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Wie sicher ist unser Leitungswasser?

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Von: Janine Napirca

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Frau wäscht sich die Hände mit Leitungswasser
Wie sauber ist das Wasser aus dem Hahn? © NOVELLIMAGE/Imago

Kann man Wasser aus dem Wasserhahn bedenkenlos trinken oder gibt es Fälle, in denen man vorsichtig sein sollte?

Viele Menschen in Deutschland trinken Wasser aus dem Wasserhahn. Schließlich zeichnet sich das Leitungswasser in deutschen Haushalten durch Qualität und Sicherheit aus. Gleichzeitig spart man sich den Gang zum Supermarkt und die Schlepperei, wenn man auf Wasserkästen verzichtet und stattdessen Wasser aus der Leitung trinkt. Wie sicher das Leitungswasser in Deutschland wirklich ist, wodurch es möglicherweise verschmutzt werden kann und wie man sich selbst am besten vor verunreinigtem Trinkwasser schützen kann, beantwortet der promivierte Chemiker und Wasserspezialist Dr. Nikolas Sandmann im Interview.

Wodurch genau wird das Leitungswasser aus dem Wasserhahn überhaupt verunreinigt?

Dr. Nikolas Sandmann hält die Wasserrohre innerhalb der Häuser und Wohnungen für die größte Schwachstelle. Denn veraltete Rohre können Kupfer oder Blei an das Wasser abgeben. Aber auch Rückstände von Medikamenten oder Pestiziden, welche nicht durch die so genannte Trinkwasserverordnung erfasst und kontrolliert werden, können das Leitungswasser verunreinigen.

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Was ist die Trinkwasserverordnung?

Mithilfe dieser Verordnung soll die Qualität des Trinkwassers für den Verzehr getestet und kontrolliert werden. So wird auf Schadstoffe hin überwacht, um die Gesundheit des Menschen zu schützen.

Das Gesundheitsamt oder ein beauftragtes Labor nimmt Wasserproben im Wasserwerk in einem festgelegten Zeitraum, um die Wasserqualität zu überprüfen und mögliche Verunreinigungen festzustellen. Aufgabe des Umweltbundesamtes ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für eine sichere Trinkwasserverordnung weiterzuentwickeln und gesundheitliche Risiken zu bewerten.

Der Experte, der Leiter der Forschung & Entwicklung der Hytecon AG ist, merkt jedoch an, dass aktuell mehr als 100.000 chemische Stoffe, von denen 20.000-30.000 abwasserrelevant sind, auf dem Markt sind. Die Trinkwasserverordnung aber nur 45 chemische Stoffe überwache.

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Was kann man gegen die Verunreinigungen im Leitungswasser tun?

Was man gegen die Verunreinigungen im Leitungswasser tun bzw. wie man sich selbst als Privathaushalt vor unsauberem Trinkwasser schützen kann? Auch darauf weiß Experte Dr. Nikolas Sandmann eine Antwort: man sollte beispielsweise den Pestizidgebrauch in der Landwirtschaft reduzieren, aber auch veraltete Wasserrohre erneuern. Damit man bei sich zuhause bedenkenlos Wasser aus dem Wasserhahn trinken kann, empfiehlt es sich, das Wasser mit endständigen Wasseraufbereitungsgeräten aufzubereiten. Diese Geräte verfügen über eine UV-Desinfektion, die gegen Viren und Bakterien wirkt, sowie über eine Aktivkohlefiltration gegen organische Schadstoffe und Schwermetalle.

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Wie kann man überhaupt feststellen, ob das eigene Leitungswasser verunreinigt ist?

Je älter Gebäude und die darin enthaltenen Wasserleitungen sind, desto höher ist die Gefahr, dass das Trinkwasser verunreinigt wird. Zudem können ein auffälliger Geschmack oder Geruch sowie trübe Verfärbungen sichtbare Indikatoren dafür sein, dass Ihr Leitungswasser verunreinigt ist und Sie es besser nicht trinken sollten. (jn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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