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In LED-Licht getauchte Wohlfühltatmosphäre.

Einrichtung

LED für Gourmets

Fensterscheiben, die bei Einbruch der Dunkelheit von selbst leuchten? Tapeten mit integrierter Lichtquelle? Alles bald kein Problem mehr. Zumindest wenn auf dem Gebiet der LED-Technik weiterhin solche Fortschritte gemacht werden.

Von Sebastian Bach

Fensterscheiben, die bei Einbruch der Dunkelheit von selbst leuchten? Tapeten mit integrierter Lichtquelle? Alles bald kein Problem mehr. Zumindest wenn auf dem Gebiet der LED-Technik weiterhin solche Fortschritte gemacht werden. Die Licht-Emittierende-Diode ist inzwischen allgegenwärtig. Ein Grund dafür ist ihre hohe Lebensdauer, die mit bis zu 100.000 Stunden etwa 50 Mal höher ist, als die einer herkömmlichen Glühbirne. Maßgeblich zum Vormarsch der LED-Technologie beigetragen hat jedoch vor allem der geringe Stromverbrauch. Stromersparnis gegenüber der Glühbirne: 80 Prozent. Da ist es kein Wunder, dass die kleinen Halbleiter-Lämpchen heute überall Anwendung finden, wo Licht gebraucht wird.

Warmes Licht
Vermehrt werden LED-Leuchten aber auch dort eingesetzt, wo man sie zunächst nicht vermuten würde. Zum Beispiel als stimmungsvolle Couchtisch-Beleuchtung oder zur optischen Hervorhebung einer Treppeneinheit. Der Phantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt, denn die handlichen Dioden lassen sich bequem und Platz sparend installieren. Wenn man dem LED-Licht überhaupt etwas nachsagen kann, dann ist es das vermeintlich kalte Licht. Doch auch das hat man von der technischen Seite längst in den Griff bekommen. "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts" sagt Martin Krautter, Pressesprecher des Lichtspezialisten ERCO GmbH aus Lüdenscheid, als er auf eine Lichtkreation des Unternehmens blickt. Gemeint ist der Unterschied zwischen LED-Licht und herkömmlichem Licht. "Da muss man schon direkt von unten in den Strahler blicken, um da überhaupt noch einen Unterschied feststellen zu können", so Krautter weiter. Der Grund dafür liegt in der Verwendung von speziellen Leuchtstoffen, die es ermöglicht die bläuliche LED-Farbe wärmer zu machen und so das typische weiße Licht einer gewöhnlichen Lampe zu simulieren.

Alles leuchtet
Inzwischen gibt es sogar leuchtende Möbelstücke. Zum Beispiel von der Firma Public Light aus Garbsen in Niedersachsen, die LED-beleuchtete Möbelstücke verkauft und vermietet. Wobei der Begriff "Möbelstücke" etwas untertrieben ist. Eigentlich sind es fast Kunstwerke, die nicht nur zum Relaxen und Anlehnen einladen, sondern auch viel fürs Auge bieten. Die Idee zum beleuchteten Möbelstück kam Geschäftsführer René Willmann im Angesicht eines Notstands. Für eine Veranstaltung benötigte er dringend Stehtische. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt gerade CeBit in Hannover und Stehtische galten als Mangelware. Aus diesem Grund nahmen der gelernte Kunststoffhandwerker und seine Belegschaft die Sache einfach selbst in die Hand und stellten die Tische kurzerhand in Eigenregie her. Zur optischen Aufwertung versah man die Tische mit einfachen Scheinwerfern.
"Aus heutiger Sicht betrachtet geht das eigentlich überhaupt nicht", sagt Willmann mit einem Schmunzeln.

Es reichte aber, um eine Idee zu entwickeln, die immer mehr Nachahmer fand und auch vom technischen Fortschritt begünstigt wurde. "Früher hat man das LED-Licht nur im Dunkeln gesehen, aber inzwischen ist die Technik soweit, dass die Lichtverhältnisse keine Rolle mehr spielen", erklärt der Geschäftsführer. Inzwischen arbeite man sogar mit DMX-512-Steuerungen, die das zielgenaue Steuern der LEDs per PC ermöglichen. Damit ist Licht nicht einfach mehr nur Licht - es geht vielmehr um visuelle Effekte. Klar, dass besonders Agenturen, die ihren Kunden etwas Besonderes bieten wollen, zur Stammkundschaft von Public Light gehören. Doch auch der Normalverbraucher kann sich hier seinen Traum vom kunstvoll illuminierten Einzelstück erfüllen. Am meisten genommen werde aber nach wie vor der Butterfly-Stehtisch, so Willmann. Und mit Sicherheit steht das ein oder andere Exemplar jetzt alljährlich auf der CeBit.

OLED - Die Lichtquelle der Zukunft?
Doch auch die LED ist nicht mehr der Weisheit letzter Schluss: Mit der OLED-Technologie steht schon der nächste Leuchtenstreich ins Haus. Im Unterschied zur LED wird hier mit einem organischen Kunststoff gearbeitet, der die kostenintensive Verwendung von Einkristallen wie Silicium entbehrlich macht und somit eine kostengünstigere Produktion gewährleistet. Mit der OLED wird es zudem möglich sein, ganze Flächen ins richtige Licht zu setzen, während die LED eine reine Punktlichtquelle ist. Ein weiterer Vorteil der dünnen Flächenlichter ist es, dass sie theoretisch in jede Form gebracht werden können, sodass sie buchstäblich überall einsetzbar sind. Sogar in Fensterscheiben oder Tapeten. Derzeit gilt die OLED allerdings noch nicht als alltagstauglich, da sie mit 250 Euro pro Stück noch viel zu teuer ist und auch in der Lebensdauer starke Defizite gegenüber der LED hat.
Der Verbraucher tut also gut daran, bei der Setzung der Lichtakzente erst mal auf die LED zu vertrauen - hat man sich doch auch gerade erst schmerzlich von der guten alten Glühbirne verabschiedet.

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