+
Lang Lang hat seine ganz persönliche Playlist zusammmengestellt. Foto: Deutsche Grammophon/Gregor Hohenberg & Büro Dirk Rudolph

Piano-Superstar

Lang Lang schwelgt im "Piano Book" in Erinnerungen

Der so überaus populäre chinesische Pianistenstar Lang Lang nimmt sich mit einem frischen Blick all jener Werke an, die ihn als Kind und zu Beginn seiner Weltkarriere begeisterten.

Berlin (dpa) - Das "Piano Book" ist ein Herzensprojekt von Star-Pianist Lang Lang, der sein Feuer für das Klavierspiel mit allen teilen möchte, die sich in die wunderbare Welt der 88 Tasten entführen lassen.

Der chinesische Ausnahmekünstler gibt gern den extravaganten Piano-Virtuosen und tut (fast) alles für die Popularisierung klassischer Musik. Er spielte bei den Olympischen Spielen in Peking, dem Finale der Fußball-WM in Rio, tritt Open-Air auf, bei der Grammy-Verleihung mit Metallica, mit Pharrell Williams und mit Herbie Hancock, oder jüngst mit der holographischen Sängerin Luo Tianyi.

Auch aktuell für sein "Piano Book" weiß Lang Lang die Klaviatur zu bedienen: Der 36-Jährige gibt auf Facebook Unterricht, lässt sich in der "NDR Talk Show" befragen und steht bei der "Goldenen Kamera" mit Katie Melua auf der Bühne, im ARD-Morgenmagazin begeistert er die Moderatoren. Ebenso eloquent zeigt sich der immer freundliche Chinese bei einem exklusiven "Place to B" im Hause Axel Springer. "Die Klassikwelt liegt ihm zu Füßen - und hängt an seinen flinken Fingern", schreibt die "Bild".

Sein Auftreten und das ausgesuchte Repertoire sorgen dafür, dass seine Alben regelmäßig in den Klassik-Charts zu finden sind. "Piano Book" nun ist die ganz persönliche Playlist des Superpianisten: "Die Idee war, eine CD mit jenen Stücken aufzunehmen, die mich als Kind begeistert haben oder später in wichtigen Momenten meiner Karriere eine entscheidende Rolle gespielt haben."

Auf der ersten CD finden sich Beethovens Hirnwurm "Für Elise" und das "Regentropfen-Prélude" von Chopin, bei vielen verbunden mit ersten Erfolgserlebnissen. Mit der Melodie "Gebet einer Jungfrau" nahm Lang Lang Schulkameraden für sich ein, denn das Stück war im Fernen Osten ein Gassenhauer, auch weil es die Erkennungsmelodie der Stadtreinigung war. Später in den USA punktete er mit "Chopstick".

"Limu, limu, lima" ist ein populärer Dauerbrenner in Schweden, "Jasmine Flower" in China beliebt. Mozarts "Sonata facile" war das erste Stück, das Lang Lang öffentlich gespielt hat. Solche Kompositionen bilden den Kern des "Piano Book" und der Flinkfinger beherrscht auch diese einfache Sprache seiner Kunst. Aber einfach ist vieles nur auf den ersten Blick.

Die zweite CD ist eine kleine Weltreise in Miniaturen mit liebsten Kabinettstückchen des weltweit gefeierten Stars. Lang Lang präsentiert sich dabei mit einem süßen, weichen, fast zärtlichen Anschlag. Zucker für die Ohren. Der Tausendsassa kann aber auch expressiv, traditionell und schrägen Ragtime. Für eine Tournee scheint dem Meister das "Piano Book" allerdings nicht geeignet zu sein

Nach seiner verletzungsbedingten Auszeit - er pausierte über ein Jahr wegen einer Sehnenscheidenentzündung - widmet sich Lang Lang mit Elan, Eifer und Entzücken auch stark dem Fundraising für seine Stiftung, die Musikunterricht in Schulen fördert, Kindern helfen soll einen Zugang zu klassischer Musik zu bekommen und ihnen vermittelt, dass sie alles erreichen können - "The sky is the limit", wie der Starpianist in einem Interview der "ZEIT" sagte.

Was fehlt? Die ungarische Rhapsodie Nr. 2 von List in der inspirierenden Version mit Tom & Jerry. Der Weltrekord: Lang Lang leitete den Auftritt von 1554 Pianisten, die vierhändig an 777 Klavieren zusammen Schuberts Militärmarsch Nr. 1 spielten. Lloyds: Nur für seine Hände hat der Pianist angeblich eine Versicherung von über 15 Millionen Dollar abgeschlossen, wie er 2012 der britischen "The Times" sagte.

Website Lang Lang

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion