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Vorsicht im Umgang mit Handzeichen, nicht in jedem Land haben sie dieselbe Bedeutung.

Mehrdeutige Gesten

Welche Handzeichen Sie im Ausland besser nicht machen

Alles super: Daumen hoch. In Deutschland versteht das jeder. Im Ausland aber lauern Fettnäpfchen, weil Handzeichen dort häufig eine andere Bedeutung haben. Die wichtigsten Gesten im Überblick.

Der hoch gereckte Daumen bedeutet: top, alles super, der gestreckte Zeige- und Mittelfinger signalisiert einen Sieg und mit Daumen und Zeigefinger in der Höhe bestellt man zwei Bier. Das stimmt nur bedingt: Es kommt nämlich darauf an, in welchem Land diese Zeichensprache benutzt wird.

Gesten und Handzeichen sind von Kultur zu Kultur sehr verschieden. Wer die Codes nicht beherrscht, kann schnell in ein Fettnäpfchen treten. Denn ein- und derselbe Fingerzeig kann in einem Land etwas völlig harmloses meinen, im anderen aber eine vulgäre Beleidigung sein.

Daumen hoch

Die Daumen-hoch-Geste zum Beispiel ist hierzulande völlig unmissverständlich ein Ausdruck von Anerkennung und Freude. Im Kanada wird sie hingegen nur von Trampern benutzt. Und wer sich in Afghanistan, Iran oder dem Irak aufhält, sollte die Geste äußerst sparsam einsetzen, hier kommt sie nämlich einer üblen Beschimpfung gleich. Türken könnten dieses Handzeichen als Einladung zu sexuellen Praktiken verstehen.

Daumen plus Zeigefinger

In Deutschland kann mit mit dieser Geste zwei Bier bestellen. Aber Vorsicht: In Ländern wie Japan, steht der Daumen für die Zahl fünf.

Victory-Zeichen

Hochgestreckter Zeige- und Mittelfinger sind als Sieges- oder Peace-Zeichen bekannt. In Großbritannien, Irland, Australien, Neuseeland, Südafrika und auf Malta sollten Touristen dabei allerdings besser nicht die Hand umdrehen, also jemandem den Handrücken entgegen halten. Das wäre eine schlimmere Beleidigung als ein ausgestreckter Mittelfinger. In vielen asiatischen Ländern machen Menschen das Victory-Zeichen, wenn sie für ein Foto posieren und ihr Lächeln unterstreichen wollen.

Heranwinken

Wer in Deutschland ein Taxi heranwinken möchte, hält seine Hand dabei in der Luft auf Oberkörper-Höhe. In südlichen Ländern wie Spanien, Portugal, Italien, Malta, Tunesien, Griechenland, Türkei sowie in Südostasien oder Südamerika werden Urlauber mit dieser Geste aber keinen Erfolg haben. Hier winkt man Personen unauffälliger, mit der Hand auf Bein-Höhe zu sich heran.

Zeigefinger plus kleiner Finger

Die Geste ausgestreckter Zeigefinger plus kleiner Finger nutzen hierzulande insbesondere Rockmusik-Fans, um auszudrücken, dass ihnen die Musik gerade richtig gut gefällt. In den USA könnte diese Geste mit einem Ausdruck aus der Gebärdensprache verwechselt werden. Dort bedeutet die Kombination aus ausgestrecktem Zeigefinger und kleinem Finger sowie abgespreizten Daumen „I love you“ (ILY). Italiener hingegen verhöhnen mit der „mano cornuta“ (gehörnte Hand) betrogene Ehemänner und -frauen.

Daumen und Zeigefinger zum Kreis

Das Zeichen, das hierzulande als „perfekt“ oder „köstlich“ verstanden wird, ist in asiatischen Ländern und Russland, Griechenland und der Türkei eine obszöne Geste, die dort für eine Körperöffnung steht. In der Tauchersprache der USA heißt das Handzeichen dagegen „Alles okay“.

Zeigefinger an Stirn

Wer sich in Deutschland vor einem Mitmenschen mit dem Zeigefinger an die Stirn tippt, drückt damit aus: „Du hast doch nicht mehr alle Tassen im Schrank.“ In den USA ist diese Geste ein Kompliment. Die Amerikaner machen sie, wenn jemand besonders clever oder intelligent ist.

Zeigefinger auf Person richten

Mit dem Finger auf jemanden zeigen: Das ist unhöflich. Hierzulande lernen das Kinder schon früh. Wenigstens dieses Wissen zahlt sich für Touristen aus, denn die Geste zählt in sehr vielen Ländern als unhöflich. In Thailand und Südafrika kann sie vom Gegenüber gar als Angriff verstanden werden. (kkl/dmn)

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