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Leipziger Buchmesse fällt auch 2022 aus

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Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist auch in diesem Jahr abgesagt worden - zum dritten Mal in Folge. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Lange hatten die Veranstalter an der Leipziger Buchmesse 2022 festgehalten. Doch jetzt steht fest: Die Messe wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Es ist die dritte Absage seit Beginn der Pandemie.

Leipzig - Die Zweifel waren die ganze Zeit da, aber am Ende ist es doch wieder eine Überraschung: Die Leipziger Buchmesse ist auch für 2022 abgesagt worden.

„Schweren Herzens“ teilte die Messe am Mittwoch mit, dass es kein Bücherfest im März geben wird. Zu viele Aussteller hätten sich in der unsicheren Pandemie-Lage gegen eine Teilnahme in Leipzig entschieden. Es ist die dritte Absage der zweitgrößten deutschen Buchmesse seit Beginn der Pandemie. Die Reaktionen reichten von Bedauern bis zu der Haltung, dass eine große Messe derzeit sowieso nicht zu verantworten gewesen wäre.

75 Prozent der Aussteller hatten zugesagt

Branchenberichten zufolge hatte es in den vergangenen Tagen Absagen gehagelt, vor allem auch von großen Verlagsgruppen wie Penguin Random House und Oetinger. Allerdings gab es auch ausdrückliche Bekenntnisse zur Messe wie von der Kurt Wolff Stiftung, der Interessenvertretung unabhängiger Verlage. „Die Leipziger Buchmesse ist von zentraler Bedeutung für die vielfältige deutsche Buch- und Verlagswelt“, hatte die Stiftung noch am Tag vor der Absage betont.

Die Leipziger Messe hatte sich trotz der anhaltenden Pandemie entschieden, die Buchmesse an ihrem angestammten März-Termin zu planen. Direktor Oliver Zille hatte dies damit begründet, dass 75 Prozent der Aussteller aus Vorkrisen-Zeiten eine Teilnahme für 2022 zugesagt hatten. „Die Branche hat uns klare Zeichen gegeben, die Messe mit aller Kraft zu ermöglichen - bis zuletzt haben wir um eine Durchführung gerungen“, erklärte Zille am Mittwoch. Aus der sächsischen Landespolitik, die für die Corona-Regeln zuständig ist, hatte es positive Signale für die Messe gegeben.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nannte die erneute Absage einen schweren Schlag für die Branche. „Die Messe wäre für das Buch und alle, die dafür und davon leben, sehr wichtig gewesen“, erklärte Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs. Sie dankte allen Verlagen, die trotz Pandemie gekommen wären - und äußerte zugleich Verständnis für alle, die sich dagegen entschieden hatten. Eine „Messemüdigkeit“ wollte sie bei letzteren nicht erkennen. Sie hätten aus Verantwortungsgefühl gehandelt.

Kein digitales Ersatzprogramm

Dennoch bleibt es eine Tatsache, dass die Buchbranche nun schon das dritte Mal hintereinander ohne Leipziger Buchmesse auskommen muss und wird. 2020 war sie als eine der ersten großen Messen in Deutschland kurzfristig abgesagt worden, 2021 rettete sie auch eine Terminverschiebung in den wärmeren Mai nicht. Die Frankfurter Buchmesse beschränkte sich 2020 auf eine Digitalausgabe und wurde im Herbst 2021 in kleinerem Format mit nur noch rund 70 000 statt wie in Vorkrisenzeiten mehr als 300 000 Besuchern veranstaltet.

Die Leipziger Messemacher nehmen nun das nächste Jahr in den Blick. Ein digitales Ersatzprogramm wird es diesmal nicht geben, das Lesefestival „Leipzig liest“ wurde zusammen mit der Messe abgesagt. Das nächste Bücherfest in Leipzig soll es vom 23. bis 26. März 2023 geben. dpa

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