Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Goethes Wohnhaus in Weimar
+
Das Wohnhaus von Johann Wolfgang von Goethe am Frauenplan in Weimar.

Am Frauenplan

Das Goethe-Haus in Weimar wird saniert

Das Goethe-Wohnhaus zieht Besucher aus aller Welt nach Weimar. Die Klassik Stiftung hat nun erste Einblicke in die geplante Sanierung gegeben. Die Arbeiten am Haus des bedeutenden Dichters sind aber längst nicht das einzige Großprojekt der Stiftung.

Weimar (dpa) - Bis zu seinem Tod 1832 lebte und arbeitete Johann Wolfgang von Goethe in einem Haus am Frauenplan in der Weimarer Innenstadt. Ab 2026 soll das zum Unesco-Welterbe zählende Gebäude mit originalen Einrichtungs- und Sammlungsgegenständen saniert werden.

Geschlossen bleibt das Wohnhaus voraussichtlich bis 2028. Für diese Zeit solle es aber alternative Angebote für Besucher geben, teilte die Klassik Stiftung Weimar am Mittwoch mit. Zuvor soll das Haus aber bis einschließlich des Goethe-Jubiläumsjahrs 2025 noch geöffnet bleiben, wie Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz sagte.

Der Dichter kam 1775 in Weimar an. 1782 bezog er dann für 50 Jahre das Haus am Frauenplan in der Innenstadt. Inzwischen ist es Teil des Ensembles Goethe-Nationalmuseum. Bücher, original Möbelstücke und Objekte aus Goethes eigenen Sammlungen sind dort noch zu sehen.

Eine bald abgeschlossene Machbarkeitsstudie soll die Grundlage für bauliche Arbeiten und für eine museale Neukonzeption liefern. «Es geht etwa um die Frage der barrierefreien Erschließung», sagte die neue Projektleiterin des Goethe-Nationalmuseums, Petra Lutz. So stünden schwierige Abwägungen bevor: etwa, ob es mit Blick auf die Denkmalsubstanz einen Fahrstuhl geben kann, und Informationsmedien fest installiert werden können.

Von größeren Überraschungen bei den Sanierungsarbeiten gehen die Fachleute zunächst nicht aus. «Wir erwarten erst einmal keine außergewöhnlichen schwerwiegenden Schäden und Fehler», sagte Reimar Frebel von der Bau-Abteilung der Stiftung. Aber es gebe einen Instandsetzungsrückstau, der nur mit geschlossenem Haus nachhaltig anzugehen sei. Ziel sei es, nach der Schließung Besucher wieder für nächsten Jahrzehnte zeitgemäß empfangen zu können.

Zudem soll der Eingangsbereich des historischen Stammhauses der Herzogin Anna Amalia Bibliothek umgestaltet und etwa für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen besser nutzbar werden. Der Renaissance-Saal soll zu einem Ausstellungsraum werden. Ab Anfang 2022 soll dort die neue Schau «Cranachs Bilderfluten» mit Objekten der bedeutenden Maler Lucas Cranach des Älteren und des Jüngeren.

Die Arbeiten für ein spezielles Großprojekt der Stiftung haben schon länger begonnen: Das Stadtschloss am Ufer der Ilm ist die ehemalige Residenz der Herzöge Sachsen-Weimar und Eisenach und heute auch der Verwaltungssitz der Stiftung. Etappenweise sollen Bauarbeiten und ein damit einhergehendes neues Gesamtnutzungskonzept für das Schloss bis 2030 abgeschlossen sein. So soll das Schloss etwa für Bildungsangebote, Diskussionsrunde und Ausstellungen geöffnet werden.

Die Klassik Stiftung Weimar zählte zuletzt etwa 420 Mitarbeiter und gehört zu den größten Kulturstiftungen Deutschlands. Der Bund, Thüringen und die Stadt Weimar sind die institutionellen Geldgeber. Sie betreut zahlreiche Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen. 12 Unesco-Welterbestätten gehören dazu. Thematisch umfasst ihre Arbeit vor allem das klassische Weimar rund um die Dichterfürsten Goethe und Schiller, aber etwa auch das Erbe der in Weimar gegründeten Kunst- und Designschule Bauhaus.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen zeitweisen Schließungen der Besuchereinrichtungen führten auch bei der Stiftung zu einem drastischen Rückgang der Besucherzahlen: Während 2019, als das neue Bauhaus-Museum eröffnet wurde, rund 1,02 Millionen Gäste gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr nur rund 340 000. Allerdings habe die Pandemie die Entwicklung von Online-Angeboten befördert. So seien etwa über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram viele Nutzer erreicht worden, sagte Pressesprecher Franz Löbling. Neue Formate wurden eingeführt und die eigene App der Stiftung erweitert.

© dpa-infocom, dpa:210217-99-480295/3

Klassik Stiftung Weimar

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare