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Diese Sports-Illustrated-Models erklären im Video die Sicherheitsbestimmungen im Flugzeug.

Air New Zealand

Sexy Sicherheitsvideo löst Riesenwirbel aus

Etliche Neuseeländer haben gegen einen Clip der Fluggesellschaft Air New Zealand protestiert. Darin erklären sexy Bikini-Models die Sicherheitsvorschriften an Bord. Wie der Streit nun ausging.

Von Katharina Klöber

Wer schaut beim Anblick einer sexy Strand-Schönheit nicht gern hin? Das dachten sich wohl die Macher eines Videoclips für die Fluggesellschaft Air New Zealand. Ganz nach dem Motto „Sex sells“ produzierten sie einen Kurzfilm, in denen Bikini-Models Fluggästen die Sicherheitsmaßnahmen an Bord erklären.

Das seit Februar gezeigte rund vierminütige Video mit dem Titel „Safety in Paradise“ (Sicherheit im Paradies) zeigt die Models des Magazins ?Sports Illustrated? Chrissy Teigen, Jessica Gomes, Hannah Davis und Ariel Meredith in knappen Bikinis am Südsee-Strand der Cook-Inseln. Model-Oma Christie Brinkley wird aus Hollywood zugeschaltet. Mit wallenden Haaren und schwingenden Hüften erklären die Schönheiten, wie man den Gurt schließt, die Sauerstoffmaske aufsetzt oder die Schwimmweste anlegt.

Neuseeländer finden Clip sexistisch

Alles schön, alles sicher, alles klar? Nicht ganz. Denn mit dem Protest Tausender Neuseeländer und Australier hatte Air New Zealand wohl nicht gerechnet. Mit dem Argument, der Clip sei sexistisch machten etliche Menschen ihrem Ärger Luft.

Der New Zealand Herald zitiert Universitätsdozentin Deborah Russell: „Ich bin enttäuscht: Die nationale neuseeländische Fluggesellschaft beteiligt sich am Geschäft von Sports Illustrated und degradiert Frauen zu Objekten.“ Das Video enthalte etliche Anspielungen auf Sex und Sexualität, denen man gezwungenermaßen nicht entkommen könne. Es sei unangenehm, im Flugzeug mitzubekommen, wie Männer das Video lüstern anschauen. Davon abgesehen kritisiert Russell, das Video verderbe die pazifische Kultur, indem es weiße Frauen zeige, die nicht aus der Südsee stammen.

Gegner starten Online-Petition

Rund 11.000 Menschen unterzeichneten auf der Plattform change.org eine Petition gegen das Video. Darin heißt es: „Ein Sicherheitsvideo soll Passagiere darüber aufklären, was im Notfall zu tun ist. Es sollte nicht die Sexualisierung des weiblichen Körpers feiern.“ Der Clip verletze die Gefühle religiöser Menschen, verunsichere Menschen mit einem gestörten Körpergefühl und Opfer sexuellen Missbrauchs. Außerdem vermittele er Kindern und Jugendlichen unrealistische Körperideale.

Air New Zealand konterte den Protest zunächst mit eigenen Argumenten. Das Video habe vor Testpublikum bestanden und die Macher hätten auf die richtige Mischung aus Unterhaltung und Information geachtet. „Da das Video am Strand gedreht wurde, ist es absolut angemessen, dass die Models Bikinis tragen“, zitiert der Herald eine Sprecherin der Fluggesellschaft.

Airline spielt Aufregung herunter

Doch seit wenigen Tagen ist „Safety in Paradise“ aus dem Bordprogramm verschwunden. Die Gegner des Videos werten das als Erfolg ihrer Petition. Air New Zealand gibt sich nach außen weiter gelassen und betont, der öffentliche Druck habe keine Rolle gespielt.

Die Sicherheitsvideos würden regelmäßig ausgetauscht und der Sports-Illustrated-Clip habe diese Frist nun erreicht. Auf Flügen von Wellington nach Auckland sehen Passagiere nun ein früheres Video mit dem britischen Abenteurer Bear Grylls.

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