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Wer als Unternehmen etwas umdenkt und seine Ressourcen planvoll nutzt, spart bei den Nebenkosten seines Unternehmens.

Gewerbestrom:

Nachhaltig durch den Winter und Kosten sparen

Im Winter steigen nicht nur die Nebenkosten für die Privathaushalte. Auch Geschäfte oder Büros haben mit den steigenden Nebenkosten zu kämpfen.

Zudem wird der Ruf nach Nachhaltigkeit immer lauter. Doch wie lässt sich zugleich nachhaltig und wirtschaftlich die dunkle und kalte Jahreszeit überstehen?

Energieverbrauch der Industrie in Deutschland

Nach Informationen des Umweltbundesamtes verbrauchen Gewerbe, Handel und die Industrie in Deutschland gute 70 Prozent des gesamten Stroms. Da der Anteil so hoch ist, sind die Stromeinsparpotenziale des Gewerbes besonders wichtig für eine Energiewende. Insbesondere für kleinere Unternehmen ist es zudem wirtschaftlich interessant, sich Einsparmöglichkeiten anzuschauen. Schließlich bedeutet Energieeffizienz meistens langfristig eine Kostenersparnis. Wer als Gewerbetreibender klug investiert und teilweise schlicht umdenkt, macht sein Unternehmen nicht nur grüner, sondern spart auch bei den Nebenkosten.

Tipp: Ein simpler Stromwechsel kann bereits die Kosten senken. Wer als Unternehmen zugleich zu einem grünen Stromanbieter wechselt, senkt häufig die monatlichen Kosten und bezieht dabei ‚sauberen‘ Strom.

Trend Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist aktuell das entscheidende Thema in den Medien. Diese Entwicklung zeigt sich ebenfalls in der Wirtschaft. So wurde unlängst bekannt, dass die Zentralbanken ein Paket rund um die Nachhaltigkeit entwickeln. Auch wenn die Bundesbank-Vorständin Mauderer betont, dass dieser Schritt „keinen politischen Anspruch habe“. Den Banken ginge es bei ihrer Entscheidung für ein nachhaltiges und verantwortliches Investieren um die Minderung von Finanzrisiken durch den Klimawandel. Der Trend zum Umdenken ist jedoch in allen Bereichen des Handelns sichtbar. Beim diesjährigen hessischen Gründerpreis zeigte sich bei vielen jungen Unternehmen eine direkte Verbindung zum Thema Nachhaltigkeit. Diesem positiven Trend stehen die vielen Büros und Unternehmen gegenüber, für die das Thema Energieeffizienz bisher lediglich nach weiteren Kosten klingt und nicht nach Ersparnissen.

Energiesparen in kleinen Schritten

Als „Energiesparen in Bürgerhand“ bezeichnen der BUND und das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) eine Bewegung, die ihrer Meinung nach, die Energiewende beschleunigen könnte. Energiesparmaßnahmen seien kleinteilig und dezentral, stellt hierbei Martin Pehnt, der Geschäftsführer des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, fest. Daher seien die Verbraucher und die Gewerbetreibenden durchaus in der Lage, entscheidende Veränderungen für die Energiewende durchzuführen. Wer an die hohe Zahl des Energieverbrauchs durch das Gewerbe und die Industrie in Deutschland denkt, dem wird klar, wie entscheidend dessen Beteiligung bei der Energiewende ist. Oftmals seien weniger teure Investitionen als ein Umdenken und neues Handeln im Alltag ausschlaggebend. Der erste Schritt für Veränderungen sei stets eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands bei der Energieeffizienz.

Wie viel Stand-by-Modus muss sein?

In Büros und Geschäften werden viele Geräte auf einem Stand-by-Modus gehalten, um permanent bereitzustehen. Doch ist dieser Stand-by-Modus tatsächlich bei allen Geräten notwendig? Verfügt ein Büro beispielsweise über mehrere Kopierer, reicht es in der Regel, wenn ein Kopierer pro Flur oder Etage im Stand-by-Modus ist. Es wird trotzdem kaum zu einem Stau an diesen Geräten kommen. Möglicherweise gibt es Tage, an denen ein höherer Bedarf vorhanden ist? Dementsprechend Geräte für diese Tage oder ganz konkrete Zeitpunkte aktivieren und in der restlichen Zeit nicht. Außerdem sollte jedes Gerät an jedem Arbeitsplatz bei Nicht-Nutzung ausgeschaltet sein. Dies sollte wie eine Art ‚Clean-Desk-Policy‘ quasi als ‚Green-Desk-Policy‘ in einem Unternehmen gehandhabt werden.

Wie viele Geräte der gleichen Art sind notwendig?

Ähnlich dem Prinzip des Car-Sharings lässt sich die Notwendigkeit einiger Geräte für jeden Arbeitsplatz in vielen Unternehmen überdenken. Braucht tatsächlich jeder Arbeitsplatz in einem größeren Büro einen eigenen Drucker? Oftmals ist es eine Mischung aus Gewohnheit und Bequemlichkeit, die hierzu verleitet. Wer nicht gerade mit vertraulichen Unterlagen hantiert, kann sich den Drucker gut teilen. Wer konsequent sein Unternehmen anhand des reellen Bedarfs aufstellt, findet schnell Einsparpotenziale. Schließlich werden hier an mehreren Stellen Kosten gesenkt und Ressourcen geschont.

Welche Geräte verbrauchen unnötig viel Strom?

Die neuen Stromzähler ermöglichen eine detaillierte Übersicht des Stromverbrauchs. Dabei werden auch Stromfresser offensichtlich. Ein Unternehmen sollte an dieser Stelle überlegen, das Gerät zu erneuern oder die Nutzung zu überdenken. Schließlich sind dies die beiden entscheidenden Faktoren für den Verbrauch. Eine Neuanschaffung kann sinnvoll sein. Aber die Nutzung des Geräts ist vorab ebenfalls zu überprüfen. Denn wenn ein Gerät unnötig oft eingeschaltet oder im Stand-by-Modus ist, verbraucht es ebenso unverhältnismäßig viel Strom.

Wie viel Licht muss sein?

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Frage der Beleuchtung. Jeder Arbeitsplatz sollte selbstverständlich adäquat beleuchtet sein. Aber wie verhält es sich mit den Fluren und sanitären Einrichtungen? An diesen Stellen lässt sich in vielen Unternehmen sparen. Zwar muss eine Notbeleuchtung in Fluren aus Sicherheitsgründen vorhanden sein, das restliche Licht kann durch Bewegungsmelder aktiviert werden. Ist keine Bewegung vorhanden, bleibt das Licht aus.

Hinweis: Der Glühlampenausstieg gilt nicht nur für die privaten Haushalte. Auch Unternehmen sind dazu verpflichtet, die alten Glühbirnen gegen die neueren und effizienteren Versionen auszutauschen.

Umgang mit Lüftung und Klimaanlagen

Heizen und Kühlen von Gewerberäumen sind bereits lange ein Thema. Auch hier sollte auf ein durchgehend effizientes Vorgehen geachtet werden. Im Kleinen bedeutet das: Kein Lüften bei gleichzeitigem Heizen. Oder auch im Sommer: Kein Lüften, wenn die Klimaanlage läuft. Diese Regeln klingen zwar erst einmal banal, tatsächlich ist falsches Lüften ein Grund für steigende Kosten bei der Klimaanlage und dem Heizen. Dabei sollte jedes Unternehmen darauf achten, welches Vorgehen zu seinen Abläufen und zu seiner Bauart passt. Schließlich variiert hier der Bedarf je nach Besetzung von Räumen und Durchgangsverkehr sehr.

Wenige Maßnahmen mit erstaunlicher Wirkung

Entscheidet sich ein Unternehmen für einen bewussteren Umgang mit Energie, bemerkt es oft, dass bereits kleine Schritte eine große Wirkung haben. Egal ob „Green-Desk-Policy“, ein bewussterer Umgang mit dem Stand-by-Modus oder auch durch Bewegung aktivierte Beleuchtung: Diese unterschiedlichen Maßnahmen senken die Nebenkosten schnell und sind zudem nachhaltig.

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