1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Medien

Procol-Harum-Sänger Gary Brooker gestorben

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gary Brooker
Die Musikwelt trauert um Gary Brooker. © Yui Mok/PA Wire/dpa

Er galt als kreatives Genie und gleichzeitig als Konstante in 50 Jahren Bühnenkarriere seiner Band. Mit seinem größten Hit „A Whiter Shade Of Pale“ schenkte Gary Brooker den Hippies eine Hymne.

London - Seine Stimme prägte das Lebensgefühl im „Summer of Love“ von 1967: Der frühere Sänger der britischen Rockband Procol Harum, Gary Brooker, ist tot. Wie die Gruppe auf ihrer Webseite mitteilte, starb er bereits am vergangenen Samstag friedlich in seinem Zuhause. Der 76-Jährige habe an Krebs gelitten.

Brookers erste Single als Frontmann der Band, „A Whiter Shade Of Pale“ aus dem Jahr 1967, war zugleich auch der größte Erfolg von Procol Harum. Der melancholische Song, dessen Orgeluntermalung von Johann Sebastian Bach inspiriert war, wurde zu einer der Hymnen des „Summer of Love“, der den Höhepunkt der Hippie-Bewegung markierte.

Außergewöhnlich und geheimnisvoll

Die Single wurde weltweit mehr als zehn Millionen Mal verkauft - und noch 2009 von einem britischen Radiosender zum meistgespielten Song der vorangegangenen 75 Jahre gekürt. Nicht nur die Musik, sondern auch der Text galt als außergewöhnlich und geheimnisvoll - über seine Bedeutung wurde leidenschaftlich gestritten.

Die Frage, wer die Urheberrechte beanspruchen durfte, wurde 2009 vor Gericht ausgetragen, wobei Ex-Bandmitglied Matthew Fisher neben Brooker ein Teil der Rechte zugesprochen wurde. Fisher hatte die berühmte Orgel gespielt.

Brooker arbeitete auch mit anderen Stars seiner Zeit wie Eric Clapton sowie den Ex-Beatles Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr zusammen. Der frühere Beatles-Drummer schrieb auf Twitter als Reaktion auf den Todesfall am Dienstag: „Gott segne Gary Brooker, Friede und Liebe seiner Familie“.

Obwohl Procol Harum nie wieder an den Erfolg der ersten Single anknüpfen konnte, blieb die Band experimentierfreudig. Brooker, der nicht nur Sänger, sondern auch Pianist und Songwriter war, habe seine Wurzeln bei den Blues-Musikern Ray Charles und Little Richard verortet, hieß es auf der Band-Webseite.

Nie habe man versucht, den Hit zu kopieren, sondern immer etwas Neues gewagt. Seine Stimme und sein Klavierspiel seien „die einzige bestimmende Konstante“ in der 50 Jahre währenden internationalen Konzertkarriere von Procol Harum gewesen. Die Band würdigte Brooker als Menschen von ansteckender Freundlichkeit. „Er war bekannt für seine Individualität, Integrität und gelegentliche dickköpfige Exzentrik“, hieß es weiter.

Von den Paramounts zu Procul Harum

Brooker, der in Southend in der Grafschaft Essex aufwuchs, gründete seine erste Band bereits im Alter von 14 Jahren: Den Paramounts gelang es sogar, einen Plattenvertrag zu ergattern. Nach anfänglichem Erfolg löste sich die Gruppe aber auf. Kurze Zeit später gründete Brooker Procol Harum.

Neben der Musik entdeckte Brooker später auch seine Leidenschaft für das Angeln, Malen und Erfinden - und hatte sogar seinen eigenen Pub. Immer wieder gab er auch Benefizkonzerte und wurde dafür im Jahr 2003 vom britischen Königshaus mit einem Orden ausgezeichnet. dpa

Auch interessant

Kommentare