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Venedig: Touristen sollen Möwen mit Wasserpistolen verscheuchen

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Von: Franziska Kaindl

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Eine hungrige Möwe steht auf der Rialto Brücke in Venedig.
Möwen sorgen bei einigen Hoteliers in Venedig für Unbehagen. © Andrea Merola/Imago

Seit einiger Zeit machen Möwen den Hoteliers in Venedig zu schaffen. Um die Vögel zu vertreiben, händigen sie Touristen und Touristinnen nun Wasserpistolen aus.

Erst waren es die Tauben, jetzt sind es die Möwen – und sind scheinbar noch aggressiver als ihre Vorgänger. So sehr, dass verschiedene Hoteliers in Venedig sich genötigt sehen, ihren Gästen und Gästinnen eine „Waffe“ gegen die Vögel auszuhändigen. „Es genügt, wenn ein Gast aufsteht, und schon stürzen sich zehn bis 15 Tauben und Möwen auf die Chips am Tisch und zerbrechen Gläser und mehr“, berichtet Paolo Lorenzoni, Leiter des historischen Hotels Gritti, laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA. „Es gab viele Fälle, in denen wir den Kunden die Kosten für verschüttete Getränke und Flecken auf der Kleidung erstatten mussten.“

Venedig: Wasserpistolen sollen Möwen abschrecken

Die gefräßigen Tiere stürzen nämlich nicht selten von oben auf die Gäste und Gästinnen, die im Freien eine Mahlzeit oder ein paar Getränke genießen wollen, herab und reißen ihnen das Essen geradezu aus den Händen. Besonders „diebisch“ ist offenbar die Heringsmöwe, von der sich etwa 500 Paare in der Stadt befinden sollen. Jetzt sollen Touristen und Touristinnen sich ausgerechnet mit Wasserpistolen gegen die Möwen schützen.

Die Wasserpistolen werden den Urlaubern in der Farbe Orange ausgehändigt – und zwar aus einem besonderen Grund: „Sobald sie sie sehen, rennen sie weg. Wir haben alles Mögliche ausprobiert, zum Beispiel mit einer Eulenattrappe, aber die Tauben stiegen ihnen auf den Kopf. Der Falkner hat seine Kosten, und ihn jeden Tag anzurufen, wird zu viel. Ein Gespräch mit einem Experten ergab dann, dass diese Tiere die Farbe Orange nicht mögen, sie stört sie“, sagt Lorenzoni. Dabei sei es nicht einmal nötig, sie zu benutzen, so der Hotelier. Es reiche völlig aus, die orange Wasserpistole gut sichtbar auf den Tisch zu legen. Die Hoteliers versichern, dass die Spielzeugpistolen „den Tieren nicht schaden“ würden.

Möwen-Problem: Hoteliers in Venedig suchen verzweifelt nach Lösung

Das Problem ist mittlerweile so gravierend, dass die venezianischen Hoteliers beim nächsten Fachkongress über alternative Möglichkeiten diskutieren wollen, die Vögel fernzuhalten. Im Gespräch sind unter anderem eine elektrostatische und mechanische Abschreckung sowie akustische Systeme. (fk)

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