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Querulanten gemeinschaftlich das Handwerk legen

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Alle Eigentümer unter einen Hut zu bringen ist nicht leicht. Wenn dann einer quer schießt, kann das die Gemeinschaft belasten.
Alle Eigentümer unter einen Hut zu bringen ist nicht leicht. Wenn dann einer quer schießt, kann das die Gemeinschaft belasten. © dpa

Ein Querulant kann einer Wohneigentümergemeinschaft viel Ärger bereiten und hohe Kosten verursachen. Abhilfe lässt sich nur schwer schaffen.

Die Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) treffen in ihren jährlichen Versammlungen Entscheidungen über Kostenverteilungen, mögliche Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum. Wenn ein Miteigentümer die Mehrheitsentscheidung für unrechtmäßig hält, kann er klagen. Problematisch wird dies, wenn ein Mitglied der WEG streitsüchtig ist und wegen jeder Kleinigkeit vor Gericht zieht.

Besonders kritisch wird es, wenn wegen eines Querulanten der Hausverwalter kündigt, erhebliche Prozesskosten anfallen und Miteigentümer beleidigt oder bedroht werden. Grundsätzlich kann man dem Miteigentümer nicht untersagen, Rechtsmittel einzulegen. Wenn er allerdings im Unrecht sein sollte, hat er gemäß der Reform des Wohnungseigentumsrechts aus dem Jahr 2007 die Kosten des Rechtsstreits zu übernehmen. Rechtsstreitkosten belaufen sich schnell auf mehrere Tausend Euro. Im Falle von Beleidigungen und Verleumdungen können die Betroffenen Strafanzeige stellen. In extremen Fällen dürfen die anderen Eigentümer gemäß § 18 Wohnungseigentumsgesetz sogar die Entziehung des Wohneigentums beschließen.

Auch wenn ein Miteigentümer das Hausgeld nicht zahlt oder seine vier Wände nicht pflichtgemäß in Schuss hält, kann ihm die Eigentümergemeinschaft sein Wohneigentum gemäß diesem Paragrafen entziehen. Einen solchen Beschluss wird der Miteigentümer in der Regel anfechten, sodass eine gerichtliche Prüfung stattfindet. Sobald der Beschluss bestandskräftig wird, kann die Zwangsversteigerung der Wohnung eingeleitet werden, welche aber oft mehr als ein Jahr dauert. Die Erfolgsaussichten sind so gering, weil ein Interessent bestehende Grundschulden übernehmen müsste und diese häufig sehr hoch sind. Schlimmstenfalls bleibt der Gemeinschaft nichts anderes übrig, als die Wohnung selbst zu ersteigern.

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