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Gerade jetzt, wo die Strompreise steigen und die Anbieter fortlaufend ihre Preise erhöhen, kann es sich lohnen, über eine eigene Solaranlage nachzudenken.
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Gerade jetzt, wo die Strompreise steigen und die Anbieter fortlaufend ihre Preise erhöhen, kann es sich lohnen, über eine eigene Solaranlage nachzudenken.

Ratgeber

Steigende Strompreise: Solaranlage für günstigen Strom mieten oder kaufen?

  • VonTheresa Dräbing
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Die Strompreise steigen und steigen – da kann sich die Anschaffung einer eigenen Photovoltaikanlage lohnen. Andere Optionen sollten aber ebenfalls durchgerechnet werden.

Frankfurt – Eigens erzeugter Solarstrom ist am günstigsten. Gerade jetzt, wo die Strompreise unerlässlich steigen und die Anbieter fortlaufend ihre Preise erhöhen, kann es sich lohnen, über eine eigene Photovoltaikanlage (PV-Anlage) nachzudenken. In einigen Bundesländern wie Berlin oder Hamburg wurde für Neubauten bereits eine Solarpflicht eingeführt. Die Grünen würden sie gern auch auf Bundesebene haben. Aber egal ob mit oder ohne Pflicht: Wer selbst klimaneutralen Strom erzeugen möchte, hat die Wahl zwischen Kaufen und Mieten von Solarmodulen. Die Kosten hierbei unterscheiden sich deutlich.

Insgesamt sind die Kosten für PV-Anlagen in den vergangenen Jahren stark gesunken. Laut der Verbraucherzentrale kostet eine PV-Anlage mit acht Kilowatt Leistung beispielsweise etwa 13 000 Euro. Je größer die Anlage, desto günstiger wird tendenziell der Kilowattpreis. Mit einer PV-Anlage lässt sich Strom für vier bis zwölf Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Strom aus dem öffentlichen Netz hingegen kostet etwa 25 bis 32 Cent pro Kilowattstunde.

Steigende Strompreise: Photovoltaikanlage kann Abhilfe schaffen

Dass der Strom aus der eigenen Solaranlage günstiger ist, liegt vor allem daran, dass keine Steuern, Abgaben, Umlagen oder Entgelte gezahlt werden müssen. Lediglich eine Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch fällt an.

Immer mehr Energieversorger, aber auch Start-ups bieten PV-Anlagen auch zum Mieten an. Die meisten Anbieter übernehmen nicht nur die Installation der Anlage und die Anmeldung beim Netzbetreiber, sondern auch die gesamte Wartung. Dafür verlangen sie eine monatliche Miete, über eine Laufzeit von zumeist 20 Jahren.

Energieversorgung: Miete für Solaranlage kostet etwa 50 bis 150 Euro im Monat

„Wem die Zeit für die Planung einer solchen Anlage fehlt, wer sich mit den technischen Details nicht beschäftigen möchte, aber trotzdem etwas für den Klimaschutz tun möchte, für den kann das Mieten einer PV-Anlage eine Option sein“, sagt Ines Rutschmann, Energie-Expertin beim Verbraucherratgeber Finanztip. Allerdings bezahlt man für den Service: Bei einer Finanztip-Untersuchung zeigte sich, dass Kund:innen über 20 Jahre bei Mietangeboten insgesamt zwei- bis dreimal mehr zahlen als bei einem Kauf.

Laut Verbraucherzentrale kosten solche Miet-Angebote zwischen 50 und 150 Euro im Monat. Was überschaubar klinge, summiere sich über die lange Laufzeit von bis zu 20 Jahren auf einen hohen fünfstelligen Betrag, der die Anschaffungskosten beim Kauf einer Anlage fast immer deutlich übersteige, so die Verbraucherzentrale.

Festpreis für die Miete der Photovoltaikanlage sorgt für gleichbleibende Kosten auch bei Inflation

„Die Mietanbieter lassen sich in der Regel die letzte Stromrechnung geben, um dann einen Mietpreis zu vereinbaren, der darunter liegt“, sagt Rutschmann. Und der bleibe dann die ganze Laufzeit über konstant. „Für den Kunden rechnet sich das aber nicht, wenn der Strompreis fällt oder stagniert“, so Rutschmann. Und danach sehe es momentan aus – auf lange Sicht werde der Strompreis eher sinken als noch weiter ansteigen.

Der Berliner Mietanbieter Enpal bestätigt, dass immer ein Festpreis vereinbart wird. „So weiß der Kunde genau, was er zahlt, und hat volle Transparenz über seine Ausgaben. Die Miete bleibt konstant – auch bei Inflation“, sagt Stephan Rink, Vertriebsmanager bei Enpal. Und auch dann, wenn Solarmodule oder Wechselrichter mal nicht funktionieren, kümmert sich das Start-up. Während des Betriebs bestehen so keine größeren Kostenrisiken. „Sollte eine Störung oder ein Defekt vorliegen, fallen für Kundinnen und Kunden keine Zusatzkosten für Reparaturen oder Ersatzteile an. Das schließt auch den Austausch gesamter Komponenten, wie Module, Wechselrichter oder Speicher, ein“, teilt etwa auch der Mietanbieter DZ-4 mit.

Nachteil des Mietens einer Solaranlage: Verträge sind kaum kündbar

„Nachteil ist, dass die Mietverträge bis zu 20 Jahre laufen und praktisch nicht kündbar sind. Auch bei einem Hausverkauf oder wenn das Haus vererbt wird, müssen diese weitergeführt werden“, so die Verbraucherzentrale.

„Ein Kauf ist insgesamt auf jeden Fall günstiger“, sagt auch Andreas Henning, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Berlin. Allerdings müssen dann auf einen Schlag mehrere tausend Euro finanziert werden. Wem das nicht ohne weiteres möglich ist, kann zum Beispiel auf zinsgünstige Kredite von der Förderbank KFW zurückgreifen. Darüber hinaus gibt es häufig regionale Förderprogramme – auch für Batteriespeicher.

Strom sparen durch Solarenergie – Eigenverbrauchsanteil durch Batteriespeicher erhöhen

Mit einem Batteriespeicher kann der Eigenverbrauchsanteil deutlich erhöht werden. Zwar gibt es für nicht eigens gebrauchten Solarstrom Geld in Form der Einspeisevergütung zurück – Strom, der über den Eigenverbrauch hinausgeht, wird ins öffentliche Netz abgegeben. Die Vergütung sinkt aber zunehmend und liegt momentan bei nur noch etwa sieben Cent pro Kilowattstunde.

„Der Eigenverbrauchsanteil sollte bei mindestens 20 Prozent ohne Batteriespeicher und bei etwa 60 Prozent mit Batteriespeicher liegen, ansonsten rechnet sich der Kauf einer Anlage zumindest finanziell nicht“, sagt Henning.

Betriebskosten sollten beim Kauf einer Photovoltaikanlage bedacht werden

Bei einem Kauf müssen außerdem die Betriebskosten bedacht werden. Etwa 150 bis 250 Euro – je nach Größe der Anlage – könnten jährlich anfallen, so Energie-Experte Henning. Darunter fällt dann die Versicherung gegen Schäden an der Anlage, mögliche Reinigungskosten oder nach Jahren auch mal der Austausch des Wechselrichters. Stimmen Stromverbrauch und Investitionskosten, sollte sich eine Anlage in der Regel nach zehn bis 14 Jahren amortisiert haben.

Mit dem Eignungs-Check Solar der Energieberatung der Verbraucherzentrale können Eigenheimbesitzer prüfen lassen, ob ihr Haus für eine Photovoltaik-Anlage geeignet ist. Weitere Informationen dazu gibt es unter verbraucherzentrale-energieberatung.de.

Strom sparen durch PV-Anlage: Vergleich von Kauf und Miete ratsam

Eine wichtige Bedingung, dass eine PV-Anlage überhaupt Sinn macht, ist beispielsweise eine möglichst schattenfreie Dachfläche und eine Ausrichtung nach Süden oder zumindest nach Süd-Ost oder Süd-West. Die Stiftung Warentest bietet außerdem online einen Photovoltaik-Rechner, mit dem Kosten, Erträge und Rendite berechnet werden können.

Wer direkt Angebote vergleichen möchte, kann über verschiedene Vergleichsportale erst einmal mehrere Angebote einholen. Hier ist auch ein Vergleich von Kauf und Miete möglich. Finanztip empfiehlt besonders die Portale Selfmade-Energy.com und Photovoltaik-Angebotsvergleich.de. (Theresa Dräbing)

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