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Graham Nash feiert das Leben im Hier und Jetzt

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Graham Nash
Graham Nash entdeckt auf seinem neuen Album „Now“ die Liebe neu. © dpa

Auf seinem neuen Album „Now“ besingt die Folk-Rock-Legende Graham Nash das Glück des Augenblicks und der Liebe. Doch die Platte birgt noch tiefere Betrachtungen.

London - „Ich dachte, ich würde nie wieder lieben“: Das neue Album „Now“ von der britisch-amerikanischen Folk-Rock-Legende Graham Nash (CSNY, The Hollies) beginnt mit einem trotzigen Song über die Rückkehr eines Mannes ins Liebesleben, der sich schon auf sein Ende vorbereiten wollte.

Der 81 Jahre alte Nash singt über sich selbst. „Es gab einen Moment, als ich dachte, ich würde alleine sein und meinem Tod in Einsamkeit begegnen. Dann verliebte ich mich in meine Frau Amy“, sagt Nash im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Nash spricht mit sanfter Stimme. Er ist ungemein höflich. Nicht umsonst galt er immer als Gentleman unter den Rockstars. Doch dass auch sein Leben aus „Sex, Drugs und Rock'n'Roll“ bestand, daraus machte er in den vergangenen Jahren immer weniger ein Geheimnis.

Ende seiner 38 Jahre währenden Ehe

Fast als wollte er das Image des netten Schwiegersohns im Großvateralter endlich abschütteln, sprach er immer wieder über Drogenkonsum, die vielen weiblichen Fans, mit denen er geschlafen hatte und das Ende seiner 38 Jahre währenden Ehe mit der Schauspielerin Susan Sennett, die er für die viel jüngere Künstlerin Amy Grantham verließ.

Seine erwachsenen Kinder, zwei Söhne und eine Tochter, verziehen ihm die Trennung von der Mutter nicht, wie er dem „Guardian“ im vergangenen Jahr erzählte. Sie brachen den Kontakt mit ihm ab. Doch Nash lässt sich davon nicht beirren. Er ist entschlossen, das Leben bis zum letzten Atemzug auszukosten. „Hier bin ich, lebe immer noch mein Leben, genau jetzt“, konstatiert er in dem rockigen Song „Right Now“.

Hommage an das Vorbild seiner Jugend

Dass er nicht nur im Augenblick lebt, beweist Nash mit dem Rest des Albums. Er nimmt den Hörer mit auf eine tiefgründige Reise durch seine mehr als 60 Jahre lange Karriere, die chronologisch gesehen mit einer Hommage an das Vorbild seiner Jugend, Buddy Holly, beginnt. Mit dem Song „Buddy's Back“ kehrt er zu seinen Wurzeln aus den Zeiten zurück, als er mit den Hollies Erfolge feierte.

Die Band hatte sich nach dem Rock'n'Roll-Pionier Holly benannt, der 1959 im Alter von nur 22 Jahren bei einem Flugzeugabsturz starb. Der Song entstand gemeinsam mit Nashs früherem Schulfreund und Ex-Bandkollegen von den Hollies, Allan Clarke, mit dem er noch immer in Kontakt steht. „Ich hab mit Allan gesungen, seit ich sechs Jahre alt bin“, sagt Nash, der im englischen Blackpool geboren wurde, aber seit Ende der 60er-Jahre in den USA lebt.

Mehr nach Folk-Rock, den Nash als Mitglied von CSNY (Crosby, Stills, Nash & Young) Ende der 60er-Jahre mit aus der Taufe hob, klingen die Songs „Golden Idol“, „Stars and Stripes“ und „Rise Up“, bei denen auch sein politisches Engagement für Frieden und gegen nukleare Bewaffnung durchscheint. Er glaube noch immer an die Ideale der Hippies, sagt er im dpa-Gespräch. „Sie glaubten, dass Frieden besser ist als Krieg, dass Liebe besser ist als Hass“, so der Musiker, der sich auch in jüngerer Zeit immer wieder auf Demonstrationen zeigte.

Frühere Beziehung mit Sängerin Joni Mitchell

Für seine tiefgründigen Texte schöpft Nash aus den Dingen, die ihn persönlich bewegen. Was ihn immer noch nicht losgelassen zu haben scheint, ist die Trennung von der kanadisch-amerikanischen Sängerin Joni Mitchell (79) vor mehr als 50 Jahren. Ob der gefühlvolle Song „Love of Mine“ ihr gewidmet ist, lässt er offen. Doch er verrät, dass er seiner früheren Partnerin noch immer jedes Jahr zum Geburtstag Blumen schickt.

Experimentierfreudig zeigt sich Nash, der von Ruhestand überhaupt nichts wissen will, mit den Tracks „Theme from Pastorale“ und „I watched It All Come Down“, die mit Streichmusik im Hintergrund einen Hauch von Klassik haben.

„Now“ ist ein Album, das nicht nur das Leben im Hier und Jetzt zelebriert, sondern auch dazu einlädt, mit Dankbarkeit auf die guten Dinge aus der Vergangenheit zu blicken. dpa

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