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Jens Harzer
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Jens Harzer ist Iffland-Ring-Träger. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa

Vermächtnis

Jens Harzer bewahrte den Iffland-Ring neben Unterhosen auf

Der Schauspieler plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen. Der Schweizer Bruno Ganz hatte ihm eine besondere Auszeichnung testamentarisch auf Lebenszeit vermacht. Doch wohin mit dem guten Stück?

Osnabrück (dpa) - Der Schauspieler Jens Harzer hat die größte Auszeichnung im deutschsprachigen Theater, den Iffland-Ring, erst an einem ungewöhnlichen Ort aufbewahrt.

«Der Ring war lange Zeit in der Unterhosenschublade unserer Tochter, bis wir es dann doch zu doof fanden und ihn an einem anderen Ort untergebracht haben», sagte der 48-Jährige der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Der jeweilige Träger des Iffland-Rings gilt als der «Würdigste» unter den Schauspielern im deutschen Sprachraum. Der 2019 gestorbene Schweizer Bruno Ganz hatte den Ring Harzer testamentarisch auf Lebenszeit vermacht.

Wie vorgesehen habe er dann innerhalb von drei Monaten seinen Nachfolger benannt, sagte Harzer der Zeitung. «Wenn man den Ring bekommt, macht man dieses Spiel mit, und wer bin ich, dass ich mich gegen diese irgendwie ja auch besondere Tradition stelle?» Er könne sich im Laufe der Zeit aber noch umentscheiden.

Der Ring wurde einst vom damals berühmten Schauspieler August Wilhelm Iffland (1759-1814) gestiftet. Alle der neun bisherigen Träger waren Männer. Harzer hatte 2019 erklärt, dass natürlich auch eine Frau den Ring bekommen können sollte.

Der in Wiesbaden geborene Harzer hatte von 2001 bis 2004 bei den Salzburger Festspielen im «Jedermann» den Tod gespielt. Am Burgtheater war er mit dem Gastspiel «Immer noch Sturm» von Peter Handke zu sehen. Im Fernsehen spielte Harzer Rollen im «Tatort» und der Serie «Babylon Berlin». 2008 und 2011 war Harzer laut Kritikerumfrage der Zeitschrift «Theater heute» Schauspieler des Jahres.

Der Schauspieler ist seit vielen Jahren Ensemble-Mitglied am Hamburger Thalia Theater und seit 2018 auch am Schauspielhaus Bochum zu sehen. Deshalb habe er auch in der Corona-Krise «nicht die existenziellen Sorgen, die sehr viele freischaffende Kollegen haben», sagte er. Es sei nun die Aufgabe der Theater-Direktoren, mit den Kulturpolitikern darauf zu achten, dass es nicht dauerhaft Einsparungen bei den Zuwendungen an Theater gebe.

© dpa-infocom, dpa:210122-99-125687/2

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