdose neben dem Liegeteil der Couch belegen, sondern eher eine Steckdose in der Ecke.

Ansonsten gibt es durchaus käufliche Möglichkeiten, die den Elektrosmog eindämmen sollen. Gemeint sind hier jedoch eher speziell gefertigte Tapeten und nicht die Alufolie, die fortan die Wand verkleidet. Diese Mittel haben jedoch auch den Nachteil, dass sie sämtliche Netzwerke beeinträchtigen. Handyempfang oder WLAN ist teils nicht mehr möglich.

Weitere potenzielle Gefahren

Manche Gefahrenquellen sind in jedem Haushalt vorhanden, ohne dass sie großartig auffallen. Wer gesundheitlich fit ist und ohnehin nicht besonders auf Störfaktoren reagiert, dem fallen sie gar nicht auf. Andere stellen zwar fest, dass sie optisch stören oder einfach schlecht riechen, aber denken sich nicht viel dabei. Und genau dies können die Faktoren sein:

  • Verschimmelte Blumenerde – der Klassiker, der liebend gerne davon kommt, dass zum Umtopfen dann doch die Erde aus dem Balkonblumenkasten genutzt wurde. Es handelt sich um klassischen Schimmel, dessen Sporen sich verbreiten. Sinnvoll ist, die Pflanze gleich in frische Erde zu potten und eine Schicht Vogelsand auf die Erde zu geben.
  • Papiertapeten – sie begünstigen die Schimmelgefahr in verschiedene Richtungen. Zum einen ziehen sie liebend gerne Feuchtigkeit an, sodass sich Schimmel auf der Oberfläche ausbreiten kann, zum anderen sind sie perfide: Die Oberseite sieht gut aus, unter der Tapete schimmelt es munter vor sich hin. Gerade alte Papiertapeten weisen diese Problematik auf.
  • Wandfarbe/Lacke – zuerst gilt das Motto: Was unangenehm und schlecht riecht, ist vermutlich schädlich. Beim Streichen sollte also immer auf eine gute Belüftung geachtet werden. Die verwendeten Farben sollten möglichst auf ihre Schädlichkeit getestet worden sein. Eine große Gefahr geht übrigens beim Anbringen der Farbe und Lacke auf. Wer hier mit Sprühpistolen arbeitet, der muss immer einen Atemschutz tragen.
  • Kleister/Farbe – Wandfarben und Kleister können übrigens auch Schimmel begünstigen. Sind die Farben älter oder stand der Kleister ein wenig, können sich Schimmelsporen gebildet haben.

Fazit – Wohnung genau prüfen

Wer immer wieder unter Husten, einer verstopften Nase, vielleicht auch brennenden Augen oder Kopfschmerzen leidet und keinen Rat weiß, der sollte sich die eigene Wohnumgebung einmal genauer ansehen. Manchmal stammen die Probleme nur von einer alten Matratze, in der Milben ein schönes Leben führen, mal können die Probleme von Ausdünstungen aus neuen Möbeln, dem neuen Fußboden oder auch der Wandfarbe herrühren.

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