Von Java nach Komodo

Einsteiger-Rundreise durch Indonesien

Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru
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Die Sonne geht auf über dem Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru - einer der absoluten Höhepunkte auf Java. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn
Insel Kanawa
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Die Insel Kanawa wird auf einer Bootstour durch den Komodo-Nationalpark meist auch angefahren - und zeigt wunderbare Farben. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn
Orang-Utans
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Auf Borneo können Touristen Orang-Utans in freier Wildbahn erleben. Foto: Lea Sibbel/dpa-tmn
Ijen im Osten Javas
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Abenteuer unter dem Sternenhimmel: Auf einem nächtlichen Ausflug steigen Touristen in den Krater des Ijen im Osten Javas. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn
Kratersee des Ijen
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Imposantes Farbenspiel: der Kratersee des Ijen im Morgengrauen. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn
Mit dem Roller unerwegs
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Das knatternde Geräusch der Motoren gehört dazu: Viele Reisende entdecken Bali auf eigene Faust mit dem Roller. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn
Vom einfachen Gasthaus bis zum Luxushotel
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Hotel mit Pool nahe Ubud - Bali bietet an Unterkünften alles vom einfachen Gasthaus bis zum Luxushotel im Dschungel. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn
Ubud Palace auf Bali
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Ubud Palace auf Bali - auf dem Gelände finden abends traditionelle Tanzvorführungen statt. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn

Zum ersten Mal nach Indonesien? Nur wohin genau? Schließlich ist der asiatische Inselstaat riesig. Hier ein Vorschlag für Neulinge.

Jakarta (dpa/tmn) - Noch ist nicht klar, wann Reisen wieder möglich sein wird. Doch bei vielen wächst die Sehnsucht nach einem Abenteuer in der Ferne. Ein begehrtes Ziel hierfür ist auch Indonesien. Wer das Land noch nie besucht hat, sollte sich Zeit nehmen für die Planung.

Ein Monat Indonesien - das klingt nach jeder Menge Zeit und einem entspannten Reisemodus, um paradiesische Buchten, spektakuläre Vulkane und uralte Tempel zu sehen.

Von wegen.

Das Land in Südostasien hat mehr als 17.500 Inseln, allein Sumatra ist größer als Deutschland. In vier Wochen kann man nur einen ganz kleinen Teil sehen und muss sich auf wenige Regionen beschränken, will man nicht dauernd in Bus, Bahn oder Flieger sitzen.

Für Einsteiger empfiehlt sich die klassische und abwechslungsreiche Rundreise von Jakarta über Java bis Bali und von dort weiter nach Lombok - oder stattdessen in den Komodo-Nationalpark. Die hier vorgestellte Route ist aber nur eine von unzähligen Möglichkeiten und lässt sich natürlich beliebig ausbauen, verkürzen oder abändern.

Mit dem Zug über Java tuckern

Nach einhelliger Meinung von Indonesien-Kennern ist die Zugreise immer noch die schönste Art und Weise, Java zu entdecken. In mehreren Tagen - je nach Zeit und Laune - geht es entspannt von West nach Ost über die am dichtesten besiedelte Insel Indonesiens.

Die Hauptstadt Jakarta - ein gigantischer Moloch - lassen die meisten Reisenden schnell hinter sich. Tipp: das Hotel für die erste Nacht nahe eines Fernbahnhofs (zum Beispiel Gambir) buchen, das Zugticket mit ein wenig Vorlauf online kaufen und an der Station ausdrucken.

Erstes gesetztes Ziel auf der Reise nach Osten ist Yogyakarta, kurz «Jogja». Die Stadt ist Javas kulturelles Zentrum und hat mehrere historisch bedeutsame Orte zu bieten, etwa den Sultanspalast. Wer ein hochwertiges Souvenir sucht, wird in den Antiquitätenläden rund um die Prawirotaman-Straße glücklich.

Ein Sonnenaufgang, der die Sinne berührt

Ist die erste Reiserschöpfung überstanden, lohnt sich schon wieder frühes Aufstehen. Außerhalb von Yogyakarta wartet ein wahrer Augenöffner: die Tempelanlage von Borobudur, das größte buddhistische Bauwerk der Welt. Am schönsten ist die Stimmung bei Tagesanbruch.

Die Tour lässt sich in fast jedem Hostel in «Jogja» buchen. Zu nachtschlafender Zeit beginnt die Fahrt, so dass man vor den Busreisegruppen an der Tempelanlage eintrifft.

Rauchende Krater und blaues Feuer in der Nacht

Vulkane faszinieren und flößen Furcht ein, sind zugleich akute Bedrohung und beliebte Ausflugsziele. Die Besichtigungstouren auf Java sind bestens organisiert. Als Muss gilt der Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru mit seinem riesigen Vulkankessel und mehreren Kratern. Dafür geht es mit dem Zug von Yogyakarta nach Probolingoo.

Wieder kommt der Schlaf zu kurz, wieder lohnt es sich. In der Nacht starten die Touren in der Stadt mit Abholung im Hotel und bringen die Gäste zu einem Parkplatz im Nationalpark. Von dort geht es zu Fuß mit einer Stirnlampe unter einem funkelnden Sternenhimmel vorsichtig auf den King Kong Hill, zum wahrscheinlich besten Aussichtspunkt.

Der Blick auf Gunung Bromo und Semeru während des Sonnenaufgangs ist buchstäblich malerisch schön. Besonders dramatisch wird es, wenn die ersten Wolken in den Kessel kriechen, unter einem blauen Himmel.

Noch spektakulärer ist der nächtliche Ausflug zum Vulkan Ijen im Osten Javas - er führt bis auf den Grund des Kraters. Dort schießen sich entzündende Schwefelgase in teils meterhohen blauen Flammen aus dem Vulkangestein. Weil die Gase derart beißen, tragen die Touristen Schutzmasken auf dem Gesicht, während einheimische Arbeiter die Schwefelbrocken in Schwerstarbeit vom Berg holen - ohne Maske.

Überfahrt auf die Insel der Götter

Mit dem kräfteraubenden Vulkanausflug zum Ijen endet die Zugreise in der Küstenstadt Banyuwangi. Nach den Strapazen der bisherigen Reise wartet nun Bali, wo man es einige Tage so ruhig angehen kann, wie man möchte. Die Fähre legt ab, und man lässt Java hinter sich.

Auf Bali kann man ebenso gut eine Woche wie einen Monat verbringen. Die Freundlichkeit der Balinesen, der verspielte Charme der Insel, der sich in den kunstvollen Haustempeln seiner hinduistischen Einwohner zeigt, und die ausgezeichnete Infrastruktur machen es hier leicht, länger als geplant zu bleiben.

Während im Süden in Kuta vor allem die Strände zum Surfen locken, quartieren sich Globetrotter besonders gerne in Ubud ein, einer kleinen Stadt im Hinterland, in der Hipster auf Hippies und Hedonisten auf kulturbeflissene Ausflügler treffen.

Wer die Sehenswürdigkeiten der Insel erkunden will, mietet sich einen Roller oder nutzt die beliebte Taxi-App Grab. Und wer bislang eher mit schmalem Budget unterwegs war, gönnt sich vielleicht eine höherwertige Unterkunft, zum Beispiel mit einem kleinen Privatpool.

Zu den frequentierten Attraktionen auf Bali gehören die Tempel Gunung Kawi und Pura Tirta Empul, das Bergdorf Munduk als Startpunkt für ausgedehnte Wanderungen, die Reisterrassen von Jatiluwih und der Affenwald von Sangbeh. In Ubud lohnen sich die balinesischen Tanzaufführungen. Taucher finden schöne Plätze im Norden der Insel.

Weiter nach Lombok oder Wildnis pur?

Nach den Klassikern Java und Bali haben Reisende die Wahl: Weiter zur Nachbarinsel Lombok, die mit dem imposanten Vulkan Rinjani lockt? Auf die vorgelagerten Gili-Inseln, wo Backpacker relaxte Tage am Strand in einfachen Hütten verbringen und im Grunde nicht viel passiert? Oder mit einem Inlandsflug von Denpasar nach Kalimantan (Borneo), um einen Trip zu den Orang-Utans im Regenwald zu unternehmen?

Alles gut machbar, alles sehenswert. Doch statt für Affen kann man sich auch für Echsen entscheiden - und was für welche! Von der Insel Flores aus starten Bootstouren in den Komodo-Nationalpark mit seinen berühmten, durchaus Angst einflößenden Komodo-Waranen.

Dafür fliegt man von Bali in einer Stunde nach Labuan Bajo. Örtliche Reiseveranstalter bieten Touren in den Nationalpark von unterschiedlicher Länge an, unkompliziert buchbar per Whatsapp nach einer kurzen Recherche im Internet und mit Abholung direkt im Hotel.

Echsen und Rochen der Superlative

So bekommen Reisende die urzeitlich anmutenden Riesenechsen zu Gesicht, denen man besser nicht zu nahe kommt. Die Tiere leben auf den Inseln Rinca und Komodo, letztere soll irgendwann zu einer Premiumdestination mit entsprechend hohem Eintrittsgeld ausgebaut werden. Im Nationalpark liegen aber auch grandiose Tauchspots - darauf spezialisierte Ausflüge lassen sich in Labuan Bajo buchen.

Absoluter Höhepunkt ist hier der Manta Point mitten im Meer zwischen zwei Inseln. Die größten Rochen der Erde gleiten dort nur wenige Meter unter dem eigenen Körper durchs Wasser. Oder man planscht einfach ein bisschen am Pink Beach im tropischen Meer. Der Sandstrand hat durch die Ablagerungen tatsächlich eine leicht pinke Farbe.

Nach einem Monat Insel-Hopping geht es zurück in die Heimat - in dem Wissen, wahnsinnig viel erlebt, aber noch mehr nicht gesehen haben. Indonesien lohnt sicherlich eine zweite Reise. Mindestens.

© dpa-infocom, dpa:210120-99-102424/7

Buchungswebseite für Zugtickets in Indonesien

Taxi-App Grab (Google Playstore)

Reise- und Sicherheitshinweise für Indonesien

Rundreise in Indonesien

Klima und Reisezeit: Indonesien liegt in den Tropen, das Klima ist entsprechend ganzjährig warm, aber keineswegs einheitlich. Als Hochsaison gelten die Monate Juni bis September und Dezember/Januar.

Anreise und Formalitäten: Flüge nach Jakarta gibt es in der Regel mit einem Zwischenstopp zum Beispiel in Bangkok oder Singapur. Für die Einreise brauchen deutsche Staatsbürger einen Reisepass, der bei der Ankunft noch mindestens sechs Monate gültig ist. In Indonesien gibt es ein gut ausgebautes Netz an Inlandsflugverbindungen.

Geld: Die Währung ist die Indonesische Rupiah (IDR). 1 Euro entsprechend etwa 17.000 IDR (Januar 2021). Bargeld bekommen Reisende bei Banken, per Kreditkarte an Bankautomaten und in manchen Hotels.

Gesundheit: Für die Inseln Java und Bali ist keine Malaria-Prophylaxe mit Tabletten nötig, auf Flores und im Komodo-Nationalpark kann dies unter Umständen angezeigt sein. Empfohlene Impfungen: mindestens Tetanus, Diphtherie und Polio sowie Hepatitis A.

Corona-Lage: Indonesien lässt derzeit keine Ausländer einreisen. Das Land ist von der Pandemie stark betroffen, vor allem im Großraum Jakarta, es besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Informationen: Visit Indonesia Tourism, Hanauer Landstraße 184, 60314 Frankfurt/Main (Tel.: 069/175371038).

Rubriklistenbild: © Philipp Laage

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