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Ehemaliges NS-Gelände
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Der Innenhof der Kongresshalle auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände: Hier soll eine Oper entstehen.

Nürnberg

Oper soll auf einstiges NS-Gelände in Nürnberg ziehen

Wo heute fast nur Ruine ist, sollen Menschen künftig Opern-Premieren feiern. Die Kongresshalle auf dem Ex-Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wird Spielort für das Staatstheater - trotz Kritik.

Nürnberg - Die Kongresshalle auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wird für einige Jahre zur Opernspielstätte.

Die Fraktionen von CSU, SPD und Grünen im Stadtrat haben sich darauf geeinigt, dass das Staatstheater während der Sanierung des maroden Opernhauses dort ein Ausweichquartier bekommt. Die Abstimmung bei der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch gilt damit als reine Formsache. „Wir haben eine deutliche Mehrheit“, sagte CSU-Fraktionschef Andreas Krieglstein.

Heftiger Sreit

Um den Standort wurde in den vergangenen Wochen heftig gestritten. Fachleute fürchten, dass dadurch die Aufklärung über die Ideologie und Propaganda der Nationalsozialisten beeinträchtigt wird. Sie wollen den denkmalgeschützten Monumentalbau in seinem unfertigen Zustand erhalten, da die Architektur dadurch neben der Machtdemonstration auch das Scheitern der Nazis symbolisiere.

Die Kongresshalle sollte nach deren Plänen etwa 70 Meter in die Höhe ragen und 50.000 Menschen Platz bieten. Doch bis auf einen hufeisenförmigen Rohbau wurde sie nie fertig gestellt. Teile des Gebäudes könnten nun zu Proberäumen, Werkstätten und Büros für Oper und Ballett werden. Für die Spielstätte soll ein Leichtbau an der Kongresshalle errichtet werden.

Breite Mehrheit

Den drei Fraktionen sei es wichtig gewesen, zu zeigen, dass eine breite Mehrheit hinter den Plänen stehe, erläuterte SPD-Fraktionschef Ulrich Blaschke. Schließlich handele es sich um die größte Kulturbaustelle in der Stadtgeschichte. Die Sanierung des Opernhauses und die Ausweichspielstätte sollen den Schätzungen zufolge eine halbe Milliarde Euro kosten. Medien hatten zuvor über das gemeinsame Vorgehen der drei Fraktionen berichtet.

Diese sehen das Opern-Ausweichquartier auch als Chance für einen neuen Umgang mit der Kongresshalle und dem Reichsparteitagsgelände. „Die Auseinandersetzung muss auf jeden Fall weitergeführt werden“, sagte Blaschke von der SPD. „Aber das muss in einer Form passieren, die künftige Generationen anspricht.“ Sein Kollege von den Grünen, Achim Mletzko, meint, dass ein interessanter Opern-Interimsbau sogar betonen könnte, wie nutzlos und irrsinnig die Kongresshalle eigentlich sei. dpa

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