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Kunstmuseum Moritzburg
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Die Arbeiten von Willi Sitte sind im Kunstmuseum Moritzburg zu sehen.

Ausstellung

Sitte-Schau mit 8000 Besuchern seit Beginn - „Denkanstöße“

Er war ein DDR-Kulturfunktionär. Als Maler gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter des 20. Jahrhunderts. Eine Ausstellung will Besucher dazu bewegen, sich mit Willi Sitte auseinanderzusetzen.

Halle - Die Ausstellung zum Leben und Gesamtwerk des umstrittenen Malers Willi Sitte (1921-2013) in Halle stößt auf reges Besucherinteresse.

Rund 8000 Menschen haben die Retrospektive „Sittes Welt“ seit der Eröffnung Anfang Oktober im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) gesehen. „Angesichts der coronabedingt besonderen Umstände freuen wir uns über den regen Zuspruch“, sagte Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich der Deutschen Presse-Agentur.

Unter dem Motto „Willi Sittes: Die Retrospektive“ sind rund 250 Werke zu sehen. Die Arbeiten entstanden in sieben Jahrzehnten, von den Anfängen bis zur letzten Schaffensperiode des Malers. „Worüber wir uns sehr freuen, ist die rege Auseinandersetzung der Besucher mit Leben und Werk Willi Sittes“, sagte Bauer-Friedrich.

Sittes Vergangenheit

Sitte ist wegen seiner Rolle als DDR-Kulturfunktionär umstritten. Als Maler gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter des 20. Jahrhunderts. „Mehr als sonst erhalten wir Rückmeldungen, und das zeigen auch die Rezensionen, dass die Ausstellung zum Nachdenken und Reflektieren anregt und nicht einfach nur eine Werkschau ist“, sagte Bauer-Friedrich. „Das war unser Bemühen, Denkanstöße geben zur Aufarbeitung unserer Geschichte. Das Ziel haben wir erreicht“, urteilte der Kunsthistoriker.

Sitte war als Funktionär Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR und saß zeitweilig in der Kulturkommission des Zentralkomitees der SED. In der westdeutschen und europäischen Kunstszene wurde er spätestens durch seine Teilnahme an der documenta im Jahr 1977 in Kassel wahrgenommen, wo er zusammen mit den Begründern des Malstils „Leipziger Schule“ wie Bernhard Heisig (1925-2011), Wolfgang Mattheuer (1927-2004) und Werner Tübke (1929-2004) die DDR vertrat.

Die frühen Werke Sittes, die zeichnerischen Anfänge in den 1940er Jahren sowie die Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne in den 1950er Jahren interessierten die Besucher der Schau in Halle am meisten, sagte Bauer-Friedrich. „Insgesamt zeigt sich jedoch auch, wie angenommen, dass die meisten Besucher positiv überrascht sind, wie vielfältig die künstlerische Entwicklung Willi Sittes ist“, sagte er. In adaptierter Fassung werde die Ausstellung im Jahr 2023 im Museum de Fundatie im niederländischen Zwolle zu sehen sein.

Sitte wurde 1921 in Kratzau (Chrastava in Tschechien) geboren. Er starb 2013 im Alter von 92 Jahren in seinem langjährigen Arbeits- und Wohnort Halle. Die Retrospektive aus Anlass des 100. Geburtstages des Künstlers ist bis 9. Januar 2022 im Kunstmuseum Moritzburg zu sehen. dpa

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