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Karin Schmidt-Friderichs
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Karin Schmidt-Friderichs: Es hätte schlimmer kommen können. Foto: Andreas Arnold/dpa

Corona-Pandemie

Börsenverein: Buchbranche erweist sich als krisenfest

«Im März war kalte Luft zwischen den Schneidezähnen», sagt Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs. Das Jahr war hart, aber es hätte schlimmer kommen können für Verlage und Buchhandlungen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Buchbranche könnte nach Einschätzung des Börsenvereins gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen. «Das Jahr 2020 hat trotz all seiner Härte gezeigt, was der Buchhandel kann», sagte Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Deutschen Presse-Agentur.

In ihrer Funktion vertritt die Mainzer Verlegerin die Interessen von Buchhandlungen, Verlagen und Zwischenbuchhändlern.

Das Buch habe sich in der Krise «als verlässlicher Begleiter, kompetenter Ratgeber und geschätzter Öffner anderer Welten» bewiesen. Trotz großer Einbußen im ersten Lockdown habe die Branche den Umsatzrückstand nach und nach abgebaut. Die Nachfrage nach Büchern sei groß. «Allerdings ist diese Erholung der Branche mit dem zweiten Lockdown in diesem und im nächsten Jahr wieder in Frage gestellt.»

Ein Verlagssterben erwartet sie nicht. Gerade für kleine Verlage sei die finanzielle Situation «schon eng», man spüre, «dass die Luft dünn ist», sagte die Vorsteherin. «Viele Verlage fahren auf Sicht und haben eingespart.» Dass die Branche bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen ist, liege zum einen an Unterstützung wie etwa durch das Programm «Neustart Kultur», zum anderen «an der Fähigkeit dieser Branche, sich rauszustrampeln».

«Im März war kalte Luft zwischen den Schneidezähnen», sagte Schmidt-Friderichs - heute könne man sagen, «es kam weniger schlimm als damals befürchtet». Die Buchhandlungen hätten «die Ärmel hochgekrempelt und die Lastenräder rausgeholt», die Verlage schnell Kommunikationswege wie Instagram oder Livestreams ausgebaut. «Es hat sich gezeigt, dass wir digitaler aufgestellt sind, als den meisten bewusst war», sagte die Vorsteherin.

2021 warten dennoch einige Baustellen auf die Buchbranche, glaubt Schmidt-Friderichs. Auf politischer Ebene müsse man weiter darum kämpfen, dass Verlage an den Ausschüttungen der Verwertungsgesellschaften beteiligt werden. Auch für ein starkes Urheberrecht werde sie sich weiter einsetzen.

Gesellschaftlich sieht die Vorsteherin den Börsenverein beim Thema Bildung in der Pflicht: «Durch die Schulschließungen hat sich die Chancengleichheit, die es ohnehin nicht gibt, noch mal verschlechtert», sagte Schmidt-Friderichs. «Viele Kinder verlassen die Schule ohne ausreichende Lesekompetenz. Wie können wir das ausgleichen? Das ist ein ganz wichtiger Punkt.»

Spannend bleibt 2021 auch, wie es mit der Frankfurter Buchmesse weitergeht. Nach der Absage der physischen Messe 2020 «stehen die Zeichen jetzt auf Neustart», wie die Vorsteherin sagte. Die Messe wird von einer Tochtergesellschaft des Börsenvereins organisiert. Ob sie den Deutschen Buchpreis und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wieder vor Publikum übergeben darf, «das hoffe ich sehr».

© dpa-infocom, dpa:201229-99-837397/4

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