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Erwachsene geimpft, Kinder nicht: Was bedeutet das für den Familienurlaub in den Sommerferien? (Symbolbild)
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Erwachsene geimpft, Kinder nicht: Was bedeutet das für den Familienurlaub in den Sommerferien? (Symbolbild)

Corona-Pandemie

Urlaub mit ungeimpften Kindern - was ist in der Pandemie möglich?

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Vor den Sommerferien sehnen sich die Deutschen nach dem Reisen. Während viele Erwachsene geimpft sind, müssen Kinder warten. Was heißt das für den Familienurlaub?

Frankfurt – Nach monatelangem Corona-Lockdown planen viele Deutsche an Pfingsten endlich wieder einen Kurzurlaub. Das ist jedoch bloß ein Vorbote dessen, was im Juni folgen wird. Denn am 21. Juni starten mit Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die ersten Bundesländer in Deutschland in die großen Sommerferien. Viele Familien wollen dann endlich wieder verreisen und im In- und Ausland Urlaub machen. Angesichts der fortschreitenden Impfkampagne sowie dem Trend sinkenden Inzidenzzahlen ist das auch durchaus denkbar.

Allerdings: Corona-Impfungen werden bislang hauptsächlich den Erwachsenen verabreicht, Kinder und Jugendliche warten bisher vergebens auf die Zulassung der Corona-Impfstoffe. Und die Zeit drängt.

Familienurlaub in der Corona-Pandemie: Besteht eine Quarantänepflicht für Kinder?

Das hat auch das Bundesgesundheitsministerium um Jens Spahn (CDU) erkannt. Spahn sagte zuletzt, dass bis zum Ende der Sommerferien alle 12- bis 18-Jährigen ein Impf-Angebot erhalten und mindestens eine Impfdosis, im besten Fall sogar beide, verabreicht bekommen. Das dürfte bei vielen Eltern in Deutschland zumindest ein wenig Hoffnung auf einen unbekümmerten Familienurlaub im Sommer schüren. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von Regionen und Ländern, die angesichts sinkender Corona-Fallzahlen ihre Grenzen für Touristen öffnen.

Zwar rät das Auswärtige Amt weiterhin von „nicht notwendigen touristische Reisen“ in die meisten Länder ab, jedoch gilt kein generelles Reiseverbot. Grundsätzlich ist Urlaub für Deutsche innerhalb der EU also möglich. Allerdings ist das je nach Urlaubsregion häufig mit mehr oder minder großen Corona-Einschränkungen verbunden. Denn fast alle europäischen Länder gelten nach wie vor offiziell als Risiko- oder gar Hochrisikogebiet. Verbindliche Aussagen darüber zu treffen, wann, wo und wie Urlaub gemacht werden kann, ist angesichts der dynamischen Situation schwierig. Bei der Reiseplanung und speziell vor der Abreise sollten sich Familien also unbedingt auf der Seite des Auswärtigen Amtes über die jeweils aktuell geltenden Maßnahmen informieren.

Corona-Test und Quarantäne: Was müssen Familien mit Kindern vor dem Urlaub beachten?

Diese Maßnahmen und Einschränkungen entfallen allerdings immer öfter für bereits geimpfte oder von einer Covid-Erkrankung genesene Personen. Für sie entfällt in der Regel unter anderem die Quarantänepflicht bei Einreise und Reiserückkehr. Aber was heißt das nun für Familien, wenn die Erwachsenen bereits geimpft sind, die Kinder allerdings nicht? Was muss bei der Urlaubsplanung berücksichtigt werden?

Flugreisende ab dem sechsten Lebensjahr müssen derzeit vor dem Abflug einen negativen Antigen-Test vorweisen, der nicht älter ist als 48 Stunden. Das ist auch bei Einreisekontrollen in vielen EU-Ländern nötig.

Urlaub während der Corona-Pandemie: Vorsicht auch bei der Rückkehr

Bei der Reise-Rückkehr aus Corona-Risiko- oder Hochrisikogebieten nach Deutschland müssen sich ungeimpfte Einreisende ab sechs Jahren in eine verpflichtende zehntägige Quarantäne begeben. Frühestens nach fünf Tagen können sich Betroffene mit einem negativen Corona-Test von dieser Pflicht befreien. Bereits vollständig gegen Corona geimpften oder auch genesenen Personen bleibt diese Quarantänepflicht nach der Einreise erspart. Für rückkehrende Familien aus Risikogebieten könnte das also bedeuten, dass nur die Kinder für mindestens fünf Tage isoliert werden müssen. Ausnahme: Bei der Reiserückkehr aus einem Urlaubsgebiet, in der eine Virusvariante dominiert, gilt unabhängig von der Impfung für alle eine 14-tägige Quarantänepflicht.

Um das Szenario zu umgehen, dass sich die Kinder separat in Quarantäne begeben müssen, sind die Impfungen für Kinder und Jugendliche zunächst unumgänglich. Aber ist der Vorstoß Spahns, dass bis zum Ende der Sommerferien alle 12- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot erhalten, realistisch? Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hält diesen Zeitplan des Bundesgesundheitsministeriums allerdings für „überambitioniert“, das gab er gegenüber der Rheinischen Post bekannt.

Urlaub in den Sommerferien: Corona-Impfung für Kinder - Ist Spahns Zeitplan realistisch?

Demnach müsse der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren von der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen und freigegeben werden. Dies soll nach Angaben der EMA angesichts von Fortschritten bei der Bewertung aber noch im Mai vonstattengehen. In den USA wurde die Zulassung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer bereits für Kinder von 12 bis 15 Jahren erteilt. Biontech-Gründer Ugur Sahin rechnet damit, dass der Impfstoff ab Juni auch Kindern dieser Altersgruppe in Deutschland verimpft werden kann.

Auch die Zustimmung der Ständigen Impfkomission (Stiko) könne noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Am Ende wollen wir die Kinder mit einem zugelassenen und sicheren Impfstoff impfen. Wir wollen keine Notfallzulassung, und es darf auch keine Impfpflicht geben“, so Fischbach.

Spahn plant Impfangebot für Kinder bis zum Ende der Sommerferien: Fachleute treten auf die Bremse

Und auch die Stiko mahnt in puncto Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zur Geduld: „Wir wollen in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden kann“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens gegenüber der Welt. „Derzeit diskutierte Argumente wie Urlaub können nicht die primären entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein.“ Sobald die Zulassung für Kinder von 12 bis 15 Jahren schlussendlich erteilt sei, „sollten tatsächlich Kinder mit schweren Vorerkrankungen zuerst geimpft werden“, erklärt Mertens.

Vor vorschnellen Entscheidungen warnt dagegen Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Der Impfstart für Kinder und Jugendliche müsse demzufolge gut vorbereitet werden. Hintergrund ist allerdings nicht die anstehende Urlaubs- und Reisezeit. Vielmehr ginge es darum, der Jugend eine klare Perspektive für einen geregelten Schulalltag zu bieten, sagte Gassen gegenüber dem Handelsblatt. Um die Impfaktion bei Kindern und Jugendlichen schnellstmöglich voranzutreiben, sieht er neben den Kinder- und Jugendärzten auch den öffentlichen Gesundheitsdienst in der Pflicht. „Gemeinsam ist das in relativ kurzer Zeit zu schaffen“, macht Gassen Hoffnung. Dabei bringt er auch mögliche Reihenimpfungen beispielsweise in Schulen ins Gespräch. „Nur so können wir viele Jugendlichen auf einen Schlag impfen.“ (Yannick Wenig)

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