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Bauboom

Bauboom in Hessen hält 2019 an

Auch für das Jahr 2019 wird in Hessen eine Fortsetzung des aktuellen Baubooms erwartet. Immer mehr Menschen zieht es in diesen Tagen in die eigenen vier Wände.

Dies liegt nicht zuletzt an den niedrigen Zinsen, die sie dabei unterstützen, den Traum in die Tat umzusetzen. Doch worauf sollten Bauherren achten, um sich nicht von diesem Vorhaben abhalten zu lassen?

Menschen nutzen niedrige Zinsen

Bereits seit mehr als fünf Jahren befindet sich die Baubranche in einer Hochphase. Das Senken des Leitzinses, welches in erster Linie für günstige Kredite sorgen sollte, die wiederum das Wachstum der Wirtschaft begünstigen, kommt auch Privatanleger auf dieser Ebene gelegen. Sie sichern sich die Möglichkeit, zu günstigen Konditionen Kredite zur Finanzierung einer Immobilie aufzunehmen. Je nach Höhe des Kaufpreises und des Kreditrahmens ist es inzwischen möglich, von fünfstelligen Ersparnissen auszugehen, die in einer Zeit höherer Zinsen nicht möglich gewesen wären.

Besonders rund um die Metropole Frankfurt entwickelte sich bereits in den vergangenen Jahren ein regelrechter Kampf um die verfügbaren Bauplätze. Besonders die Gemeinden in der Umgebung rückten dabei in den Vordergrund. Viele von ihnen hatten zunächst noch Bauplätze in ihrem eigenen Bestand, die dann schnell an Bauherren verkauft wurden. Dabei konnte sich der frühzeitige Kauf als lohnende Investition entpuppen. Der Preis pro Quadratmeter stieg in vielen Orten in immer neue Höhen und lenkte damit den Blick auf völlig neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Besonders junge Familien tun sich inzwischen schwer damit, eine passende Fläche im Großraum zu finden, die auf ihrer finanziellen Grundlage bezahlt werden kann.

Doch nicht nur die allgemeine Senkung des Leitzinses stellt in diesen Tagen einen Vorteil dar. Darüber hinaus profitieren die Menschen aktuell davon, dass nicht mehr nur die Hausbank für den Erhalt einer Finanzierung infrage kommt. Stattdessen werden Kredite online immer beliebter, die eine Abwicklung binnen weniger Werktage möglich machen. In kleinerem Rahmen sind die Ratenkredite dazu geeignet, finanzielle Lücken im eigenen Haushalt zu schließen und sich neue wirtschaftliche Spielräume zu sichern. Der zusätzliche Konkurrenzkampf zwischen Hausbanken und neuen Anbietern im Internet senkte die Preise ebenfalls. Gleichsam ist ein Vergleich der Angebote erforderlich, um als Verbraucher noch einen Überblick über die aktuellen Offerten gewinnen zu können und auf dessen Grundlage eine durchdachte Entscheidung zu treffen.

Baukosten bereits gestiegen

Während es auf der Ebene der Finanzierung zuletzt gelang, die Kosten des Hausbaus massiv zu senken, bleiben die Fortschritte an anderer Stelle aus. Bauunternehmen verfügen in diesen Tagen über volle Auftragsbücher. Zwischen staatlichen Großbauprojekten und dem Bau von Einfamilienhäusern sind sie kaum mehr dazu in der Lage, all ihre Kunden zu bedienen. Viele nutzten diese Lage inzwischen, um ihre Preise und Konditionen in die Höhe zu treiben. So müssen Bauherren bisweilen tief in die Tasche greifen, um sich die Dienste eines Unternehmens zu sichern. Wer sich vor diesem Hintergrund für das Fertighaus entscheidet, welches sich innerhalb weniger Tage in die Höhe ziehen lässt, reduziert die Baukosten maßgeblich.

Ein Teil des Kostenvorteils, der auf dem Gebiet der Finanzierung zuletzt aufgebaut werden konnte, scheint vor diesem Hintergrund wieder verloren zu gehen. Immer mehr Bauherren entscheiden sich dafür, einen Teil der Arbeiten selbst zu übernehmen, um die Kosten auf diese Art zu senken. Dennoch warten lange Bauzeiten, bis letztlich der Einzug ins Eigenheim möglich ist. Solange sich die Zinsen weiterhin auf niedrigem Niveau bewegen, wird sich an der Lage der Bauunternehmen nichts ändern. Erst ein Umschwung in der Finanzwelt würde zu einem Umdenken beitragen und damit womöglich auch die zu erwartenden Baukosten wieder auf ein normales Level reduzieren.

Lässt sich die Lage konservieren?

Trotz der niedrigen Zinsen ist noch immer viel Eigenkapital erforderlich, um das ersehnte Bauvorhaben in die Tat umsetzen zu können. So ist es kaum verwunderlich, dass viele Menschen, welche die aktuelle Lage aufgrund ihrer finanziellen Situation noch nicht nutzen konnten, den Blick in die Zukunft lenken. Derweil ist nicht klar, wie lange die Phase niedriger Zinsen noch anhalten wird. Nach den jüngsten Äußerungen der EZB wird es noch mindestens bis in den Herbst 2019 möglich sein, Kredite zu derart günstigen Konditionen aufzunehmen. Danach beginnt ein dunkler Bereich, in den auch die lang erwartete Zinswende fallen könnte.

Aktuell gibt es wenige Möglichkeiten, um die derzeit niedrigen Zinsen mit in die Zukunft zu nehmen. Eine Alternative, die derzeit von künftigen Bauherren in Betracht gezogen wird, ist der Bausparvertrag. Dieses Modell sieht vor, in der Zukunft einen Kredit zu günstigen Konditionen erhalten zu können, der unabhängig von der Entwicklung des Leitzinses ist. Dafür müssen die Interessierten jedoch schon heute mit regelmäßigen Einzahlungen ein Bausparguthaben erschaffen. Dieses wird ihnen dann in einigen Jahren in doppelter Höhe als Kredit zur Verfügung gestellt. Hohe Bearbeitungskosten, die immer wieder getragen werden müssen, um dieses Angebot überhaupt in Betracht ziehen zu können, sind jedoch vielen Bauherren bis dato ein Dorn im Auge, der sie davon abhält, diese Chance für sich zu nutzen.

Neue Flächen sollen erschlossen werden

Rund um die Metropole Frankfurt am Main stehen die Zeichen derzeit auf Wachstum. Die großen Unternehmen, die sich in der Region angesiedelt haben, schaffen neue attraktive Arbeitsplätze. Viele junge Menschen zieht es aus diesem Grund in die Gegend, die dort ihr großes Glück suchen. Bislang steht ihnen ein ins Stocken geratener Immobilienmarkt zur Verfügung. Besonders innerhalb der Stadt ist es kaum mehr möglich, Wohnraum zu einem guten Verhältnis von Preis und Leistung zu erwerben. Inzwischen wird über eine Öffnung der Baugebiete in den umliegenden Gemeinden diskutiert. Darin liegt die Chance, neue Bauplätze zu schaffen, die künftig genutzt werden können.

Bis die verschiedenen Verfahren der Genehmigung durchgesetzt werden können und eine Angliederung neuer Baugebiete möglich ist, könnten jedoch Jahre ins Land gehen. Es handelt sich somit um keine praktikable Möglichkeit, um das real existierende Problem zügig aus der Welt zu schaffen. Immer wieder werden aus diesem Grund Rufe nach Alternativen laut. Bislang ist die Politik jedoch nicht dazu in der Lage, diese Ansprüche zu bedienen und für neuen Wohnraum in der Region zu sorgen. Nach den Vorstellungen verschiedener Parteien soll sich dieser nicht nur an junge Gutverdiener richten, die in den regionalen Unternehmen ihr neues Zuhause gefunden haben. Stattdessen sollen weitere Angebote für die unteren Einkommensschichten geschaffen werden, die bereits seit Jahren unter den stark steigenden Preisen in der Metropolregion zu leiden haben.

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