Zahl der Gründerinnen steigt

Große Beteiligung beim bundesweiten Aktionstag der IHK / Frauen erhalten seltener Kredite als Männer

Berlin - Unter dem Motto "Frauen an den Start" boten in der vergangenen Woche bundesweit 56 Industrie- und Handelskammern Informationen speziell für gründungswillige Frauen an. 2600 Existenzgründerinnen nahmen an den Veranstaltungen teil. 58 Prozent der Frauen schilderten, dass sie mehr Schwierigkeiten als Männer hätten, einen Gründungskredit zu bekommen.

"Viele Frauen, die zunächst das Unternehmen ,Familie' führen, können nicht in gleichem Umfang wie Männer Gründungskapital ansparen, Geschäftskontakte knüpfen und sich kaufmännisches Know-how aneignen", bestätigte Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). In besseren Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht Braun deshalb eine gesellschaftliche Kardinalaufgabe, damit das Unternehmertum in Deutschland eine Zukunft hat. "Unsere Gesellschaft muss das unternehmerische Potenzial von Frauen viel besser erschließen. Bislang steht hinter jeder dritten Existenzgründung eine Frau", so der DIHK-Präsident. In gut vier Jahrzehnten werde es demografiebedingt über eine halbe Million weniger Selbstständige geben. Damit drohe der Verlust von über einer Million Arbeitsplätzen. Gerade das rohstoffarme Deutschland sei auf mutige und kreative Unternehmerinnen in spe angewiesen.Denn gerade Frauen hätten viel Potenzial. Ihm imponiere vor allem, wie durchdacht Frauen zu Werke gingen.

Erfolgreiche Unternehmerinnen

Gründerinnen seien zwar im Durchschnitt älter und weniger risikobereit als ihre männlichen Kollegen, aber dafür auch zielstrebiger: Sie brächen ihr Gründungsvorhaben seltener ab, und ihre Firmen hätten eine größere Überlebenswahrscheinlichkeit.

Braun: "Ich kann Frauen nur ermuntern, die Gelegenheit zu nutzen und mit ihren Ideen zu einer Industrie- und Handelskammer zu gehen, um sich konkret über Chancen und Risiken beraten zu lassen."

Zwar verzeichneten die IHKs im vergangenen Jahr einen starken Zulauf gründungsinteressierter Frauen. Mehr als 140000 erkundigten sich über die ersten Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit - zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Doch viele Frauen gründen - anders als Männer - nur zum Nebenerwerb. Sie sehen darin eine Möglichkeit, Arbeit und Familie zu vereinbaren. Nach neuesten Untersuchungen ist das für 70 Prozent aller Gründerinnen die Motivation. ms

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