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Eindrucksvoll: Bei der Einrichtung des "Mama Shelter" in Paris, setzte Philippe Starck auf kulturelle Verständigung.

Design

Star(c)kes Design

Von der Zitronenpresse bis zur Super-Yacht. Philippe Starck ist bekannt für innovative Designs - irgendwo zwischen Traum und Realität.

Von Sebastian Bach

"Schauen Sie sich meine Brille an", sagt Starck in einem Interview mit DIE ZEIT. "Wir haben keinerlei Werbung dafür gemacht, aber der Hersteller hat mir letzte Woche erzählt, dass die Verkäufe um 88 Prozent zugenommen haben." Diese Bemerkung steht symptomatisch für die Person Philippe Starck - den etwas anderen Designer. Er spricht sich gegen Markenkult und Kommerzialisierung aus und arbeitet, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, auf Umsatzbeteiligung. "Das ist ein sehr moralisches Prinzip", findet er.

"Wenn wenn ich etwas Gutes entwerfe, dann verdiene ich Geld. Bin ich schlecht, kriege ich nichts, denn die Leute sind alles andere als dumm." Entsprechend seinem Ansatz, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, achtet er auf Bezahlbarkeit. Auch das unterscheidet ihn von seinen Design-Kollegen. "Wenn ich einen Tisch von [Jasper] Morrison will. muss ich tausend Euro hinblättern. Da gehe ich lieber zu IKEA."

Deutliche Worte. Doch der Erfolg gibt ihm Recht. Starck gilt als der einflussreichste Designer der Gegenwart, seine Produktpalette ist ebenso unendlich wie die Liste seiner Kunden und Referenz-Werke. Jeder hat seinen Namen zumindest schon mal gehört. "Kreationen - in welcher Form auch immer - müssen das Leben von so vielen Menschen wie möglich verbessern", zitiert Starcks Biograph Jonathan Wingfield den Design-Guru. Dieses Ziel hat der Mann, der sich selbst als Träumer und Weltverbesserer bezeichnet, offensichtlich erreicht.

Den Hang zu Design und Kunst übernahm der junge Starck von seinem Vater, einem Luftfahringenieur. Von ihm habe er gelernt, das alles, was man anpackt auf elegante- und konsequente Weise organisiert sein müsse, sagt er in seiner Biografie. Daher stamme auch seine Liebe zum Detail.

Während seines Studiums an der Ecole Nissim de Camondo in Paris entdeckte Starck sein Interesse am Design von Lebensräumen. Seine erste Eigenkreation war dem zu Folge ein aufblasbares Haus, das ihm 1969 seinen ersten Erfolg im Salon d' Enfance einbrachte. Dadurch sicherte er sich die Aufmerksamkeit von Mode-Ikone Pierre Cardin, der ihn kurzerhand als artistic director in sein Unternehmen holte.

Weltbekannt wurde Starck aber erst 1983, als er durch die Vermittlung des damaligen französische Kulturministers Jack Lang auserkoren wurde, die Gestaltung der Privaträume von Präsident Mitterrand im Elyée-Palast zu übernehmen. Seitdem ist die Erfolgsgeschichte des Philipp Starck ungebrochen. Der 62-Jährige denkt jedoch noch lange nicht ans Aufhören. Denn für das einzige Ziel, was er noch nicht erreicht hat - eine bessere Welt - wird er wohl noch einige Zeit benötigen.

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