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Verletzt sich ein Hund beim Springen nach einem Ball, können Besitzer dafür nicht den Werfer zur Rechenschaft ziehen. Foto: Frank Rumpenhorst

Urteil

Kein Schadenersatz, wenn sich der Hund beim Spielen verletzt

Hunde können sich beim Springen nach einem Ball verletzen. Einen Dritten können Besitzer dafür aber nicht belangen. Das entschied ein Gericht.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Bricht sich ein Hund beim Springen nach einem Ball ein Bein, können Besitzer dafür nicht den Werfer zur Rechenschaft ziehen. Dem Hundehalter steht also kein Schadenersatz zu, urteilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

Im konkreten Fall hatte die Halterin des Hundes geklagt. Ihr Ex-Partner hatte den Retriever zu seinem ersten Geburtstag besucht und ihm einen fußballgroßen Ball geschenkt. Beim Spielen sprang der Hund in die Luft und brach sich beim Landen ein Hinterbein. Die Halterin forderte Schadenersatz in Höhe von 18.000 Euro für Behandlungskosten und den entgangenen Gewinn, da der Hund infolge der Verletzung nicht mehr zuchttauglich sei. Ohne Erfolg.

Der Knochenbruch sei nicht kausal auf das Werfen des Balles zurückzuführen. Es gehöre zum natürlichen Verhalten von Hunden, noch dazu jungen, dass diese ihrem Spieltrieb nachgingen und hierbei springen, konstatierte das Gericht.

Dass sich ein Hund dabei verletzt, sei ein gänzlich unwahrscheinliches Ereignis. Die Verletzung sei dem allgemeinen Lebensrisiko zuzuordnen. Zudem habe die Klägerin zugestimmt, den Hund mit dem Ex spielen zu lassen (Az.: 6 U 166/18).

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