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An kalten Wintertagen, wenn noch Minustemperaturen herrschen, blüht bereits der Duftschneeball (Viburnum farreri).

Frühlingserblühen im Frost

Der Winterblühende Schneeball spendet viel Duft und Farbe

Manche Pflanzen haben Tricks auf Lager, um besonders aufzufallen. Der Schneeball erblüht ausgerechnet in der kargen Winterzeit - und wirft zuvor seine Blätter ab, damit die Blüten erst recht zu sehen sind. Aber Gärtner schätzen ihn auch für weitere Eigenschaften.

Es wirkt wie ein kleines Wunder, wenn in den kältesten Wintertagen im sonst leer gefegten und tristen Garten etwas erblüht. Das schaffen einige Arten aus der Gattung Schneeball mit ihren kleinen, bisweilen sogar duftenden Blüten.

„Besonders stark fallen die Blüten beim Winter-Duftschneeball auf“, sagt Daniela Toman, Vorsitzende des Förderkreises des Stadtparks und Botanischen Gartens Gütersloh. Denn die Zweige werfen im Herbst ihr Laub ab - so kommen die Blüten erst recht zur Geltung. Dazu sind die wenige Zentimeter langen Blüten zu Rispen gruppiert, die drei bis fünf Zentimeter lang sind. Während die Knospen eine deutliche Rosafärbung tragen, verschwindet die Farbe mit dem Erblühen. Die dann weiße Blüte dauert von November bis Ende März.

Duftwunder aus Nordchina

Ursprünglich stammt die Art Viburnum farreri aus Nordchina. Botaniker bezeichnen sie auch als Viburnum fragrans, was sich auf das feine Blütenparfüm bezieht, denn das lateinische Wort „fragrans“ heißt „duftend“.

Das Klima am Ursprungsort ist vergleichbar mit den Konditionen am Mittelmeer, erläutert Prof. Thomas Stützel, Direktor des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum. Die Pflanzen halten in den Sommermonaten eine sogenannte Trockenruhe. „Wenn entweder Temperaturen sinken oder die Feuchtigkeit zunimmt, erwacht das Leben im Winter-Duftschneeball“, erläutert Stützel. Das führt dazu, dass der Schneeball hierzulande ausgerechnet im Winter seine Blüten zeigt, während heimische Pflanzen ruhen.

Der Schneeball ist ein sowohl anspruchsloses als auch pflegeleichtes Gehölz. Und der Winter-Duftschneeball ist sehr frosthart, sagt Toman. Allenfalls die Blüten können bei tiefen Minusgraden braun werden. Da sich an der Pflanze aber nicht alle Knospen gleichzeitig öffnen, erneuert sich der Flor quasi ständig.

Als Blickfang platzieren

„Als Standort hat sich ein normaler, schwachsaurer Gartenboden bewährt“, erläutert Toman. Sie rät, seine besondere Blütezeit hervorzuheben, indem der Winter-Duftschneeball als Solitär im Garten verwendet wird. „Wer tatsächlich parkähnliche Verhältnisse hat, der kann auch eine Gruppenstellung in Erwägung ziehen“, so Toman.

Vor allem aber sollte der Standort so liegen, dass man den Strauch im Winter wahrnimmt - auch wenn man nicht durch den ganzen verschneiten und nassen Garten stapfen will. Es bietet sich daher der Vorgarten oder der Weg zum Kompost an. Auch Fensternähe ist empfehlenswert.

Eine Alternative ist der Bodnant-Winterschneeball (Viburnum x bodnantense). „Es dauert einige Jahre bis der Strauch seine endgültige Höhe von etwa drei Metern erreicht hat“, erklärt Prof. Stützel. Weil sich die Zweige erst in der oberen Hälfte breiter entfalten, kann der Bodnant-Schneeball gut mit Frühjahrsblühern wie Primeln und Zwiebelpflanzen unterpflanzt werden.

Wintergrüne Schneeball-Art

Ein dritter Winter-Schneeball ist der Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus). „Diese Art ist wintergrün“, sagt Toman. In sehr milden Wintern beginnt die Blüte zwischen Dezember und Januar. „Regulär blüht dieser Strauch bei uns erst im März und April.“ Aber er ist nur bedingt winterhart und übersteht nur im Weinbauklima oder in geschützten Lagen. „Man kann bei starkem Frost die Sträucher mit einem Schutzvlies abdecken“, nennt Toman die Lösung. Alternativ findet man den Mittelmeer-Schneeball häufig als Kübelpflanze für den kühlen Wintergarten im Handel. Zu dieser Haltung rät Toman auch.

(Von Dorothée Waechter, dpa)

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