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Die Stech-Mücke Aedes aegypti. In Deutschland gibt es diese Mücke nicht.

Weltweite Gefahren

In diese Länder können Urlauber noch sicher reisen

Angst vor einer Ansteckung mit dem Zika-Virus oder vor Terroranschlägen hält viele Deutsche davon ab, ihren Urlaub zu planen. Welche Reiseziele noch als sicher angesehen werden können, haben wir hier zusammengefasst.

Der Sommer naht, aber viele Deutsche haben ihren Urlaub noch nicht gebucht. Aus einem einfachen und nachvollziehbaren Grund: Sie fühlen sich unsicher, weil sie nicht wissen, welches Land eigentlich noch gefahrlos bereist werden kann.

Aus Angst vor Terroranschlägen oder vor einer Ansteckung mit dem Zika-Virus trauen sich Urlauber nicht, sich auf ein Land festzulegen – schließlich könnte eine neue Schreckensmeldung die Pläne für die eigentlich schönste Zeit des Jahres durchkreuzen.

Gefahr für Babys im Mutterleib

Erst am Dienstagabend hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt gegeben, dass das von Stechmücken übertragene Zika-Virus nach neuesten Erkenntnissen für Schwangere gefährlicher ist als bisher angenommen.

Zwar fehlten weiterhin letzte Beweise dafür, dass das Virus Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen (Mikrozephalie) verursache. Aber es sei klar, dass das Virus auch die Plazenta oder das Nervensystem schädigen könne, sagte WHO-Direktorin Margaret Chan am Dienstagabend in Genf. Grund zu großer Sorge sei außerdem, dass der Erreger häufiger als bisher angenommen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden könne.

Reisewarnung für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch

Die WHO hatte wegen der Ausbreitung des Zika-Virus am 1. Februar den globalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Auf eine generelle Reisewarnung hat die WHO bislang verzichtet. Allerdings warnte sie nun Schwangere davor, in betroffene Gebiete zu reisen.

Das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin raten auch Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete ab, da das Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion nicht ausgeschlossen werden kann. Paare, die ihren Urlaub nutzen wollen, um an der Erfüllung ihres Kinderwunschs zu arbeiten, sollten also ganz genau überlegen, welche Destination in Frage kommt.

Auf Nummer sicher gehen Reisende, die einen sorglosen Urlaub verbringen wollen, natürlich, wenn sie auf Urlaub in gefährlichen Ländern verzichten. Insofern können Urlauber ganz einfach nach dem Ausschlussprinzip vorgehen.

Welche Länder sind von Zika betroffen?

Zika ist bisher in 52 Ländern nachgewiesen worden. Das sind nach Angaben der WHO folgende:  

Karibik

Barbados, Curaçao, Dominikanische Republik, Guadeloupe, Haiti, Jamaika, Martinique, Puerto Rico, Saint Martin, Saint Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, Virgin Islands

Mittelamerika

Aruba, Bonaire, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama

Südamerika

Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Kolumbien, Paraguay, Surinam, Venezuela

Südostasien

Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Philippinen, Thailand

Ozeanien

Amerikanisch-Samoa, Fidji, Marshall-Inseln, Salomonen-Inseln, Samoa, Tonga, Vanuatu

Afrika

Elfenbeinküste, Gabun, Kapverden, Kamerun, Nigeria, Senegal, Uganda, Zentralafrikanische Republik

Indischer Ozean

Malediven

Von diesen Reisezielen rät das Auswärtige Amt ab

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt außerdem grundsätzlich vor weltweiter Terrorgefahr. In dem entsprechenden Sicherheitshinweis heißt es:

„Die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen besteht unverändert fort.“ Als mögliche Anschlagsziele gelten besonders Orte mit Symbolcharakter. Dazu gehören bekannte Sehenswürdigkeiten, Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastruktur (insbesondere Flugzeuge, Bahnen, Schiffe, Busse), Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten sowie generell größere Menschenansammlungen, erklärt das Auswärtige Amt.

Zwar kann es eine hundertprozentige Sicherheit nie geben, doch auch in diesem Fall empfiehlt es sich, bei der Wahl des Urlaubslandes nach dem Ausschlussprinzip vorzugehen. Vor Reisen in folgende Länder warnt das Auswärtige Amt ganz oder teilweise:

Europa

Ukraine

Afrika

Ägypten, Algerien, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Kamerun, Libyen, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Somalia, Südsudan, Tschad, Zentralafrikanische Republik

Vorder-, Zentral- und Ost-Asien

Afghanistan, Georgien, Irak, Japan, Jemen, Libanon, Palästinensische Gebiete, Pakistan, Syrien

Welche beliebten Fernreiseziele bleiben noch übrig?

Klar ist: Wer die weltweite Gesundheits- und Anschlagsgefahrenlage analysiert, kommt zu dem Schluss, dass die europäischen Länder zu den sichersten gehören. Da liegt es auf der Hand, ein klassisches mediterranes Urlaubsland zu wählen, etwa Portugal, Spanien, Frankreich, Italien oder Griechenland.

Doch was machen Urlauber, die sich auf ein exotisches Ziel gefreut hatten? Sie können trotzdem einen anderen Kontinent bereisen. Welche Länder in punkto Zika-Ansteckungsrisiko und Terrorgefahr als vorwiegend sicher gelten, lesen Sie hier:

Nordamerika

Kanada, USA

Südamerika

Argentinien, Chile, Peru

Afrika

Marokko, Namibia, Südafrika, Tansania

Asien

China, Indien, Seychellen, Sri Lanka, Vietnam

Australien, Neuseeland

(kkl)

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