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Streamingplattform RTL+
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Schauspieler Peter Kurth (m) und die Filmproduzenten Nico Hofmann (l) und Oliver Berben bei der Vorstellung der neuen Streamingplattform RTL+.

Sendergruppe

Welche Pläne RTL für die Streamingplattform hat

RTL baut seinen Streaming-Bereich im nächsten Jahr um: Er wird zu einer Art Super-Plattform. Werden andere dem Beispiel folgen?

Köln - RTL geht in Deutschland im nächsten Jahr einen Schritt, der in der Streaming-Branche aufmerksam beobachtet werden wird: Die TV-Sendergruppe baut ihre Video-Streamingplattform zu einem crossmedialen Bereich aus.

Solche Super-Plattformen, die unterschiedliche Gattungen bündeln, sind ein Thema bei der Frage, wer sich im Wettbewerb in dem boomenden Geschäft hierzulande behaupten wird. Bislang gibt es solche Supermediatheken von deutschen Sendern noch nicht. Einige Details zu den Plänen von RTL:

Crossmedial: Die Streamingplattform TVnow, die seit Donnerstag RTL+ heißt, konzentriert sich derzeit auf Bewegtbildangebote mit Livestream der Fernsehsender, Streaming-Serien und der Mediathek. Im ersten Halbjahr 2022 kommen weitere Gattungen hinzu. RTL nennt das „One app, all media“-Angebot.

Es soll eine Super-Mediathek werden

Musik, Hörbücher, Podcasts: Bislang hat RTL eine eigene Audiothek - Audio Now. Diese soll in der neuen Super-Mediathek aufgehen. Ausschließliche Audiotheken sind anscheinend für TV-Unternehmen in Deutschland nicht mehr der favorisierte Weg: Das Konkurrenzunternehmen ProSiebenSat.1 entschied sich vor einiger Zeit dazu, ihre auch noch nicht so alte eigene Audio-Plattform FYEO aufzugeben - gleichzeitig investiert das Unternehmen aber in Podcast-Inhalte, die dann auf anderen Plattformen verfügbar sein sollen.

Für Hörbücher kooperiert RTL+ mit der deutschsprachigen Penguin Random House Verlagsgruppe. Das bietet sich an: Beide Häuser zählen zum Portfolio des Medienkonzerns Bertelsmann in Gütersloh. Bei Musik will RTL Deutschland mit dem Audio-Streamingdienst Deezer zusammenarbeiten.

E-Magazine: Zum nächsten Jahr steht Bertelsmann ein strategisch wichtiger Schritt bevor: RTL Deutschland übernimmt die deutsche Magazinsparte des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr. Damit lassen sich zum Beispiel die Magazinprodukte und Podcasts auf der Plattform integrieren.

Konkurrenkampf mit Netflix und Amazon

Hochwertige Videoinhalte: RTL will weiter hochwertige und exklusive Inhalte bieten, um im Konkurrenzkampf mit großen Plattformen wie Netflix oder Amazon im hiesigen Deutschland-Markt zu glänzen. Einige Beispiele: Das Justizdrama „Ferdinand von Schirach – Glauben“ mit Peter Kurth und Narges Rashidi ist derzeit schon verfügbar. Bis zum Ende des Jahres sind weitere Fiction-Highlights aus Eigenproduktion geplant.

Dazu zählen die Verfilmung der Affäre um die Hitler-Tagebücher, „Faking Hitler“, mit Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu oder die Historienserie „Sisi“ mit Dominique Devenport und Jannik Schümann. Auch die Krimicomedy „Balko“ erlebt ein Revival. Der Co-Geschäftsleiter von RTL+, Henning Tewes, will „Deutschlands größte Entertainment-Welt“ anbieten.

Die Gesamtstrategie: Matthias Dang und Stephan Schäfer, Co-CEOs von RTL Deutschland, sagten: „Mit einem Abo erhalten unsere Kunden Zugang zu einer in ihrer Vielfalt einzigartigen Entertainmentwelt.“ RTL+ bedeute auch für den internationalen Medienmarkt eine Innovation. „Durch den engen Austausch mit unserem Publikum wissen wir, dass sehr viele Menschen auf ein solches Angebot gewartet haben, vielfältig und einfach nutzbar zugleich.“

Die Perspektive: Bis Ende 2026 strebt die RTL Group, die in mehreren Ländern TV-Sender betreibt, zehn Millionen zahlende Abonnenten für die beiden Streamingplattformen RTL+ in Deutschland und Videoland in den Niederlanden an. Bis 2026 soll zudem ein Streaming-Umsatz von einer Milliarde Euro erreicht werden und die beide Dienste sollen dann auch rentabel sein. Bislang war das Ziel gewesen, bis 2025 zwischen fünf und sieben Millionen zahlende Abonnenten zu haben. Der Umsatz sollte bei mindestens 500 Millionen Euro liegen und die Gewinnzone erreicht werden.

Der Streamingumsatz stieg laut Unternehmen zwischen Januar und September um 30,6 Prozent auf 162 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2020 hatte er bei 124 Millionen Euro gelegen.

Die börsennotierte RTL Group hatte Ende September 3,4 Millionen zahlende Abonnenten für die beiden Streaming-Dienste. Davon entfielen auf RTL+ rund 2,39 Millionen Abonnenten. Die Gesamtsumme entspricht den Angaben zufolge einem Plus von rund 90 Prozent im Vergleich zu September 2020 mit annähernd 1,8 Millionen zahlenden Abonnenten.

Partnerschaften: Eine wichtige Weichenstellung war für RTL bei den zahlenden Abonnenten auch Partnerschaften, etwa mit MagentaTV der Telekom. Dort ging die Kooperation beider Häuser so weit, dass die sonst kostenpflichtigen TV-Premium-Inhalte für Telekom-Magenta-Kunden bei einigen Tarifmodellen gleich integriert sind. Das steigerte die Abonnenten-Zahl. dpa

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