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Für diese Zusatzleistungen sind die Mitarbeiter ihrem Unternehmen dankbar.

Gute Arbeitgeber

Von Yoga bis Sabbatical: Zwölf ausgefallene Zusatzleistungen für Angestellte

Arbeitgeber werben mit allen Mitteln um Nachwuchstalente und Fachkräfte. Dafür nutzen sie längst mehr als finanzielle Anreize, sondern ausgefallene Zusatzleistungen.

  • Auszeiten und Home Office werden immer wichtiger.
  • Auch ausgefallene Fitness-Angebote sind unter den Zusatzleistungen.
  • Unternehmenskultur und Führungsverhalten bleiben trotzdem entscheidender für die Arbeitszufriedenheit.

Zum Gesamtpaket für Arbeitgeber zählen immer häufiger ausgefallene Zusatzleistungen ("Benefits") nach US-amerikanischem Vorbild, die potenzielle BewerberInnen ansprechen und die Mitarbeiterbindung stärken sollen. Vor diesem Hintergrund hat ​Glassdoor​, eine der weltweit größten Job- und Recruitingplattformen,  Arbeitgeberbewertungen aus Deutschland ausgewertet und eine Liste mit außergewöhnlichen  Benefits erstellt, die von Berufstätigen hervorgehoben wurden.

Auszeiten und Home Office immer wichtiger

Im qualitativen Vergleich zur vorherigen ​Auswertung von ausgefallenen Benefits (2016)​ sticht vor allem ins Auge, dass Auszeiten jeglicher Form und Home Office stärker in den Vordergrund getreten sind. Immer mehr Arbeitgeber zeigen sich großzügiger, was längere Auszeiten für Sabbaticals, ehrenamtliches Engagement oder auch Pflege angeht. Auch die freie Wahl des Arbeitsortes wird wichtiger, um Berufs- und Privatleben besser miteinander in Einklang zu bringen. "Die außergewöhnlichen Benefits, die wir zusammengestellt haben, muten vielleicht heute relativ progressiv an. Sie zeigen allerdings, in welche Richtung sich der Standard in den nächsten Jahren entwickeln könnte. Die Messlatte für Unternehmen liegt angesichts des 'War for Talents' immer höher", so Arbeitsmarktexperte Felix Altmann.

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Ausgefallene Fitness-Angebote unter den Zusatzleistungen

Der allgemeine Fitness-Trend spiegelt sich immer stärker in den angebotenen Benefits und löst den guten alten Betriebssport ab. Fitness in unterschiedlichsten Spielarten findet direkt im Büro statt oder wird clever mit der Arbeit verbunden. Mit spektakulären internen Events sorgen Arbeitgeber nicht zuletzt für eine große Aufmerksamkeit und integrieren sie im besten Fall in eine stimmige Unternehmensgeschichte.

Video: Yoga-Workout für die Pause

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Unternehmenskultur und Führungsverhalten dennoch entscheidender für Arbeitszufriedenheit  "Außergewöhnliche Benefits können dazu beitragen, dass sich Jobsuchende angesprochen fühlen, und sind eine gute Möglichkeit für Unternehmen, auf sich aufmerksam zu machen. Analysen haben jedoch gezeigt, dass Gehalt und Zusatzleistungen nicht die Schlüsselfaktoren für die Arbeitszufriedenheit sind. Tatsächlich sind Unternehmenskultur, Führungsverhalten und Karrieremöglichkeiten für Berufstätige in Deutschland​ sehr viel wichtiger​. Benefits sind eine großartige Möglichkeit, um den MitarbeiterInnen Wertschätzung zukommen zu lassen. Unternehmen sollten sich jedoch nicht alleine auf sie verlassen. Sie müssen vielmehr alle Bestandteile ihres Angebots prüfen - von der Aus- und Weiterbildung über  Aufstiegsmöglichkeiten - und ihr Angebot regelmäßig anhand des Feedbacks der Belegschaft verbessern. Jobsuchende wiederum sollten Zusatzleistungen bei ihrer Entscheidungen in Betracht ziehen, aber sich gleichzeitig nicht blenden lassen", sagt Altmann. 

Diese zwölf Firmen machen mit kreativen Benefits in Deutschland auf sich aufmerksam:  

McKinsey & Company​: Drei Monate Sabbatical pro Jahr 

Sabbaticals sind im Trend. Aber die McKinseyaner können sich über eine besonders großzügige Regelung namens "Take Time" freuen. Angestellte der  Unternehmensberatung können zwischen Projekten bis zu drei Monate Auszeiten nehmen, während das Gehalt anteilig weiter gezahlt wird. Das Beste daran: Die  BeraterInnen müssen dafür noch nicht mal einen Grund nennen, schreibt das Nachrichtenportal wuv.

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SAP​: Meditation im Büro

Beim Unternehmenssoftware-Anbieter haben bereits mehr als 7.000 MitarbeiterInnen an einem zweitägigen Achtsamkeitsseminar teilgenommen. Im Mittelpunkt stehen Meditationspraktiken und Selbstreflexion. Mittlerweile schickt SAP bereits Achtsamkeits-TrainerInnen in andere Unternehmen, die diesem Beispiel folgen wollen. SAP beschäftigt mit Peter Borstelmann sogar einen Chief Mindfulness Officer.

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Cisco Systems:​ Home Office ohne Limit 

Das Technologieunternehmen stellt seinen Mitarbeitern den Arbeitsort völlig frei und ermutigt sie genau die Balance zwischen Büropräsenz und Heimarbeit zu finden, die zu ihren Bedürfnissen passt. Einige Angestellte arbeiten nur in Heimarbeit. Das passt zum Produkt: Das Unternehmen produziert und vertreibt unter anderem Hard- und Software für die virtuelle Zusammenarbeit.

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Deutsche Telekom​: Mit Fahrrad-Heimtrainer am Schreibtisch 

Das Telekommunikationsunternehmen aus Bonn fördert die Gesundheit und  Fitness seiner MitarbeiterInnen auf besondere Art und hat mehr als 5.000 "Deskbikes" angeschafft. Telekom-Angestellte halten sich damit nicht nur direkt am Schreibtisch körperlich fit, sondern schaffen einen körperlichen Ausgleich zur Denkarbeit im Büro, parallel zur selbigen.

Upstalsboom​: Azubis auf den Kilimandscharo

Die Hotelkette sorgt für Aufsehen dadurch, dass sie ihren Auszubildenden unter dem Motto "Tour des Lebens" spektakuläre Erlebnisse ermöglicht. 2016 bestiegen zehn Azubis den Kilimandscharo. Letztes Jahr sorgte eine Reise zum nördlichen Polarkreis nach Spitzbergen für die nächste Extremerfahrung.

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Würth​: Konzerte mit internationalen Stars

Was haben Sting, Sunrise Avenue, Die Fantastischen Vier und Revolverheld gemeinsam? Die Mitarbeiter des Familienunternehmens Würth haben alle bereits beim gleichnamigen "Würth Open Air" live erleben können. Freunde der klassischen Musik unter den Angestellten dürfen sich über die Auftritte der "Würth Philharmoniker" freuen. Das ist nicht etwa ein Zusammenschluss von musikalischen MitarbeiterInnen, sondern ein Orchester von Weltformat mit eigener Spielstätte in der Nähe der Firmenzentrale!

Puma​: Friseur und Maniküre in der Firma

Beim Sportartikelhersteller öffnet in regelmäßigen Abständen ein "Barber Shop" seine Türen und bietet während der Arbeitszeit die Gelegenheit zur gepflegten Rasur, zum Haare schneiden oder zur Nagelpflege. Frisch rasiert geht es ins kostenfreie Fitness-Center mit einem vielfältigen Kursangebot von Kung-Fu bis "Aromatherapie Yoga".

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Henkel​: Bezahlte Freistellungstage für soziales Engagement

Im Rahmen des Programms "Miteinander im Team" können Angestellte bei Henkel Geld- und Sachspenden sowie bis zu fünf Tage bezahlte Freistellung jährlich für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten beantragen. Sie bauen zum Beispiel Brücken in Vietnam, bringen Kindern Fußball bei oder arbeiten in einem Waisenhaus in Uganda.

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Delivery Hero​: "Napping Rooms" für Mittagsschläfchen

Ein Manager-Schläfchen tut bekanntlich nicht nur japanischen Führungskräften gut. Daher findet sich im Headquarter des Internet-Unternehmens ein Schlafzimmer für den Power-Nap zwischendurch. Die Angestellten können zwischen Schlafcouch und Hängematte wählen.

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Paulaner Brauerei​: Haustrunk für Angestellte

Feierabendbier am Freitag - darüber können die Angestellten der Münchener Brauerei nur müde lächeln. Sie erhalten ein großzügiges monatliches Kontingent von 78-Bierzeichen, was in etwa 40 Litern entspricht. Wer nicht so viel Bierdurst aufbringt, kann stattdessen auch nicht-alkoholische Getränke aus dem Sortiment  beziehen.

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Porsche​: Bezahlte Pflegezeit

Viele Unternehmen versuchen mittlerweile ihre MitarbeiterInnen bei der Pflege von Angehörigen entgegen zu kommen. Aber nur wenige so konsequent wie der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen mit seinem Programm "Porsche Pflegezeit". Angestellte können sich in einem akuten Fall drei Monate von der Arbeit befreien lassen und erhalten weiter 75 Prozent ihres Bruttogehaltes.

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Scout24​: Hundefreundlicher Arbeitsplatz

Beim Internetunternehmen aus München sind die Hunde der MitarbeiterInnen nicht nur ein geduldeter, sondern sehr geschätzter Teil des Arbeitsalltags. Viele Angestellte machen von der Möglichkeit Gebrauch, ihren Hund täglich ins Büro mitzubringen.

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Die Firmen-Urgesteine: Jahrzehnte beim selben Arbeitgeber

Alberto Lombardo ist seinem Arbeitgeber, der Freudenberg Gruppe in Weinheim, 50 Jahre lang treu geblieben. Die Firma habe ihm immer neue Herausforderungen geboten und er hat die gute Stimmung unter den Kollegen geschätzt. Foto: Freudenberg Gruppe
Alberto Lombardo ist seinem Arbeitgeber, der Freudenberg Gruppe in Weinheim, 50 Jahre lang treu geblieben. Die Firma habe ihm immer neue Herausforderungen geboten und er hat die gute Stimmung unter den Kollegen geschätzt. © Freudenberg Gruppe
Alberto Lombardo (M) hat 50 Jahre lang bei der Freudenberg Gruppe in Weinheim gearbeitet. Er fing dort als Auszubildender an und wurde schließlich Geschäftsführer einer Gesellschaft des Unternehmens. Foto: Freudenberg Gruppe
Alberto Lombardo (M) hat 50 Jahre lang bei der Freudenberg Gruppe in Weinheim gearbeitet. Er fing dort als Auszubildender an und wurde schließlich Geschäftsführer einer Gesellschaft des Unternehmens. © Freudenberg Gruppe
Manche Kunden kommen nur wegen ihr: Veronika Asam arbeitet seit 34 Jahren in der Fleischerei Eberl in Hattenhofen in Bayern. Foto: Moritz Hoffmann
Manche Kunden kommen nur wegen ihr: Veronika Asam arbeitet seit 34 Jahren in der Fleischerei Eberl in Hattenhofen in Bayern. © Moritz Hoffmann
Veronika Asam arbeitet seit 34 Jahren in der Fleischerei Eberl in Hattenhofen in Bayern. Ihre Chefin kennt sie, seit diese 12 Jahre alt war - später war sie deren Ausbilderin. Foto: Moritz Hoffmann
Veronika Asam arbeitet seit 34 Jahren in der Fleischerei Eberl in Hattenhofen in Bayern. Ihre Chefin kennt sie, seit diese 12 Jahre alt war - später war sie deren Ausbilderin. © Moritz Hoffmann
Supermarkt, Großhandel, Logistik, Verwaltung: Ilona Becker ist seit 38 Jahren bei Rewe und hat in ihrer Zeit dort schon viele unterschiedliche Positionen inne gehabt. Foto: Rewe West
Supermarkt, Großhandel, Logistik, Verwaltung: Ilona Becker ist seit 38 Jahren bei Rewe und hat in ihrer Zeit dort schon viele unterschiedliche Positionen inne gehabt. © Rewe West
Ilona Becker ist seit 38 Jahren bei Rewe. Sie hat dort Verkäuferin gelernt, inzwischen arbeitet sie in der Personalabteilung. Foto: Rewe West
Ilona Becker ist seit 38 Jahren bei Rewe. Sie hat dort Verkäuferin gelernt, inzwischen arbeitet sie in der Personalabteilung. © Rewe West
Hier hat Zugführer Bernd Blank das Kommando. Seit 44 Jahren arbeitet er bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Langweilig wird ihm seine Stammstrecke auf der U6 zwischen Tegel und Mariendorf trotzdem nicht. Foto: Inga Kjer
Hier hat Zugführer Bernd Blank das Kommando. Seit 44 Jahren arbeitet er bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Langweilig wird ihm seine Stammstrecke auf der U6 zwischen Tegel und Mariendorf trotzdem nicht. © Inga Kjer
Zurücktreten bitte! Als Zugführer arbeitet Bernd Blank für die BVG. Für eine Strecke braucht er 38 Minuten. Maximale Geschwindigkeit sind 70 km/h. Foto: Inga Kjer
Zurücktreten bitte! Als Zugführer arbeitet Bernd Blank für die BVG. Für eine Strecke braucht er 38 Minuten. Maximale Geschwindigkeit sind 70 km/h. © Inga Kjer

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