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Matthias Kammermeier aus Tandern setzte das Chaos in der Eifel richtig in Szene.

RTL-Zweilteiler „Der Vulkan“:

„Das größte Set meiner Filmgeschichte“

Mit dem Zweiteiler „Der Vulkan“ kommt am Sonntag die teuerste RTL-Produktion aller Zeiten ins Fernsehen. Merkur-online.de sprach mit Matthias Kammermeier, der die Katastrophe in Szene gesetzt hat.

Neun Millionen Euro ließ sich der Sender den Zweiteiler kosten. Im Interview mit merkur-online.de sprach der 51-Jährige Szenenbildner über Yvonne Catterfeld, seine Liebe zum Chaos, der Gratwanderung zwischen Anspruch und Budget, aber auch über die Schattenseiten des Filmgeschäfts.

TV-Event: Vulkan-Ausbruch in der Eifel

Der Vulkan ist die teuerste und größte RTL-Produktion aller Zeiten. © RTL
Der TV-Zweiteiler, eine Co-Produktion mit der Firma Teamworx hat über neun Millionen Euro gekostet. © RTL
Der Film beschäftigt sich mit der Frage: Ist Deutschland für einen Vulkanausbruch gewappnet? © RTL
Das Chaos richtig in Szene gesetzt hat der Szenenbildner Matthias Kammermeier (rechts) aus Tandern. © RTL
Bei dem Katastrophenfilm über einen Vulkanausbruch in der Eifel bietet RTL Starbesetzung. Yvonne Catterfeld spielt die Wissenschaftlerin Daniela Eisenach. © RTL
Matthias Koeberlin - hier mit Heiner Lauterbach - spielt den Ex-Feuerwehrmann Michael Gernau. © RTL
Im Film trennt er sich von seiner Freundin Andrea (gespielt von Katharina Wackernagel), um sie vor der Katastrophe zu bewahren. © RTL
Heiner Lauterbach spielt den Bankdirektor Gerhard Maug, der durch die Katastrophe wieder zu seiner Familie findet. Er hat jahrelang über seine Verhältnisse gelebt. © RTL
Armin Rohde (links im Bild) spielt Walter Röhricht, einen städtischen Vollzugsbeamten, der vor der Katastrophe von Jugendlichen aus der Stadt drangsaliert wird. Nach dem Vulkanausbruch verliert er die Kontrolle über sich. © RTL
Pasquale Aleardi spielt Phil Friedrichs, einen erfolgreichen Geschäftsmann. Wegen seinem Beruf hat er die Bindung zu seiner Familie verloren. Er kämpft sich in das Katastrophengebiet vor, um seine Frau und seine beiden Zwillinge zu retten. © RTL
Yvonne (Jenny Elvers-Elbertzhagen) hat ein Verhältnis mit ihrem verheirateten Mitarbeiter Phil. Im Film spielt Elvers-Elbertzhagen eine toughe Frankfurter Geschäftsfrau. © RTL
Die junge Sonja Gerhardt spielt Paula Maug, die alles versucht, um in die Dorfclique aufgenommen zu werden. Das Verhältnis zu ihrem Vater (Heiner Lauterbach) ist angeschlagen. © RTL
Ursula Karven spielt Renate Maug, die durch die Katastrophe ihre innere Stärke wiederfindet. © RTL
Kirsten Friedrichs (gespielt von Katja Riemann) trifft im Film ihre Jugendliebe wieder und gibt dafür ihre Familie auf. © RTL
Lavawellen, Asche-Regen oder eine ganze Kleinstadt, die in Schutt und Asche gelegt wird - bei den Special Effects hat RTL nicht gespart. © RTL
Bei der Umsetzung der Katastrophe waren die 9/11 Bilder ständiger Begleiter des Filmteams. © RTL
Mit über 70 Schauplätzen hat Matthias Kammermeier den Film in Szene gesetzt. „Es war mein größtes Projekt“, so der 51-jährige Szenenbildner stolz. © RTL
Ein weggefegter Konvoi in einer Endzeitlandschaft - im Zweiteiler sieht der Zuschauer Schauplätze, die er sich nicht in seinen schlimmsten Vorstellungen ausmalen würde. © RTL
Der Film ist am Sonntag und Montag, 18. und 19. Oktober, ab 20.15 Uhr auf RTL zu sehen. © RTL
Im ersten Teil wird das Leben in einer Kleinstadt gezeigt, die .... © RTL
... im zweiten Teil in Schutt und Asche liegt. © RTL
Die Bewohner der Stadt werden von den Rettungskräften aufgegeben. Für sie gibt es keine Rettung mehr. © RTL
Ein Expertenteam kümmert sich um die Evakuierung der Menschen, die in den Randgebieten der Katastrophe leben. © RTL
Währenddessen suchen die Menschen im Eifelgebiet nach einem Ausweg aus der Katastrophe. © RTL
Der Film wirft die Frage auf, ob ein Vulkanausbruch in Deutschland möglich wäre. © RTL
Der letzte Vulkanausbruch in der Eifel liegt zwar lange zurück. Er fand vor 13.000 Jahren am Laacher See statt. © RTL
Ein erneuter Ausbruch ist aber gar nicht so unwahrscheinlich. © RTL
Die Frage ist nur, wann er ausbricht. © RTL
Für den Film arbeitete die Produktionsfirma mit Wissenschaftlern und Universitäten zusammen. © RTL
Alle Dialoge sind wissenschaftlich abgesegnet. © RTL
Yvonne Catterfeld stand während der Dreharbeiten ständig ein Vulkanologe zur Seite. Die Schauspielerin hat sich für ihre Rolle intensiv mit Vulkanen und Vulkanismus auseinandergesetzt. © RTL

Herr Kammermeier, Hand aufs Herz, kann man bei dem Film „Vulkan“ von ihrem spannendsten Projekt sprechen?

Kammermeier: Das spannendste würde ich nicht sagen. Es ist ein Projekt, bei dem mich das Gesamtergebnis sehr befriedigt. Von der Inszenierung und der Regie ist der Film für ein Fernsehprojekt relativ gut gelungen.

Sprechen wir über die Szenenbilder. Reizt Sie das Chaos? Haben Sie eine Vorliebe, etwas kaputt zu machen?

Im RTL-Zweiteiler „Vulkan“ begräbt eine riesige Lavawelle eine Kleinstadt unter sich.

Kammermeier: Nein, eigentlich überhaupt nicht. Aber es ist natürlich ein Reiz, das unmöglich Scheinende zu realisieren. Dieser Film war eines der wenigen Projekte, bei denen ich mir Gedanken gemacht habe, ob ich es machen soll. Für die Fülle an Szenenbildern war das vorgegebene Budget einfach zu gering. Dazu noch die Effekte: Lavawellen, ein explodierender Vulkan, Ascheregen, Tag und Nacht, tote Tiere, blubbernde Seen, Phosphorpfützen im Wald, Geysire, die hochkommen. Zudem hatte ich noch die Hauptaufgabe, eine komplette, funktionierende Kleinstadt in Schutt und Asche zu legen. Dafür haben wir das größte Set meiner bisherigen Filmgeschichte aufgebaut.

Tonnen von Asche begraben die Frankfurter Innenstadt

Wie geht man an die Herausforderung heran, 70 verschiedene Schauplätze bei geringem Budget richtig in Szene zu setzen?

Kammermeier: Das ist ein sehr schmaler Pfad. Die Motivmöglichkeit bindet uns an verschiedene Länder, in denen wir drehen können. Nur ein Beispiel: Auf Grund der Fördergelder musste ich einen Film, der eigentlich im Zentrum der Vulkaneiffel spielt – und das ist nunmal in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein- Westfalen drehen. Zudem wollte uns die Hessenförderung nicht, wir hatten aber eine Szene im Drehbuch, in der Tonnen von Asche die evakuierte Frankfurter Innenstadt unter sich begraben. Da kam dann tatsächlich die Anfrage, ob wir das nicht irgendwo in Köln drehen könnten. Ein Bankenzentrum in Köln, das geht einfach nicht.

Beschreiben Sie doch einmal bitte ihre Arbeit als Szenenbildner.

Ein Konvoi in einer Endzeitlandschaft: RTL kaufte das Grundstück und rodete den Wald.

Kammermeier: Im Film gibt es zum Beispiel eine Explosieingeonsszene, bei der ein Konvoi weggefegt wird, der dann in einer Endzeitlandschaft liegt, wo zuvor noch Wald war. Diese Szene haben wir komplett erstellt. Wir haben das Grundstück von einem Förster gekauft und den Wald tatsächlich gerodet. Die Kulisse herzustellen war unglaublich schwierig. Bei einem Windbruch brechen die Bäume ja in der Mitte. Im Anschluss haben wir auch noch den ganzen Wald mit Steinmehl eingestaubt, solche Szenen hatten wir in einer Tour.

„Ich laufe der Vorstellung nach“

Wie bereitet man sich auf solch eine Szene vor?

Kammermeier: Letztlich setze ich das um, was ich mir beim ersten Lesen im Kopf vorstelle. Die erste Idee halte ich mit einer kurzen Skizze fest. Dieser Vorstellung laufe ich dann nach, auf der Suche, wo ich meine Szene am besten erstellen, drehen oder finden kann. Bei der besagten Szene habe ich zum Beispiel keinen passenden Windbruch gefunden. Also musste ich das Motiv mit relativ begrenzten Mitteln erstellen. Dass das nicht einfach ist, kann man sich denken: Der Windbruch musste mit einem 60 Tonnen Kran befahrbar sein.

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Interviews

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