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Am Gravensteiner Platz im Frankfurter Bogen gibt es auch einen Wochenmarkt.
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Am Gravensteiner Platz im Frankfurter Bogen gibt es auch einen Wochenmarkt.

Frankfurter Bogen

Es läuft wieder rund im Preungesheimer Wohngebiet

Der Frankfurter Bogen im Stadtteil Preungesheim ist ein ambitioniertes Wohngebietsprojekt, das nach Startschwierigkeiten wieder an Attraktivität gewinnt.

Von Christoph Schröder

Wer im Rhein-Main-Gebiet den Namen des Frankfurter Stadtteils Preungesheim hört, muss zunächst unwillkürlich an die dort ansässige Justizvollzugsanstalt denken. „Ab nach Preungesheim“ – das bedeutet im Normalfall nichts Angenehmes. Und in der Tat ist das gewaltige Gelände im Ortsbild nicht zu übersehen: Im Sommer wurde die JVA Frankfurt I nach drei Jahren Bauzeit neu eröffnet: Für 100 Millionen entstand hier Raum für 564 Häftlinge. Direkt gegenüber der gigantischen Gefängnismauer liegen Wohnhäuser. Mit einer gehörigen Portion Ironie sprechen die Anwohner davon, in der sichersten, weil bestbewachten Straße der Stadt zu leben.

Preungesheim und seine Historie

Doch nicht nur hinter Mauern, sondern vor allem am Rand des 772 erstmals urkundlich erwähnten und 1910 eingemeindeten Stadtteils wurden in den vergangenen Jahren gewaltige Baumaßnahmen vollzogen. Im Nordosten von Preungesheim, wo zuvor Kleingärten und eine halbwegs verwilderte Natur inklusive Population zu finden waren, ist seit der Jahrtausendwende auf einer Gesamtfläche von 72 Hektar eines der größten Neubauvorhaben der Stadt geplant und Schritt für Schritt umgesetzt worden: Der Frankfurter Bogen, der seinen Namen von der Krümmung der Autobahn 661 erhalten hat, in die das neue Quartier hineingesetzt wurde und noch immer wird. Etwa 2.000 Wohneinheiten für mehr als 5.000 Menschen sind für den Frankfurter Bogen geplant; ein Großteil davon ist mittlerweile fertiggestellt und bezogen.

Altersdurchschnitt ist gesunken Knapp 8.000 Einwohner zählte man in den 1980er-Jahren im Stadtteil Preungesheim, heute sind es rund 13.500. Zugleich ist der Altersschnitt der Bevölkerung gesunken. So war es geplant – richten sich doch die Angebote des Frankfurter Bogens ganz explizit an junge Familien, die bezahlbaren Wohnraum in Stadtnähe suchen. Die Bebauung ist bewusst weniger geschlossen und einheitlich als auf dem nicht weit entfernten Riedberg.

Die Palette reicht von der Mietwohnung über die Reihenhauszeile bis zum Eigentumshaus aus Holz. Die Preisgestaltung ist ein Argument, mit dem die Investoren und die Stadt Frankfurt für die neue Siedlung werben: Ein Reihenhaus kostet etwa 250.000 Euro; bei Eigentumswohnungen liegt der Einstiegs-Quadratmeterpreis bei 2.300 Euro.

Startprogramm für junge Familien

Zudem hat die Stadt ein Startprogramm für junge Familien aufgelegt, das über das Erbbaurecht die Finanzierungskosten senkt. Mit der propagierten Stadtnähe war es bis vor kurzem allerdings nicht allzu weit her: Erst Anfang Dezember diesen Jahres eröffnete nach zweieinhalb Jahren Bauzeit die neue Straßenbahnlinie 18, die binnen 19 Minuten die Konstablerwache erreicht. Andere infrastrukturelle Maßnahmen lassen noch auf sich warten – erst jetzt wurde ein Investor gefunden, der ein Ladenzentrum mit Supermarkt, Ärzten und Geschäften entwickeln soll. Zum Einkaufen muss man zur Zeit in den alten Preungesheimer Kern oder in benachbarte Stadtteile fahren.

Für die Kinder ist hingegen jetzt schon bestens gesorgt: Drei Betreuungseinrichtungen sind bereits im Dienst, eine vierte in Planung. „Es geht aufwärts“, sagt Klaus Georg, stellvertretender Ortsvorsteher des für Preungesheim zuständigen Ortsbeirates 10 und Besitzer eines Reihenhauses im Frankfurter Bogen. Vor allem die neue Straßenbahn habe die Siedlung ein großes Stück lebenswerter gemacht, so Georg. Nun wartet man noch auf die neue Bezirkssportanlage, die das Freizeitangebot ergänzen soll. Sportdezernent Markus Frank versprach, dass die Anlage im Haushalt 2012/13 eingeplant sei.

Preungesheim ist natürlich bei weitem nicht allein der Frankfurter Bogen. Im südlichen Bereich des Stadtteils, der über die Linie U 5 bestens an die Stadt angebunden ist, findet sich eine großzügige und elegante Bebauung mit allein stehenden Ein- und Mehrfamilienhäusern. Aber auch die seit Jahren als sozialer Brennpunkt gebrandmarkte Karl-Kirchner- Siedlung, wo zu Silvester regelmäßig die Mülltonnen brannten und die Feuerwehr bei Löschversuchen angegriffen wurde, gehört zu Preungesheim. Doch auch hier sieht man die Entwicklung ähnlich positiv wie im Frankfurter Bogen : „Seit sich dort der Fußballverein SV Frankfurt Nord gegründet hat“, so Klaus Georg, „nimmt man dort mehr Einfluss auf Jugendliche.“ Also kriegt nicht nur der Frankfurter Bogen die Kurve.

Hier geht es zur Übersicht "Wohnlagen".

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