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Wettkandidat Samuel Koch springt während der ZDF-Show "Wetten, dass..?" im ersten Versuch erfolgreich über einen fahrenden Pkw. Im weiteren Verlauf verletzte sich Koch schwer.

"Wetten, dass...?"-Kandidat "geht's beschissen"

Nürnberg - Die Genesung des verunglückten “Wetten, dass...?“-Kandidaten Samuel Koch macht nach Angaben seines Vaters Christoph kaum Fortschritte.

“Samuel geht es richtig beschissen“, sagte er am Freitagabend bei einer Veranstaltung in Nürnberg. Was für gesunde Menschen eine Kleinigkeit sei, etwa ein kurzes Räuspern, sei für seinen Sohn Samuel ein Kraftakt von fünf Minuten, bei dem er die Hilfe mehrerer Pfleger brauche, schildert Koch die Verfassung seines Sohne vor mehr als 1000 Teilnehmern eines Kongresse christlicher Führungskräfte. Samuels Vater ist stark religiös.

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Nach Angaben des Vaters traf das schwere Unglück Samuel in einer Lebensphase, in der er meinte, seinen Weg gefunden zu haben. Nach bestandener Prüfung bei einer Schauspielschule habe Samuel ihm offenbart: “Jetzt bin ich angekommen“, schilderte Koch. Samuel habe nur noch die “Wetten, dass...?“-Wette absolvieren und sich dann voll auf seinen künftigen Beruf konzentrieren wollen.

In seinem und dem Leben seiner Familie sei nach dem Unglück nichts mehr wie es einmal war, sagte der Vater. Samuels Mutter habe inzwischen ihren Beruf als OP-Krankenschwester aufgegeben und widme sich ganz der Pflege ihres Sohnes. “Samuel braucht ständig jemand bei ihm“. Er selbst gehe zwar weiter seinem Beruf nach.

“Eine Zeit lang habe ich aber wie in Trance gelebt“, berichtet Christoph Koch, der bei Unglück das Auto gefahren hatte, das Samuel überspringen wollte. Anfänglich habe er sich auch Vorwürfe wegen der Wette gemacht. Inzwischen habe er diese Phase überwunden, “weil so Unfälle eben passieren können“, sagt Christoph Koch.

"Wetten, dass..?": Zehn mögliche Gottschalk-Nachfolger

Thomas Gottschalk (60) gibt die Samstagabendshow "Wetten, dass..?" auf. Die Wetten auf seine Nachfolge laufen. © dpa
HAPE KERKELING (46): Er war der Favorit der "Netzgemeinde": witzig, schlagfertig und charismatisch. Außerdem auch blond. Ist bereits Gottschalk-Nachfolger: als Moderator der Goldenen Kamera. Schade nur: Er hat bereits definitiv abgesagt. © dpa
JÖRG PILAWA (45): Der Ex-ARD-Mann gilt seinem neuen Arbeitgeber ZDF wohl als Favorit. Zuschauer denken aber oft, wenn sie den Quizmaster ("Rette die Million!") sehen: netter Schwiegersohn, aber Showmaster? © dpa
MICHELLE HUNZIKER (34): Ihr trauen wohl nicht alle die Verantwortung zu. Die Schweizerin hat außerdem die Untiefen des deutschen Fernsehens gar nicht nötig, weil sie in Italien ein großer Star ist. © dpa
MARKUS LANZ (41): Der frühere RTL-Mann und ZDF-Spättalker ist eher Experte für sogenannte einfühlsame Gespräche am späten Abend als für Star-Interviews auf der "Wetten, dass..?"-Couch. © dpa
GÜNTHER JAUCH (54): Eine Samstagabendshow und dann auch noch die Nachfolge seines Freundes "Thommy"? Das passt nicht in die Strategie des Mannes, der sich ab Herbst als ARD-Polit-Talker etablieren will. © dpa
STEFAN RAAB (44): Das Multitalent will bestimmt nicht noch mehr Öffentlich-Rechtliches machen - ARD-Grand-Prix-Hilfe reicht. Mit "Schlag den Raab" hat er zudem sein "Wetten, dass... 2.0". © dpa
ANKE ENGELKE (45): Die Komikerin, die auch den Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf mitmoderieren soll, wäre auch gut für die Frauenquote am Samstagabend. Ist Deutschland reif dafür? © dpa
JOHANNES B. KERNER (46): Johannes B. Wer? Der Sat.1-Rückkehrer ist irgendwie in der Versenkung verschwunden. Hat sich mit dem ZDF überworfen und wird wohl kaum von dem Mainzer Sender gefragt werden. © dpa
HARALD SCHMIDT (53): Der intellektuelle Entertainer geht von der ARD zu Sat.1. Er gibt sich nicht mehr massenkompatibel. Der Erfolg seines Samstagabend-Versuchs bei "Verstehen Sie Spaß?" von 1992 bis 1995 war mäßig. © dpa
OLIVER POCHER (32): Publikum nicht reif für ihn? Oder aber er womöglich nicht reif genug fürs Publikum? Bekam nach einem "Wetten, dass..?"-Auftritt 2005 Ärger, weil er einer Zuschauerin eine Schönheits-OP empfahl. © dpa

Samuel Koch war bei der Sendung am 4. Dezember 2010 beim Versuch, mit Sprungstelzen über fahrende Autos zu springen, schwer gestürzt. Er musste mehrmals operiert werden, leidet an Lähmungserscheinungen und wird weiter in einer Schweizer Spezialklinik behandelt.

dpa

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